Fast immer guter Laune

Heide Pönnighaus will es noch einmal wissen. Vor fünf Jahren wurde sie zur Stadtbürgermeisterin von Traben-Trarbach gewählt. Am 7. Juni tritt sie erneut an. Wir haben sie zu Hause besucht und mit ihr auch über private Dinge gesprochen.

 Liest gerne gute Literatur: In ihrer eng bemessenen Freizeit nimmt Heide Pönnighaus oft ein Buch in die Hand. TV-Foto: Winfried Simon

Liest gerne gute Literatur: In ihrer eng bemessenen Freizeit nimmt Heide Pönnighaus oft ein Buch in die Hand. TV-Foto: Winfried Simon

Traben-Trarbach. Das Wohnzimmer ist noch unaufgeräumt, deshalb sitzen wir in dem hellen und modern eingerichteten Büro. Die "Unordnung" in der "guten Stube" der Pönnighaus ist aber eher sympathischer Natur. Denn auf dem Boden verstreut liegen etliche Spielsachen, die einer der Enkel am Abend zuvor dort hinterlassen hat.

Heide Pönnighaus ist ein Familienmensch. Ihre sechs Enkelkinder, vier davon wohnen in Traben-Trarbach, sind ihre liebste Freizeitbeschäftigung. Auch im Urlaub hat sie gerne ihre Kinder und Enkelkinder um sich - kein Wunder also, dass gelegentlich die ganze "Sippe" oder ein Teil von ihr gemeinsame Ferientage verbringt.

Freizeit - dieses Wort hat seit ihrer Wahl vor fünf Jahren eine andere Bedeutung bekommen. Viel seltener ist sie seitdem zu Hause, viel seltener ist sie allein nur für sich. In der Regel hilft sie vormittags in der Gemeinschafts-Zahnarztpraxis ihres Mannes und kümmert sich mittags und abends um den "Bürgermeister-Job". Und wenn sie mal einen freien Abend, einen freien Samstag oder Sonntag hat, nimmt sie fast immer ein gutes Buch zur Hand. Ihr kleine Privatbibliothek ist bestückt mit anspruchsvoller Literatur - dort stehen Bände von Thomas Mann, Günter Grass, Isabell Allende, um nur einige wenige große Schriftsteller zu nennen. Zurzeit liest sie den Wenderoman "Der Turm" von Uwe Tellkamp. Keine leichte Kost, und nicht unbedingt zur reinen Entspannung geeignet. Doch die pure Entspannung oder gar Müßiggang liegen Heide Pönnighaus sowieso nicht. Sie wirkt leicht ungeduldig, ist immer "in Action", dabei aber stets hellwach und vor allem - fast immer guter Laune.

Natürlich bringt das Amt ihr so manchen Ärger. Und sie muss mit Kritik leben. Ihre Lebensfreude lässt sie sich aber nicht nehmen. Dabei hilft ihr auch der christliche Glaube, sagt die 62-Jährige. Morgens und abends liest sie in der Bibel. Sicher sei sie auch verletzlich, sagt sie. Aber sie könne mit Kritik ganz gut umgehen. Und sie könne, wenn es sein müsse, auch austeilen.

Dass sie diesmal für die CDU kandidiert, hat ihr bei vielen Bürgern der Stadt Kritik eingebracht. Das sieht sie aber nüchtern und pragmatisch. Pönnighaus: "Wenn man etwas bewegen will, braucht man Mehrheiten." Ihre Entscheidung zu einer erneuten Kandidatur sei ihr keineswegs leicht gefallen. Ausschlaggebend sei auch gewesen, dass ihr Ehemann hinter ihre stehe und "das Amt mittrage".

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