Der Zug zieht oft nicht mehr

Der Kreis der Gemeinden im Konzer Land, die ab sofort nur alle zwei Jahre einen Fastnachtsumzug veranstalten wollen, wird größer. Im Konzer Tälchen, Oberbillig und Kanzem gibt es in diesem Jahr keinen großen Trubel auf den Straßen.

Konz. Einigen Narren im Konzer Land geht offenbar langsam die Puste aus. Sowohl im Tälchen als auch in Kanzem und in Oberbillig fallen in diesem Jahr die Karnevalsumzüge aus. Die Ursachen laufen auf eines hinaus: Das Interesse an dem närrischen Treiben rund um Rosenmontag lässt nach. Martin Jakobs, Vorsitzender des "Tälchen Karneval", macht dafür vor allem den Zeitfaktor verantwortlich. "Die Aktiven haben keine Zeit mehr, sich zu treffen", sagt er. Viele müssten bis spät abends und am Wochenende arbeiten. In den Vorjahren bildeten laut Jakobs knapp 20 Gruppen den Zug durchs Tälchen. Nun soll er alle zwei Jahre stattfinden.

Organisation ist mit viel Aufwand verbunden



Den gleichen Rhythmus streben auch die Ortsvereine in Oberbillig an. Sie haben bislang den Zug veranstaltet. Doch jetzt: "Die Arbeit ist an wenigen Mitgliedern hängengeblieben", sagt Volker Berens. In einer gemeinsamen Versammlung wurde zuletzt beschlossen, alle zwei Jahre den Zug ziehen zu lassen. "Natürlich sind nicht alle damit glücklich", sagt Berens, erinnert aber daran, dass die Organisation mit viel Aufwand verbunden sei. Zuletzt waren es etwa zehn kreative Gruppen, die mit ausgefallenen und bunten Kostümen den Zug gestalteten.

Eine ähnliche Situation ist derzeit in Kanzem vorzufinden. "Wir machen mal eine Pause", sagt Bernhard Kohr, Vorsitzender des Kanzemer Heimat- und Verkehrsvereins. Er berichtet, dass es in diesem Jahr drei Wagen weniger gebe. Bei sonst üblichen vier Wagen und sechs Fußgruppen ergebe das nur einen winzigen Zug. "Für nächstes Jahr haben wir wieder einen geplant", sagt Kohr.

Der Umzug in Konz gehört offenbar zu den Gewinnern aus der Misere in den umliegenden Ortschaften. "Unser Zug wird größer als in den Jahren zuvor", sagt Organisator Achim Rohn. Diesmal hätten sich zusätzliche Teilnehmer aus dem Tälchen und Kommlingen angemeldet. Sonst haben etwa 25 Gruppen - meist bestehend aus Mitgliedern einiger Vereine und Gewerbetreibenden - mitgemacht, jetzt rechnet Rohn mit mehr als 30.

Wie viele Teilnehmer diesmal bei einem der längsten und spätesten Züge in der Verbandsgemeinde, in Oberemmel, dabei sind, kann Petra Schmitt, Vorsitzende des Vereins ECC Oberemmel noch nicht genau sagen. "Die Anmeldungen aus anderen Orten kommen sehr kurzfristig", sagt sie.

Recht stabil stellt Thorsten Adam, Vorsitzender des Karnevals-Clubs "O Mamo-Pabo" Wasserliesch, die Lage in der Obermosel-Gemeinde dar. "Bei uns läuft der Zug", stellt er klar. Und auch die Zahl der 300 Vereinsmitglieder bewege sich auf einem soliden Niveau.

Weiteres Problem: Kaum Platz für Wagenbau



"Wir sind wild entschlossen zu gehen", sagt Detlef Müller Greis, Vorsitzender im Könener Karnevalsverein "Riet-Rous". Die Länge des Umzugs sei noch unbekannt. Er gehe aber von einem ähnlichen Umfang wie in den Vorjahren aus. "Immer noch mit viel Begeisterung" seien die Nitteler Narren bei der Sache, sagt Alfred Becker vom Karnevalsverein "Naischnotz". Er macht allerdings auf das Problem aufmerksam, dass die Aktiven kaum mehr Unterstellmöglichkeiten für ihre Wagenbauten finden.

Zu den Gemeinden, die einen Zwei-Jahres-Rhythmus bei ihren Umzügen haben, zählen Tawern, Pellingen und Wiltingen. Ihr Tenor: "Es hat sich bewährt", sagen Karin Annen von der "KG Pellinger Krääscherten", Thomas Bohn von der Reblaus Wiltingen und Thomas Koltes vom "CC Rot-Weiß" Tawern. So seien die Aktiven und die Zuschauer motivierter, am Zug teilzunehmen. Ohne eigenen Fastnachtsumzug müssen die Orte Wellen, Wawern, Temmels und Onsdorf auskommen.