1. Dossier

Ehrenamt ist Ehrensache

Ehrenamt ist Ehrensache

Seit ihrer Geburt lebt Angela Dünnebier in Pfalzel. Ihr ganzes Berufsleben lang hat sie als Gardinennäherin gearbeitet. Heute kümmert sie sich vor allem um die Pfalzeler Seniorinnen. Für ihr ehrenamtliches Engagement hat sie bereits eine Ehrenurkunde von der Stadt bekommen.

Trier-Pfalzel. Angela Dünnebier ist eine resolute Frau. "Die Hausfassade habe ich selbst gestrichen", erklärt sie. Dabei bewohnt Angela Dünnebier kein gewöhnliches Haus. Denn dieses grenzt direkt an den Tor-Turm der Erzbischöflichen Burg in Pfalzel. Seit ihrer Geburt wohnt Angela Dünnebier, wenn auch mit Unterbrechungen, in dem geschichtsträchtigen Gebäude mit dem wunderschönen Garten. "Ich wollte nie aus Pfalzel weg", bekennt die 69-Jährige. "Schon als Kind habe ich gerne mit meinen Freundinnen an der Wallmauer gespielt. Da gehe ich noch heute gerne spazieren."
Die zweifache Mutter ist ein aktiver Mensch: Sie fährt gerne Fahrrad, unternimmt Wanderungen und geht Schwimmen. Wahrscheinlich deshalb sieht man ihr ihre fast 70 Jahre keineswegs an. Begonnen hat ihr Leben unter ungewöhnlichen Umständen: Am 13. Februar 1945 wurden sie und ihr Zwillingsbruder, der heute in Australien lebt, im Luftschutzbunker in Biewer geboren. Ihr Vater war mehrere Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft. "Für meine Mutter war das nicht einfach. Aber auch sie hat schon immer gerne anderen geholfen. Das habe ich von ihr", sagt Dünnebier. Zweimal in der Woche kocht sie für die Kinder der Naturfreunde Quint, wofür sie bereits eine Ehrenurkunde der Stadt Trier für ihr ehrenamtliches Engagement erhalten hat.
Einmal im Monat veranstaltet sie bei sich zu Hause ein Kaffeekränzchen, bei dem sie sechs Seniorinnen bewirtet. Außerdem hilft sie beim Seniorennachmittag im Pfarrheim und besucht gelegentlich ältere Pfalzeler im Krankenhaus oder Seniorenheim.
"Mir wird nie langweilig. Ich hab immer was zu tun." Das glaubt man ihr gerne. Für ihre Hilfsbereitschaft und den leckeren Kuchen ist Angela Dünnebier in ganz Pfalzel bekannt. "Sie ist ein Vorbild für soziales Engagement", sagt die designierte Ortsvorsteherin Margret Pfeiffer-Erdel.TV-Serie Stadtteiltour


Das Kuchenbacken ist eine der Leidenschaften von Angela Dünnebier. Ihre Spezialität ist die Hansen-Jensen-Torte mit Sahne-Obst-Füllung und Baiserhaube. Wenn sie nachts nicht schlafen kann, dann backt sie gerne: "Besser als sich im Bett herumzuwälzen."
Ihre andere große Leidenschaft ist das Nähen. Anfang der sechziger Jahre hat sie beim Traditionsunternehmen Hochstetter in der Simeonstraße Gardinennäherin gelernt. Ein damals völlig neuer Beruf. "Wir haben bei der Handwerkskammer darum gekämpft, dass unsere Lehre anerkannt wird", berichtet die 69-Jährige. Fast 23 Jahre hat sie dort gearbeitet, danach einige Jahre bei Kaufhof.
Besonders prägend in ihrer beruflichen Laufbahn war die anschließende Anstellung beim Raumausstatter Franz Guillaume in Pfalzel. In dieser Zeit durfte Angela Dünnebier den roten Samt für den Schrein des Heiligen Rocks nähen und anbringen. "Über Nacht waren wir im Dom eingeschlossen, um den Samt nähen zu können. Das war ein unvergessliches Erlebnis für mich." Auch heute noch näht sie für Verwandte und Freunde. Die Gardinen im Amtshaus Pfalzel stammen auch von ihr. "Meine Nähmaschine steht immer offen", schmunzelt sie.
Für Angela Dünnebier ist das Helfen einfach selbstverständlich: "Solange es mir gesundheitlich möglich ist, helfe ich gerne. Wenn sich die Leute freuen, dann freue ich mich auch. Da geht mir einfach das Herz auf!"