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Da haben sich Bitburgs Möhnen was Schönes ausgedacht: Feinste  Näharbeit haben sie zum Sturm aufs Rathaus mitgebracht. Und damit ganz entzückt, Stadt-Chef Kandels beglückt. Ja, sind die denn verrückt?! Die Revolution ist jedenfalls geglückt.

Weiberdonnerstag : Des Bürgermeisters grandiose neue Unterhose

Da haben sich Bitburgs Möhnen was Schönes ausgedacht: Feinste  Näharbeit haben sie zum Sturm aufs Rathaus mitgebracht. Und damit ganz entzückt, Stadt-Chef Kandels beglückt. Ja, sind die denn verrückt?! Die Revolution ist jedenfalls geglückt.

Schönheit muss sein, sagen sich Bitburgs Weiber ganz hell und sind dann noch mal schnell in den Friseursalon rein. Ein Sekt, zwei oder drei helfen natürlich auch dabei. Ganz schrecklich fein, geht’s dann noch in die Metzgerei rein. Die Damen lassen wirklich nichts aus. Draußen locken ihre Musikanten die Leute aus dem Haus.

Keine Frage: So ein Machtwechsel braucht Kraft. Als die Möhnen zum Rathaus schunkeln, stehen sie voll im Saft. Die Stunde des Machtwechsels naht, die närrische Beute hat sich schon zusammengeschart.

Die Weiber können auf sie bauen: Hunderte Narren kommen zum Zuschauen. Foto: Dagmar Schommer

Revolutionsmusik erklingt, die Gemeinschaft singt und das Wahrzeichen, die große Unterhose blinkt. Siegesgewiss bahnen sich die dynamischen Damen ihren Weg – doch der Bürgermeister pflegt sich ja vorzubereiten und lässt durch Gangster-Rapper Ringelstein Angst und Schrecken verbreiten.

Ohne Furcht und Tadel: Hier kommt Bitburgs närrischer Adel. Foto: Dagmar Schommer

Das Rathaus wird vom amerikanischen Militär bewacht, aber wäre doch gelacht, wenn es den tollkühnen Weiber nicht auch noch gelingt, dass so gar halb Amerika „Fastnacht first“ mit ihnen singt. Man muss nur wissen wie es geht, bis die große Unterhose wieder vom Maste weht. Doch bis dahin gibt’s noch genug zu tun. Keine Zeit für die Weiber sich auszuruhn’.

Passt wie angegossen. Die Weiber haben den Anblick genossen. Foto: Dagmar Schommer

„Seek, attack, destroy“, gibt Kandels seinen Soldaten als Losung aus. Da traut er sich erstmals selbst aus dem Haus. Den Englisch-Käu nehmen die Weiber gelassen, sie sind stark und zahlreich – die Amis können es nicht fassen.

Mit dabei, ist doch klar: die Freunde der Bütt und das Kinderprinzenpaar. Foto: TV/Dagmar Schommer

Doch so leicht gibt sich auch nicht der Bürgermeister geschlagen. Er hat schon vor Tagen einen Parcours vorbereitet, durch den er nun die Möhnen leitet. Sie müssen Eierlaufen und Ringe schmeißen. Das tut die Damen nicht vom Hocker reißen. Müde lächeln sie, denn sie ahnen wie die Sache auch diesmal ausgehen wird. Egal, wie viel der Bürgermeister nun durchs Mikro röhrt. „Dosiert euren Schweiß, ins Rathaus kommt ihr nur mit Fleiß“, lässt Kandels sie wissen. Doch die Damen sind erfahren und gerissen.

Feinste Handarbeit macht sich nun um die Beine des Stadt-Chefs breit. Foto: Dagmar Schommer

Sie haben längst rausgefunden, wie sie unumwunden den Schlüssel schnell bekommen. „Amerika first“, die Amis werden eingenommen. Mit Schirm, Charme und geballter Frauen-Power legen sie sich vor dem Rathaus auf die Lauer.

Gute Musik muss sein: Nur im Schunkeltakt ist Fastnacht fein. Foto: Dagmar Schommer

„I thought there is just one“, sagt einer vom Militär. Der hat sich offenbar vertan. Oh, ihr Jungen, das wird schwer. Mit vollem Einsatz geht’s für die Frauen dann ratzfatz: Schon ist der Schlüssel in ihrer Hand, Militär und Stadt-Chef starren gebannt – was wohl als Nächstes passiert?

So schön: Wenn zwei Clowns sich wiedersehn’. Foto: Dagmar Schommer

Jetzt wird der Bürgermeister dressiert. Der bekommt, ist das nicht fein: eine riesige Unterhose. Passt er da wohl rein? Wie angegossen steht ihm das Ding. Die Narrenschar bildet entzückt einen Ring. Von nun an wird geschunkelt und gelacht, bis die Schwarte kracht. Die Stadtmannschaft lässt sich nicht lumpen, im Rathaussaal gibt es den Sekt aus großen Humpen. Gebäck und Musik dazu: Jetzt kommt keiner mehr zur Ruh’.

Fette Krawatten-Beute: immer diese Weiberleute... Foto: Dagmar Schommer

Bis das hier zu Ende geht, hat sich das rote Pferd noch paar Mal umgedreht und der treue Husar bestellt bei Pizza Wundaba. Und ob Schatzi dir dann ein Foto schenkt oder auch nicht, macht auf längere Sicht, auch keinen Unterschied. Sing doch lieber das Lied von echten Fründen oder rot-rot roten Rosen und tanze wild im Zeichen der große Unterhose.

Bitburg und das ganze Land sind fest in Narrenhand. Seid alle froh und übt den Schlachtruf Bebursch Aljoh!