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EU-Parlament: Saarburger CDU-Frau Simone Thiel soll Christa Klaß beerben

Simone Thiel (CDU).
Simone Thiel (CDU). FOTO: privat/Archiv
Trier. Knapp vier Wochen vor der Europawahl hält sich die Wahlkampfstimmung in Grenzen. Und aus der Region Trier hat nur eine Kandidatin echte Chancen auf den Einzug ins EU-Parlament. Rolf Seydewith

Stell dir vor, am Sonntag ist Europawahl, und niemand geht hin! Ganz so schlimm wird es am 25. Mai nicht kommen. Schon allein deshalb nicht, weil in mehreren Bundesländern, darunter Rheinland-Pfalz, an diesem Tag auch Kommunalwahlen sind.

Doch das Wählerinteresse am EU-Parlament und seinen Abgeordneten ist überschaubar. Bei der Europawahl 2009 lag die Wahlbeteiligung in Deutschland bei gerade einmal 43 Prozent - 30 Prozentpunkte weniger als bei der Bundestagswahl 2013. Dabei hat das Gewicht des EU-Parlaments deutlich zugenommen.

So reden die Abgeordneten inzwischen ein gewichtiges Wörtchen mit, wenn es um Themen wie die Deckelung der Banker-Boni geht oder die bessere Kennzeichnung von Lebensmitteln. "Die Entscheidungen des Parlaments betreffen die Menschen direkt", sagt die regionale CDU-Europaabgeordnete Christa Klaß. Aktuell bringe etwa der Wegfall der Roaminggebühren bei Auslandstelefonaten gerade für die Bewohner der hiesigen Grenzregion große Vorteile. Die aus Osann-Monzel stammende Klaß kandidiert nach 20 Jahren EU-Parlament nicht mehr. An ihrer Stelle tritt die Saarburger Christdemokratin Simone Thiel (35) an. Ihr Einzug ins EU-Parlament gilt als wahrscheinlich.
Die Volkswirtin wird dort - wie schon ihre Vorgängerin - die einzige Abgeordnete aus der Region Trier sein. Die übrigen Parteien schicken entweder keine Bewerber aus der Region ins Rennen. Oder die Kandidaten sind so schlecht platziert, dass sie keine Chance auf ein Mandat haben.

Ein Ergebnis der Wahl steht schon jetzt fest: Es werden mehr Parteien aus Deutschland ins EU-Parlament einziehen als in der Vergangenheit. Der Grund: Das Bundesverfassungsgericht hat die deutsche Drei-Prozent-Hürde bei den Europawahlen gekippt. Nun reicht den 24 antretenden Parteien schon ein Prozent der Wählerstimmen, um einen der 96 für deutsche Abgeordnete reservierten Sitze im EU-Parlament zu ergattern

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