Eine Stadt treibt es bunt

Helau und Altjoh: 30 Wagen und Fußgruppen ziehen beim Rosensonntagsumzug durch Bitburg und bieten gut eineinhalb Stunden Programm. 10 000 Narren säumen die Zugstrecke und sammeln, was die Taschen halten.

Bitburg. Adel verpflichtet: Mit Wurfmaterial für mehr als 6000 Euro haben die Freunde der Bütt ihr Prinzenpaar Norbert I. und ihre Lieblichkeit Patricia I. sowie die Kinderprinzen Lina I. und Noah I. ausgerüstet. Ob Gummibärchen und Popcorn für die Süßen oder Chips für alle, denen eher das Herzhafte liegt: Da ist für jeden Geschmack was dabei. "Mir tun die Arme schon ein bisschen weh", sagt Prinzessin Patricia I. ganz volksnah, während sie hoch oben auf dem Wagen wirft und wirft und wirft. Aber sie strahlt. "Das ist so toll, dass so viele Leute hier sind", freut sich Patricia I.. Zusammen mit ihrem Prinzen thront sie hoch oben auf dem Wagen, der 2011 erstmals durch die Gassen gerollt ist: die Stadthalle in Miniaturausgabe - wobei Miniatur bei dem mehr als zwei Meter hohen Gefährt etwas untertrieben ist.
Und weil Patricia Prinzessin aus Überzeugung ist, gibt es bei ihr auch Krönchen fürs ganze Volk, die sie auf die Narren am Straßenrand regnen lässt. Und kleine Saxophone. Schließlich ist das Prinzenpaar ein Musikerpaar. Vor allem junge Leute feiern auf den 30 Wagen. Jenseits der Bitburger Vereine - etwa die Frauen vom FC Bitburg als Piraten; Motto: "Wir lichten den Anker erst in der Regionalliga" - kommen die Wagen aus dem ganzen Südkreis von Badem über Muxerath bis Idesheim. Die Motive reichen von Vampiren bei der KG Saufbereit über Super Mario beim KV Hochprozentig bis zu den Simsons bei der KG Vollbreit. Und die Namen sind dabei durchaus Programm. Lokale oder politische Motive gibt es keine. Das tut der Stimmung aber keinen Abbruch: Mehr als 10 000 Narren, die meisten verkleidet, stehen mit Tüten und Schirmen ausgerüstet bereit: kleine Hexen, Cowboys, Vampire, Bären, Krokodile und jede Menge Pippi Langstrumpfs. Und sie alle sollen nicht leer ausgehen.
Für Marschmusik sorgen die Musiker aus Bitburg und Mötsch. Zwischen "Schau mir in die Augen" und "Ja, wenn das Trömmelche geht" dreht sich auch das rote Pferd einige Mal um. Nach gut eineinhalb Stunden ist auch der letzte Wagen vorbeigerollt. Und die rund 50 Hilfskräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Technischem Hilfswerk packen ein, während in Bitburgs Gaststätten noch weiter gefeiert wird, bis Schatzi weit mehr als ein Foto verschenkt hat. scho