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Europawahl-Müdigkeit der Bürger macht Parteien zu schaffen

Europawahl-Müdigkeit der Bürger macht Parteien zu schaffen

Zwei Wochen vor der Europawahl fehlt es weiterhin an Wahlkampfstimmung. Das Duell der Spitzenkandidaten im ZDF erweist sich als Quotenkiller, bundesweit bekunden zwei Drittel der Wähler, sie seien an der Abstimmung nicht oder kaum interessiert.

Ganze 1,8 Millionen Zuschauer wollten am Donnerstagabend das Duell zwischen dem Christdemokraten Jean-Claude Juncker und dem Sozialdemokraten Martin Schulz miterleben - eine Quote von 5,8 Prozent zur besten Sendezeit, etwa so viel wie die "Kochprofis" auf RTL 2. Das bestätigt die Zahlen des ARD-Trends vor wenigen Tagen, der ergab, dass mehr als ein Viertel der deutschen Wähler die beiden Spitzenkandidaten nicht kennt.
Das am Freitag veröffentlichte Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen zeigt auch, dass sich lediglich 35 Prozent der Bundesbürger für die Europawahl interessieren. Immerhin: In einem (nicht repräsentativen) Stimmungsbild zeigen sich die Volksfreund-Leser politisch engagierter: Zwei Drittel halten die Wahl laut TV-Umfrage unter knapp 500 Lesern für wichtig.

Das Politbarometer sieht die SPD bei 27 Prozent und die CDU mit 38 Prozent vorne - Letzteres entspricht genau der TV-Befragung. Auch der Politrend des SWR deutet in eine ähnliche Richtung: Danach messen die Rheinland-Pfälzer auf europäischer Ebene der CDU in Sachen Agrar-, Verbraucher-, Friedens-, Finanz- und Währungspolitik die mit Abstand größte Kompetenz bei. Die SPD liegt nur bei der Sozialpolitik knapp vorn.

Bei der Forschungsgruppe Wahlen kommen die Grünen auf zwölf, die FDP auf drei, die Linke auf acht und die AfD auf sechs Prozent. Weitere sechs Prozent verteilen sich auf sonstige Parteien - eine Zahl, die erwarten lässt, dass angesichts des Wegfalls der Drei-Prozent-Hürde mehrere kleine Parteien ins EU-Parlament einziehen dürften. Davon sind die befragten TV-Leser nicht übermäßig begeistert: 61 Prozent finden es nicht gut, wenn mehr kleine Parteien den Sprung nach Straßburg schaffen.

Der scheidende EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso zieht in einem Gastbeitrag für den Trierischen Volksfreund dennoch eine positive Bilanz seiner zehn Jahre an der Spitze der Europäischen Union.

Wer noch nicht weiß, welche Partei für ihn infrage kommt:

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