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Für Trier soll's weiße Bälle regnen

Für Trier soll's weiße Bälle regnen

Seit seiner Inthronisation sputet Marc II. von Reddy frohgelaunt von Termin zu Termin. 250 Auftritte wird er bis Aschermittwoch abgewickelt haben. Im TV-Interview plaudert er aus dem Nähkästchen.

Trier. Auf dem Weg zur Halle am Bach in Trier-Süd hat TV-Mitarbeiterin Katja Bernardy den Chef der Trierer Narren erwischt und mit dem 47-Jährigen über Rosenmontag, hinderliche Pfunde, Terminmarathon und das unvergesslichste Erlebnis seiner Amtszeit gesprochen.Lieber Prinz Marc II. von Reddy, heute, an Rosenmontag, werden Ihnen Milljunen Trierer zujubeln. Worauf dürfen sich die Narren am Straßenrand besonders freuen?Prinz Marc II.: Heute wird es in Trier regnen, nicht in Form von Wasser, sondern in Trier wird es weiße Bälle regnen. Rund 8000 haben wir besorgt, eineinhalb Sattelschlepper voll. Zudem weitere Tonnen an Wurfmaterial: Bonbons, Schokoriegel in allen Variationen, Gummibärchen und Chips werden wir verteilen - alles Sachen, die ich selbst gerne esse (lacht).Apropos Süßes: In einem TV-Interview kurz vor Ihrer Inthronisation während der Gala der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK) hatten Sie verlauten lassen, dass Sie weder zu- noch abnehmen dürften, damit der Ornat noch passe. Passt er noch?Prinz Marc II.: Ja, er passt immer noch. Obwohl ich in den letzten Wochen durch die vielen Super-Frühstücke sicher hier und da ein Pfund dazubekommen habe. Ab Aschermittwoch werde ich ein paar Runden durch den Wald joggen. Aschermittwoch ist ein gutes Stichwort: Wie viele Termine werden Sie bis dahin absolviert haben?Prinz Marc II.: Rund 250. Allein an Weiberdonnerstag standen 20 Termine auf dem Programm. Aber ich hatte es mir alles noch schlimmer vorgestellt. Ich konnte an den meisten Tagen sogar drei bis vier Stunden täglich am Schreibtisch in meinem Küchenstudio sitzen und arbeiten. Ich muss sagen, Karnevalsprinz zu sein ist zwar Stress, aber angenehmer Stress. Es macht richtig viel Spaß.Sie stammen aus Daun, also nicht gerade aus einer Fastnachtshochburg, und hatten sich selbst als Karnevals-Quereinsteiger bezeichnet. Wie hat sich ihr Verhältnis zur fünften Jahreszeit verändert, seitdem Sie die Trierer Narren regieren?Prinz Marc II.: Karneval zu feiern, werde ich beibehalten. Jetzt weiß ich auch genau, wo welche Sitzung ist. Die Sitzungen bei der Karnevalsgesellschaft Heuschreck und bei den Wiewelern haben mich schon sehr beeindruckt. Ich werde mich im nächsten Jahr bei jedem Verein blicken lassen.Was wird Ihnen als unvergesslichstes Erlebnis in Erinnerung bleiben?Prinz Marc II.: Mit einem Gefolge von 150 Leuten einzumarschieren, ist schon ein tolles Gefühl - Gänsehaut pur. Und wenn man dann auf der vollen Bühne steht, die meist zu klein für alle ist, ist Spontaneität gefragt. Da kann man sich noch so viel zurechtgelegt haben. Auch die Besuche mit der Stadtgarde in Altenheimen und Kindergärten waren etwas Besonderes.Wann werden sie zum letzten Mal als Prinz Marc II. von Reddy unterwegs sein?Prinz Marc II.: Am 8. März in Wasserbillig. Und nach dem Heringsessen am Dienstagabend in der Halle am Bach werde ich mein Ornat erst einmal in die Ecke hängen, mich aufs Sofa setzen und die Beine hochlegen.Und wie geht es nach dem Ausruhen auf der Coach weiter? Planen Sie einen Urlaub?Prinz Marc II.: Die vergangenen Wochen waren mein Urlaub für dieses Jahr. Es ist viel Arbeit liegen geblieben, und ab Mittwoch werde ich in meinem Küchenstudio richtig Gas geben.Weshalb würden Sie sagen, hat sich Ihr Einsatz als Karnevalsprinz gelohnt?Prinz Marc II.: Ich habe in den vergangenen Wochen unwahrscheinlich viele Leute kennengelernt. Es sind sogar viele Freundschaften entstanden. Ich kann mich vor lauter Einladungen kaum noch retten. Mein Bekanntheitsgrad ist von null auf hundert gestiegen.