Fastnacht: Eine Familie im Karnevalsfieber

Fastnacht : Eine Familie im Karnevalsfieber

„Die Eifel und die Niederlande vereint die Dauner Narrenbande“ heißt es in diesem Jahr für die Narrenzunft der Kreisstadt. Ein Holländer und eine waschechte Daunerin haben das Regiment für die Session 2019/20 übernommen.

Alles begann bei der Kappensitzung der Karnevalsgesellschaft Mau Mau in Neunkirchen in der Session 2018. Aus einer Weinlaune heraus habe sie an diesem Abend mit ihrer Freundin Sabine Schleidweiler beschlossen, einmal als Prinzessin im Karneval unterwegs zu sein. „Sabine in Neunkirchen und wir in Daun“, sagt Corinna Steckenborn. Gesagt, getan: „Wir haben noch vor Ort mit den Vorsitzenden gesprochen und uns für die Session 2020 entschieden“, berichtet die 41-Jährige. Natürlich gemeinsam mit ihrem aus den Niederlanden stammenden Lebensgefährten.

So kam es, dass nun ein Holländer und eine waschechte Daunerin seit der Sessionseröffnung das Zepter über die Narren in Daun führen. Dementsprechend ziehen in dieser Session Corinna I. (Steckenborn) und Heineken I. (Erwin van‘t Slot) unter dem Motto „Die Eifel und die Niederlande vereint die Dauner Narrenbande“ durch die fünfte Jahreszeit.

Erwin van‘t Slot kam im Jahr 1990 nach Daun, arbeitete im früheren Dorint Hotel, heute Grafenwald, in der Küche und bekam dort seinen Namen Heineken. „Der damalige Küchenchef konnte sich seinen echten Namen, Erwin Gerardus Willem van‘t Slot einfach nicht merken und nannte ihn kurz Heineken“, erklärt Corinna Steckenborn.

Die beiden sind in Daun bekannt und seit fünf Jahren ein Paar. Die gemeinsame dreijährige Tochter Janneke wurde sozusagen schon als „Jeck“ geboren und zwar an einem 11.11. Natürlich ist die Kleine „schon mit der Geburt als Mitglied in die Dauner Narrenzunft aufgenommen worden“, sagt die Mutter. Die Ur-Daunerin weiß ebenfalls schon seit Kindertagen, wie man richtig Karneval feiert.

Kein Wunder, dass der Rest der Familie ihrem Beispiel folgt. Der 13-jährige Sohn Constantin aus erster Ehe und seine Schwester Cecilia (acht Jahre) sind als Kinderprinzenpaar ebenfalls in der diesjährigen Session aktiv und der älteste Sohn Fabian (15 Jahre) ist Sitzungspräsident beim Kinderkarneval. Cecilia tanzt außerdem schon seit ihrem dritten Lebensjahr in der Bambinigarde. Die Familie ist also gerüstet und bei so viel karnevalistischer Erfahrung sollte da auch nichts mehr schief gehen.

Auch wenn die Inhaber der Gaststätte „Wirtshaus Zu den Maaren“ in Gemünden gerade in der Sessionszeit viel unterwegs werden. „Unsere Küchenhilfen arbeiten mit einer kleineren Speisekarte und kommen damit gut klar“, sagt die Prinzessin. Zwar müsse das Schlachtfest, das zwei Mal jährlich traditionell stattfindet, dieses Mal an Karneval ausfallen, „aber ansonsten haben wir auf jeden Fall geöffnet“. Und das muss auch so sein, wird das Lokal am 1. Februar doch offiziell als Prinzenkneipe eingeweiht. „Normalerweise wird ja die Straße, in der das amtierende Prinzenpaar wohnt, zur Prinzengasse umbenannt. Wir haben uns für unser Lokal entschieden, dessen Name vorübergehend abgeändert wird“, freut sich die Daunerin.