1. Dossier

Fast alle sehen sich wieder

Fast alle sehen sich wieder

Alles beim Alten - beinah: Bei der Wahl zum Stadtrat Prüm haben sich kaum Veränderungen ergeben. Stärkste Fraktion bleibt die CDU mit 45,5 Prozent der abgegebenen Stimmen und zehn von insgesamt 22 Sitzen.

Prüm. Das "Weiter so", das die Prümer ihrer Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy (CDU) bei ihrer klaren Wiederwahl am Sonntag ins Aufgabenheft schrieben (TV von Montag), gilt im Wesentlichen auch für den Stadtrat: Nach Auszählung aller Stimmen ergeben sich nur zwei Veränderungen in der Verteilung der 22 Sitze.
Mit 45,5 Prozent der abgegebenen Stimmen bleiben die Christdemokraten vorn, wenn es auch nicht für eine absolute Mehrheit reicht. Dafür gewann die Partei im Vergleich zu 2009 noch 2,1 Prozentpunkte hinzu - und einen Sitz zurück, den man damals hatte abgeben müssen: Zehn sind es in der neuen Legislaturperiode.
"Ich denke, wir haben eine gute Mannschaft aufgebaut", sagt Franz-Josef Keilen, der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbands. Vor allem viele junge Kandidaten hätten es auf Anhieb in den Rat geschafft. "Aber man muss auch klar sagen, dass unsere Partei stark von der Bürgermeisterin erntet, das ist eindeutig: Sie ist das Zugpferd bei uns."
Es gelte jetzt, die anstehenden Aufgaben anzugehen und dabei, wie Keilen sagt, "fraktionsübergreifend und vertrauensvoll mit den anderen Gruppierungen zusammenzuarbeiten" - vom Umbau des Hahnplatzes bis zu den Straßenausbauten in der Hillstraße und auf der Dausfelder Höhe.
Die zweitstärkste Fraktion stellt weiter die Wählergruppe Kleis - mit 22,66 Prozent der Stimmen. Allerdings verlor die Liste 4,6 Prozentpunkte und eines ihrer bisher sechs Mandate. "So richtig verstehen kann ich es nicht. Wir hatten ein starkes Angebot, aber das muss der Wähler dann auch honorieren", sagt der Vorsitzende Dirk Kleis. Seine Vermutung: "Wir haben in den Ortsteilen sehr stark verloren, weil wir dort kein Kandidaten-Angebot hatten. Ein weiterer Grund ist für mich die erschreckend geringe Wahlbeteiligung von unter 50 Prozent. Und die dritte vorsichtige Analyse ist vielleicht der Trend im Kreis - dass da die Freien auch verloren haben, und dass sich das auch auf die Freie Liste im Stadtrat übertragen hat."
Rang drei belegen die Sozialdemokraten in der Abteistadt, mit minimalem Zugewinn (16,34 Prozent, 2009 waren es 16,2 Prozent). Sie behalten ihre vier Sitze wie bisher. "Ich hätte mir einen Platz mehr erhofft, dann hätten wir vielleicht etwas mehr bewirken können", sagt Markus Fischbach. "Aber man ist ja auch froh, wenn man die Ergebnisse halten kann. Es ist natürlich schwer, der CDU etwas abzuknabbern. Aber vom Grundsatz bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Es gibt keine absolute Mehrheit, von daher müssen wir zusammenarbeiten. Und das haben wir in den letzten Jahren ja auch gemacht." Beispiel: der große Konsens beim Hahnplatz. "Da wird auch keiner später hingehen und den für sich allein proklamieren. Das haben wir gemeinsam geschafft."
Knapp hinter der SPD landete die Prümer Bürgerbewegung mit 15,43 Prozent - ein Zugewinn von 2,3 Prozentpunkten. Die PBB hat damit weiterhin drei Sitze im Rat: "Wir haben, wenn man das so sagen darf, im Kleinen den größten Stimmenzuwachs gehabt. Mich freut das sehr", sagt der Vorsitzende Johannes Reuschen. "Uns haben nur 0,7 Prozent zum vierten Sitz gefehlt. Das ist eine schöne Entwicklung für unsere kleine Gruppe."
Die Fraktionen im neuen Stadtrat:
CDU: Mathilde Weinandy, Gaby Bretz, Franz-Josef Keilen, Julia Peter, Herbert Berens-Knauf, Alwin Spoo, Horst Follmann, Johannes Kuhl, Dieter Nahrings, Harald Valentin. SPD: Markus Fischbach, Bernd Weinbrenner, Paula Sonnen, Bodo Hiltawski. Wählergruppe Kleis: Dirk Kleis, Erich Reichertz, Monika Rolef, Stefan Ebbertz, Stefan Maselter. Prümer Bürger-Bewegung: Johannes Reuschen, Norbert Baur, Julia Hermans.Meinung

Bloß nicht triumphieren
Die einzige nennenswerte Veränderung im Rat der Stadt Prüm sind die Verluste der Liste Kleis - und die sind kaum zu verstehen, wenn man die bisherige, stets auf sachlicher Argumentation basierende Arbeit der Wählergruppe betrachtet. Das mag dem weiteren Erstarken der CDU in Stadt und Verbandsgemeinde geschuldet sein - und dem Umstand, dass erfolgreiche und in Prüm meist fraktionsübergreifend beschlossene Politik vor allem denen zugeschrieben wird, die vorne stehen. Die Prümer haben zusammen viel erreicht - und noch einiges vor, nicht nur am Hahnplatz. Dass die stärkste Partei mit der Stadtbürgermeisterin in ihren Reihen dennoch nicht jubelnd triumphiert, sondern auf Gemeinsamkeit setzen will, ist jedenfalls ein gutes Zeichen. fp.linden@volksfreund.de