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Die Helfer sind da, die Akteure fehlen

Die Helfer sind da, die Akteure fehlen

Dem Farschweilerer Karnevalsverein Heibutzer Kuckuck sind die Akteure für die Session ausgegangen. Die Fastnacht wird sich in einer deutlich abgespeckten Version präsentieren. Statt zweier großer Galasitzungen setzt der Verein in diesem Jahr auf einen bunten Abend. Nach wie vor erhalten bleibt die Kinderfastnacht.

Farschweiler. "Ohne euch sind die Karnevalsveranstaltungen 2015 verloren. Bitte seid da!" So lauten die letzten beiden Sätze, mit denen der Farschweilerer Karnevalsverein Heibutzer Kuckuck auf Plakaten im Dorfund über die Internetplattform Face-book zur Beteiligung an der örtlichen Fastnacht aufgerufen hatte. Dieser Einladung ins Bürgerhaus sind rund zwei Dutzend Interessierte gefolgt. Dennoch wird sich die aktuelle Session in Farschweiler in deutlich abgespeckter Variante zu den Vorjahren präsentieren. Hintergrund: Bei den Vorstandsneuwahlen im Oktober 2014 ist der Posten des Schriftführers unbesetzt geblieben. Auch bei der nach gesetzlicher Vorschrift sechs Wochen später einzuberufenden Dringlichkeitssitzung hatte sich niemand gefunden, der den Vereinsvorstand vervollständigen wollte, sagt Daniel Heinz. "Ganze fünf Personen kamen zu dieser zweiten Sitzung", sagt er. "An diesem Punkt ist meine anfängliche Enttäuschung schon fast in Wut umgeschlagen. Das tut schon weh. Die beiden Personen, die immer die meiste Arbeit mit der Fastnacht hatten, wollten sich in diesem Jahr mal zurückziehen", sagt er. Seit Jahren bleibe der größte Teil der Arbeit an Ortsbürgermeisterin Silke Bigge und ihm hängen. Aufbau, Abbau, Schlussschichten, die Animation der Akteure, sich doch am Karneval zu beteiligen und so weiter", berichtet er. "Die ganze Organisation und Hintergrundarbeit hätte einfach viel besser aufgeteilt werden müssen. Noch dazu habe ich auch schon mal bis zu drei Vorträge an einem Abend selbst gehalten. Irgendwann sind einfach auch mal andere dran", sagt er. Und Silke Bigge bestätigt: "Es ist unheimlich schwer, da neue Leute mit reinzubringen. Keiner will sich der Verantwortung in der Vorstandsarbeit stellen", bedauert sie. Allem Ärger und Unverständnis zum Trotz sagt Daniel Heinz: "Auch wenn wir es in diesem Jahr nicht mehr schaffen, zwei große Galasitzungen auf die Beine zu stellen, haben wir unser vorläufig wichtigstes Ziel am Sonntagabend erreicht. Den Erhalt unseres Kinderkarnevals." Es sei wichtig, dass die Kinder der vier Garden nicht monatelang umsonst für ihren Auftritt trainiert haben. Deshalb wird es statt zwei Kappensitzungen in diesem Jahr einen bunten Abend in Farschweiler geben. "Vielleicht sind sogar ein oder zwei Büttenredner mit dabei", sagt er. Die 25 Interessierten, die an diesem letzten Treffen zur Rettung des Karnevals teilgenommen hatten, lassen ihn hoffen: "Im Sommer, wenn das hier alles mal verdaut ist, werden wir uns wieder zusammensetzen. Erstes und oberstes Ziel wird es dann sein, einen kompletten Vorstand zusammenzubekommen."Meinung

Lachen mit den NachbarnWas bei den Fußballvereinen schon seit Jahren Normalität ist, ist bei vielen Karnevalsvereinen eher noch die Ausnahme: Anstatt als Einzelkämpfer in Schönheit zu sterben, üben viele Sporttreibende Vereine den Schulterschluss und bilden Spielgemeinschaften. Spaßgemeinschaften der Karnevalsvereine sind bisher eher die Ausnahme. Warum eigentlich? Warum tun sich nicht öfter Karnevalisten aus mehreren Orten zusammen, um gemeinsam eine Kappensitzung auf die Beine zu stellen? So wie es beispielsweise in der Pfarrei Schöndorf praktiziert wird. Der guten Laune tut es sicher keinen Abbruch, wenn ein Redner aus der Nachbargemeinde einen guten Witz erzählt. h.jansen@volksfreund.deExtra

52 Vereine in der Stadt Trier (18) sowie im Landkreis Trier-Saarburg (34) sind im Bezirksverband der Rheinischen Karnevals Kooperationen (RKK) organisiert. Bezirksvorsitzender Albert Goldau spricht von immer größer werdenden Problemen für die Vereine. "Es lohnt sich immer weniger, Sitzungen zu organisieren", sagt er. Grund dafür seien die ständig steigenden Kosten. Auch die Länge der jeweiligen Session mache in diesem Jahr den Veranstaltern zu schaffen. Je kürzer die Karnevalszeit sei, desto weniger Besucher kämen zu den Veranstaltungen. Eine kurze Session führe dazu, dass sich viele Termine überschneiden würden. 2015 fällt Rosenmontag auf den 16. Februar. Im kommenden Jahr fällt der Termin auf den 8. Februar. har Extra

Der bunte Abend in Farschweiler findet am 7. Februar 2015 ab 20.11 Uhr im Bürgerhaus statt. Einlass ist ab 19 Uhr. Der Kinderkarneval startet am 8. Februar ab 15 Uhr, ebenfalls im Bürgerhaus. anf