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Ein großes Fest für viele Christen

Ein großes Fest für viele Christen

La Ola in der Kirche: Am ersten Wochenende der Heilig-Rock-Tage haben die Jugendlichen im Mittelpunkt gestanden. Traditionell wurde auch der Tag der Ökumene gefeiert.

Trier. Trommelklänge dringen schon von weitem aus der Krypta des Hauses Fetzenreich. Zwölf Jugendliche und junge Erwachsene schlagen im Gleichklang auf ihre Instrumente. Immer schneller wird der Rhythmus, immer lauter ertönen die Trommeln. Der Workshop von Rosemarie Lang, Referentin für orientalischen und afrikanischen Tanz, ist nur eines der vielen Angebote für Firmlinge an diesem Tag. Auch draußen sind die Klänge noch leise zu hören und mischen sich unter die Stimmen der Jugendlichen, die sich auf dem Rindertanzplatz tummeln - zwischen Kletterwand, Himmelsleiter und Menschenkicker. Rund 2000 sind gekommen, um am Samstag in Trier die 13. Heilig-Rock-Tage zu feiern. Dabei geht es laut Michelle und Honey aus St. Ingbert vor allem darum, "verschiedene Leute zu treffen und Spaß zu haben".

Über die gesamte Stadt verteilen sich die Firmlinge und machen immer wieder mit unerwarteten Aktionen auf sich aufmerksam. Mehr als 50 junge Leute beginnen mitten in der Menschenmenge am Pranger zu tanzen. Viele haben Rucksäcke und Taschen bei sich. Nach ein paar Minuten ist das Spektakel, das unter "Flashmob" bekannt ist, vorbei. So wie sie aus dem Nichts erschienen sind, verschwinden sie wieder und mischen sich unter Touristen und Pilger.

Doch auch die stillen Orte sind von Bedeutung. Einen Platz zum Nachdenken und Andocken, wie Pastoralreferentin Kordula Wilhelm-Boos sagt, finden die Firmlinge im Konvikthof hinter dem Dom. In zwei Zelten können sie dort ihre Gedanken zum Beispiel in ein Buch eintragen. Mehrmals täglich laden auch Messen zum gemeinsamen Beten in den Dom und die umliegenden Kirchen ein.

"Wir gehen auf jeden Fall in die Messe und ins Taizé-Gebet", erzählen Annika und Laura, die in Trier studieren. Wie sie zieht es mehr als 1500 Menschen an diesem Samstag zum Abschlussgottesdienst. Der Dom scheint aus allen Nähten zu platzen. Rund um den Altar sitzen die Jugendlichen auf dem Boden, um ganz vorne dabei zu sein. Klatschend bringen sie sich ein. Singen Weihbischof Jörg Michael Peters ein Ständchen zum 50. Geburtstag. Sogar eine La-Ola-Welle geht durch die Ränge, als Peters die Gratulationen entgegennimmt.

Zum Ausklang des Abends mischt sich Bischof Stephan Ackermann unter die Firmlinge. Begrüßt sie, macht Fotos, nimmt sich Zeit, um mit jedem ein paar Worte zu wechseln. Den Jugendlichen tue es gut, zu spüren, dass sie nicht allein seien, sagt Ackermann.

Hautnah erleben sie den Bischof, dürfen seinen Ring anfassen. "Es war so schön", erzählt Melissa (neun Jahre) begeistert von ihrer Begegnung mit dem Bischof. "Der Ring sieht ganz schön aus", fügt ihre Freundin Celine hinzu.

"Rocken hat mit dem Heiligen Rock nichts zu tun, passt aber trotzdem gut zusammen", eröffnet Ackermann dann das große Open-Air-Konzert und gibt damit den Startschuss für einen langen Abend. Bis in die Nacht hinein feiern etwa 500 Jugendliche zu den Klängen von Chock-a-Block und Oku & the Reggaerockers.