Die Stimmenfänger schwärmen aus

Die Stimmenfänger schwärmen aus

Der Countdown bis zur Kommunalwahl läuft - und die Kandidaten laufen mit. Einer von ihnen ist Jürgen Backes: Er will Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bitburg-Land bleiben und besucht Menschen und Dörfer, um die Werbetrommel zu rühren.

Meckel. (uq) "Et kütt wie et kütt", sagt Jürgen Backes. Er ist entspannt. Und auch wieder nicht. Denn zwar nehme er seinen Gegner im Kampf um den Bürgermeisterposten in der Verbandsgemeinde (VG) Bitburg-Land, Josef Junk (SPD), sehr ernst, erklärt der CDU-Amtsinhaber aus Trier-Biewer. "Aber die Menschen hier konnten sich ja in den vergangenen acht Jahren ein Bild von mir machen." Deshalb ist es letztlich doch die Gelassenheit, die seinen Wahlkampf bestimmt.

Weil Backes ohnehin immer wieder in den Gemeinden präsent sei, stehen nicht alle Orte der VG auf seiner Besuchsliste. Meckel schon. Treffpunkt ist das Gasthaus Herrig, ein Vorzeigebetrieb, der sich komplett erneuert und einen guten Namen in der Region erarbeitet hat.

Mit den Worten "Keine Angst, wir sind keine Hochzeitsgesellschaft" stapft der Landtagsabgeordnete Michael Billen in den Gastraum, der sich immer mehr füllt. Denn Backes kommt nie allein, zieht stets mit Parteikollegen und meist auch dem Orts-Chef durch die Gemeinden. "Selbst wenn ich alleine losgehen würde - es schließen sich immer Leute an."

Mit einem Stapel Flyer in der Hand schwärmt die Mannschaft dann im Dorf aus. "Ach, ihr seid's, ich hab mich schon gefragt, welche Clique samstags so viel Zeit hat und spazieren geht!", ruft eine Frau und lacht.

An Haustüren zu klingeln, das kommt Backes nicht in den Sinn: "Die Leute sind froh, wenn wir sie nicht stören. Und präsent sind wir ja trotzdem." Zum Beispiel bei der Familie des neunjährigen Christian, der Backes nach seinem Vornamen fragt. "Was, Jürgen heißt du? Wie der ehemalige Nationaltrainer!" Backes berichtet: "Über Politik wollen die Leute nicht reden - nur, wenn es in einer Ortsgemeinde ,brennt'." Er wertet das als Zeichen für die Zufriedenheit der Menschen.

Dass es hier und da doch noch etwas zu bewegen gibt, zeigt zum Beispiel das Gespräch mit Vertretern der Meckeler Feuerwehr, die mit einer Rettungsschere ausgerüstet werden möchte, um bei Unfällen auf der B 51 besser helfen zu können. Ein bisschen Politik muss auch an solchen Tagen eben doch sein.