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Entspannt und zuversichtlich

Entspannt und zuversichtlich

Wanderung, Kirchgang, Mittag-esssen in Daun - und dann per Flieger ab nach Berlin: Den Tag der Bundestagswahl hat Edmund Geisen in seinem Eifeler Heimatort und in der Bundeshauptstadt erlebt.

Daun. "Ich bin entspannt und zuversichtlich", sagt Edmund Geisen vor dem Backhaus im Dauner Stadtteil Boverath, wo er am Sonntag gegen Mittag seinen Bundestags-Wahlzettel ausgefüllt und abgegeben hat. "Der Wahlkampf ist seit gestern beendet, ich habe meins getan für ein gutes Ergebnis für mich und meine Partei. Jetzt liegt es nicht mehr in meiner Hand", resümiert der FDP-Bundestagsabgeordnete die anstrengenden vergangenen Wochen.

Viel Zuspruch habe er in der Zeit erfahren, aber er sei auch angegriffen, vor allem in der emotionsgeladenen Diskussion um den Milchpreis. Vorwürfe, er habe nicht genug getan für die Milchbauern, "haben mich getroffen und auch weh getan", berichtet Geisen.

Nach dem Frühstück mit der Familie war er eine Stunde wandern durch "meine geliebten Flure" rund um Daun, allein, "da kann ich niemanden brauchen, wenn ich meine Gedanken sammele und dabei auch schon mal vor mich hin spreche."

Nach dem für ihn und seine Frau obligatorischen Kirchgang und der Stimmabgabe steht er nun vor dem Wahllokal, wo er mehrfach angesprochen wird. Mal ernsthaft, wenn ein Bürger wenig freundliche Worte über den FDP-Landesvorsitzenden Rainer Brüderle findet, mal scherzhaft ("Hast du auch richtig gewählt, Edmund?"), mal aufmunternd.

Während sich andere nach der Stimmabgabe auf einen geruhsamen Sonntag freuen, stehen dem 60-Jährigen, der seit 2005 im Bundestag sitzt, und seiner Frau Mariette noch ein strammes Programm bevor. Im heimatlichen Daun wird Mittag gegessen, dann geht es aber schon auf nach Köln, von wo es aus mit dem Flugzeug in die Hauptstadt geht.

In der FDP-Bundeszentrale in Berlin wird er den Wahlabend verbringen, eine Premiere für ihn. "An einem Abend nach der Bundestagswahl war ich noch nie dort, und ich bin ganz gespannt, wie es ist", erzählt Geisen. Ganz einfach war die Entscheidung, in Berlin zu sein, für ihn nicht: "Ich bin immer noch hin- und hergerissen, wäre ich doch auch gerne hier vor Ort in der Heimat, aber ich habe mich nun eben für Berlin entschieden." Mit einem "guten Gefühl" verabschiedet er sich Richtung Hauptstadt, denn angesichts seines guten Platzes auf der rheinland-pfälzischen FDP-Landesliste für die Bundestagswahl ist mehr als wahrscheinlich, dass Geisen weitere vier Jahre die Eifel dort vertreten wird.