Möhnen singen, bis die Gläser klingen: Bitburg und das ganze Land fest in Narrenhand (Mit Fotostrecke)
Bitburg · Atemlos im Zeichen der großen Unterhos’: Auch im strömenden Regen gelingt den Weibern der närrische Überfall. Ergebnis: 100 Prozent Frauenquote überall. Bitburgs Rathaus ist eingenommen. Ein paar Hundert Narren sind den Möhnen bei der Schlacht um die Macht zu Hilfe gekommen. Wetter hin oder her – nehmt das Leben nicht so schwer. Macht’ ein fröhliches Gesicht: Hier kommt, exklusiv, unser Weibergedicht.
Die Frisur sitzt, das Wetter hält. In Strömen regnet es in der Narrenwelt. Ohne Unterlass. Auch die Revolutionstruppe wird klatschnass. "Wir haben uns wohl nicht gut geschickt", mutmaßt eine der Möhnen ganz geknickt. Davon unbenommen, der Plan steht fest: Heute geben die Weiber den Machthabern den Rest. Also nix wie raus beim Friseur, auch wenn der - ganz Charmeur -, versucht die Damen mit Sekt abzulenken. Die Revolutionstruppe hat aber nichts zu verschenken. Die Zeit drängt, bis Obermöhn' Margot Hubert den Sturm aufs Rathaus lenkt.
Ohnehin: Schöner werden sie jetzt auch nicht mehr. Ist in dem Alter ja ohnehin schon schwer. Dann lieber noch schnell ein Abstecher in die Metzgerei. Da gibt es allerlei, was eine gute Grundlage schafft. Bevor es wieder heißt: Jetzt werden die Röcke gerafft, den Bürgermeister Kandels und seine Zinnsoldaten, das haben die Damen mit Schirm und Charme bis jetzt doch noch immer geschafft.
Nein, einfach macht es ihnen ihr Joachim, wie sie ihn nennen, auch diesmal nicht. Er nimmt das Weibervolk, kaum am Rathaus angekommen, gleich in die Pflicht. Singen sollen sie diesmal - wie die Nachtigallen so schön. Das sind ja mal ganz neue Tön'. Bei allem in der Welt: Noch nie hat jemand diese Girl-Group zum Singsang bestellt.
Zusammen mit seinem Beigeordneten Ringelstein - diesmal im 80er-Jahre-Outfit besonders fein - glaubt Kandels ahnungslos: Mit dem Gesangstest wird er die Weiber los. Doch die trällern gar nicht dumm einfach um den fehlenden Text herum. Wer weiß schon, wie es wirklich geht? Hauptsache, die Melodie mit dem ganzen Humberassasa steht.
"Ihr Möhnen zählt nicht zu den Schönen", hört man den Bürgermeister vom Fenster aus tönen. Doch das stachelt die Damen erst so richtig an. Mit Unterstützung von Kind, Kegel und Maus und Mann, singen sie was man von ihnen verlangt, bis ein mancher um die Qualität seines Gehöres bangt. Vom blauen Enzian bis Peter Kraus machen die Möhnen dem Stadtteam mit Fiesta Mexicana schnell den Garaus. Atemlos durch die Nacht: Sie singen unerschrocken, bis alles lacht. Keine Frage: Da wackelt Kandels' Macht.
"Kennt ihr euch mit Schlager aus, rücke ich den Schlüssel raus", hat der Bürgermeister gesagt - und die Sache dann aber noch mal vertagt. Den Schlüssel lässt er vom amerikanischen Militär bewachen, sollen die Möhnen doch gucken, was sie machen. Wie immer sind als transatlantische Bündnispartner die Soldaten von der Air Base Spangdahlem zur Hilfe angetreten. Aus Angst vor so viel Frauen-Power hat Kandels sie herbeigebeten.
Im Getümmel steckt der Lümmel
Die Möhnen kämpfen wie verrückt. Und zum großen Glück: Prinz Norbert I. mit seiner Lieblichkeit Partricia samt Hofkapelle und Freunde der Bütt sind zur Unterstützung da. Na dann: Nix wie ran an den Speck: Einer hievt die Möhne zum Fenster - doch der Ami hat flux den Schlüssel versteckt. Die ganze List und Tücke hilft ihm aber nicht. Er wäre der erste, der den erfahrenen Revolutionärrinnen entwicht.
Mitten im Getümmel, finden sie den Lümmel. Den Schlüssel ist er los. Nun geht's weiter im Zeichen der großen Unterhos'. Denn die flattert jetzt wieder am Rathaus-Mast. Und so gibt es ab nun keine Rast. Bitburg und das ganze Land - fest in Narrenhand.
Feiert mit und seid froh - am Sonntag geht in Bitburg der Zug. Bis dahin: Bebursch Altjoh! Und damit nicht genug: Das Volksfreund-Internet ist voller toller Bilder: Die stimmen selbst den größten Griesgram milder: