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Eine Politik der sehr ruhigen Hand

Eine Politik der sehr ruhigen Hand

Lange Zeit ging beim zentralen kommunalpolitischen Thema- der Sanierung der Regionalen Schule - in der Verbandsgemeinde Thalfang nichts voran. Eng damit verknüpft sind weitere Zukunftsthemen: der Schulstandort und die bedrohte Eigenständigkeit der Verbandsgemeinde.

Thalfang. An Problemen in der Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf mangelt es nicht. Bei der Sanierung der Regionalen Schule ging es lange Zeit nicht vorwärts. Weder Schulstandort noch die Eigenständigkeit der Verbandsgemeinde (VG) sind gesichert. Und nur beim ersten Thema sieht es so aus, als komme man voran.

Der Handlungsbedarf bei der Regionalen Schule ist grundsätzlich unumstritten. Fehler im Verfahren haben die Sanierung erheblich verzögert. Den ersten Beschluss, den Planungsauftrag für Schule und Turnhalle an ein heimisches Büro zu vergeben, gab es 2005. Erteilt wurde er nicht. Der zweite und dritte Anlauf verliefen ebenfalls erfolglos. Die Vorgehensweise war mehrfach von Aufsichtsbehörden beanstandet worden. In einem Fall hatte nicht das Architekturbüro mit den meisten Stimmen den Zuschlag erhalten. Die Sache kam an die Öffentlichkeit. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen der Verletzung von Dienstgeheimnissen verliefen allerdings im Sande. Der "Plauderer" konnte nicht ermittelt werden.

Ein neuer Anlauf in Sachen Schulsanierung folgte. Inzwischen ist der Auftrag tatsächlich vergeben (der TV berichtete). Doch das Hin und Her um die Schulsanierung geschah zur Unzeit. Denn der Schulstandort ist aufgrund seiner Zweizügigkeit auf die Dauer ohnehin gefährdet. Die Regionale Schule wird im August zur Realschule plus. Doch für diese Schulen sieht Mainz die Dreizügigkeit vor. Eine schleppende Sanierung ist nicht die beste Werbung für eine Bildungseinrichtung. Ab 2014 dürfte die Luft für die weiterbildende Schule im Luftkurort eng werden.

Keine großen Diskussionen gab es im Rat über die bedrohte Eigenständigkeit der Verbandsgemeinde. Ende Februar ließ Innenminister Karl Peter Bruch die Katze aus dem Sack. Er benannte die Verbandsgemeinden, die bis 2012 auf freiwilliger Basis fusionieren sollten. Thalfang steht auf der "Roten Liste", ebenso wie der kleine Nachbar Neumagen-Dhron. Er würde sich als Partner anbieten. Die dortige Bürgermeisterin Christiane Horsch geht schon ganz offensiv auf Partnersuche. Doch ob Neumagen-Dhron, das beim Thema Schulkooperation schon so spröde reagierte, sich bei einer kommunalen Fusion ausgerechnet für Thalfang entscheidet, darf mit einem Fragezeichen versehen werden.

Während Horsch in Sachen Gebietsreform das Heft des Handelns an sich riss, warten ihr Amtskollege in Thalfang, Hans-Dieter Dellwo, und seine Gremien ab. Erst nach den Wahlen wolle man das Thema angehen. Regieren mit ruhiger Hand, wie es Ex-Kanzler Schröder für sich in Anspruch nahm, mag manchmal durchaus angebracht sein. Bürgermeister Dellwo und seinen Kommunalpolitiker setzen sich allerdings dem Vorwurf aus, die Hände könnten zu ruhig geblieben sein.