1. Dossier

Fans feiern friedlich am Ring - Viele Handydiebstähle

Fans feiern friedlich am Ring - Viele Handydiebstähle

Aus polizeilicher Sicht ruhig verlief das Rockfestival am Ring bis zum frühen Sonntagabend. Es gab nur wenige Einsätze und auch keine gravierenden Verkehrsunfälle. Weiter problematisch ist aber die hohe Zahl von Handydiebstählen.

"Ein Festival, wie es aus polizeilicher Sicht besser nicht sein kann." So bilanzierte Polizeioberrat Paul Wehner die Sicherheitslage von Rock am Ring bis Samstagabend. Und das änderte sich auch bis zum frühen Abend des letzten Festivaltags nicht. Die Festivalbesucher gingen respektvoll miteinander um und würden sich gegenseitig helfen, anstatt Randale anzuzetteln. Dadurch habe die Polizei, die mit mehreren Hundert Beamten im Einsatz war, "nur ganz wenige Einsätze" gehabt.

Ebenfalls positiv: Es gab gerade einmal drei Dutzend Verkehrsunfälle, keiner davon war laut Polizeichef Wehner gravierend. Allerdings sind bei einer Geschwindigkeitskontrolle im Raum Kelberg 52 Autofahrer zu schnell unterwegs gewesen und verwarnt worden. Zudem hat die Polizei bis Sonntagnachmittag 131 Fahrzeuge abgeschleppt, um die Rettungswege freizuhalten. Um einen flüssigen Abreiseverkehr zu gewährleisten, dürfte sich diese Zahl aber noch leicht erhöhen.

Langfinger greifen in Zelten zu

Als Problem hat sich in diesem Jahr wieder die hohe Zahl von Diebstählen aus Zelten erwiesen: 110 Strafanzeigen wurden deswegen erstattet. das ist laut Polizei etwas mehr als in den Vorjahren. Allerdings machte die Polizei im Lauf des Festivals vier Tatverdächtige dingfest und fand bei ihnen große Teile des Diebesguts. Vor allem Handys. Zwei der Gefassten kamen in Untersuchungshaft, bei den anderen Beiden reichten die Beweise nicht für eine Verhaftung. Sie bekamen aber Platzverbot.

Handydiebstähle gab es auch beim Festival Rock im Park in Nürnberg. Die Polizei ist in diesem Zusammenhang möglicherweise einem internationalen Diebstahl-Ring auf die Spur gekommen. Mehrere Männer sollen bei den Festivals im großen Stil Handys aus Zelten gestohlen haben.

Auf dem Nürnberger Zeppelinfeld wurden bereits am Freitagmorgen zwei Engländer festgenommen, die zahlreiche Mobiltelefone geklaut haben sollen, während die Rockfans vor den Bühnen feierten. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang, weil alle Männer schwedische Kronen in großen Mengen bei sich hatten. In Schweden habe gerade ebenfalls ein großes Rock-Festival stattgefunden, teilte ein Sprecher der Nürnberger Polizei am Samstag mit.

Mit Betrügern hatten auch 230 Festivalbesucher in der Eifel zu tun: Sie hatten im Internet falsche Tickets gekauft. Dennoch hat der Veranstalter ihnen wegen der zum Teil weiten Anreise die Möglichkeit gegeben, ein neues Originalticket zu kaufen.

Viel zu tun, aber keine gravierenden Vorfälle: So könnten auch die Rock-am-Ring-Bilanz des DRK zusammengefasst werden, das die gesamte Festivalwoche über mit 1100 Einsatzkräften vor Ort war. Während Spitzenzeiten mit rund 370 pro Schicht. Laut Sprecher Thorsten Trütgen werden in diesem Jahr 7500 Einsätze zusammenkommen. In Spitzenjahren waren das auch schon 1000 mehr. Lebensgefährliche Verletzungen trug laut Trütgen aber bis Sonntagnachmittag keiner der rund 100000 Festivalbesucher und Camper davon. Trütgen: "Von den 600 Leuten, die wir in Krankenhäuser gebracht haben, waren 590 rasch wieder zurück auf dem Festival." Ansonsten ging es überwiegend darum, Sonnenbrände, dicke Knöchel, Blasen, Kopf- und Ohrenschmerzen zu behandeln. mh

Rock am Ring: Donner, gute Nachrichten und Vollgas mit Volbeat

Fans friedlich, kaum Unfälle, aber viele Handydiebstähle

Viele Sonnenbrände, aber keine größeren Einsätze für Helfer
Tops und Flopps

TOPS

Rock am Ring 2013: Ein friedliches Festival mit bestem Open-Air-Wetter, diziplinierten und zumeist gut gelaunten Gästen. Die Folge: kaum Zoff, kaum Staus bei der Anreise, keine tragischen Unfälle.

Wetter: So viel Sonnenschein ist für den Ring schon fast unglaublich. Da war es wichtig, dass am Samstagnachmitag doch noch ein kurzzeitige Gewitter für Abkühlung sorgte. Ansonsten hätte einem ja auch niemand geglaubt, dass man am Ring war. So ganz ohne matschige Klamotten.mh

FLOPPS:

Preise: Vier Euro für nen Becher Cola, Sprudel oder Bier sind heftig. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Hardcore-Fans zehn, zwölf Stunden vor der Bühne ausharren und ihren ergatterten Platz auch nicht verlassen, um ihre Idole hautnah mitzuerleben. Das geht an die Kondition und die Kohle.

Lineup: Seeed, The Prodigy, Green Day und Volbeat sind schon Bands, die ziehen. Aber dahinter wird die Luft doch arg dünn: Sportfreunde Stiller, Fettes Brot, Hurts oder Casper. Es ist wie im Fußball: Ohne topbesetzte Bank kann man zwar ein paar tolle Spiele hinlegen, für den ganz großen Titel, der auch im Gedächtnis bleibt, reicht es dann aber doch nicht. Zahlen, Daten, Fakten

Rock am Ring, Europas größtes Musikfestival, wartet auch in diesem Jahr mit Superlativen auf. Rund 80 Bands sorgen an drei Tagen auf drei Bühnen für Stimmung. Den rund 100000 Fans wird dabei mit insgesamt 500000 Watt Musikleistung eingeheizt. 100 Gerüstbauer haben für die Bühnen, Mixerplätze, Boxen- und Lichttürme 250 Tonnen Stahl verbaut. Damit Licht und Ton stimmen, mussten rund 13 Kilometer Kabel verlegt werden. Hinzu kommen 36 Kilometer Stromkabel. Und es ist Tag und Nacht Bewegung: 20 Bühnentrucks, 60 Bandtrucks und 100 Nightlinerbusse bringen Musiker, Medienleute und Material an die richtige Stelle, 50 Shuttlebusse die Fans rings um den Ring an ihren Wunschort. Für die Fans auf den 100 Hektar Zelt- und weiteren 100 Hektar Parkplätzen wurde ebenfalls eine wahnsinnige Logistik zur Verfügung gestellt. In Zahlen: 400 Duschen, fast 1200 Mobiltoiletten, 600 Wasserstellen, zehn Kilometer Wasserleitungen, 15 Kilometer Zaun und, und. und. mh

Volksfreund.de ist übers Wochenende live dabei und berichtet im Special unter volksfreund.de/rar .