Hetzerather Karneval steht vor dem Aus

Hetzerather Karneval steht vor dem Aus

Für den Hetzerather Karneval ist es fünf vor zwölf. Findet die Hetzerather Carnevalsgesellschaft "hcg" 1975 keine externe Hilfe, fällt in diesem Jahr der Karneval flach. Eine Versammlung am Donnerstag ist die letzte Gelegenheit, das Ruder rumzureißen.

Hetzerath. (sys) Die Nachricht machte schnell die Runde im Dorf: Der Vorstand der Hetzerather Carnevalsgesellschaft "hcg" zog die Notbremse und sagte alle karnevalistischen Veranstaltungen ab. Die Begründung: Der Vorstand kann den Aufwand, der nötig ist, um die Feiern im Festzelt auszurichten, nicht alleine leisten. Trotz eines Aufrufs im Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde Wittlich-Land habe es keine Hilfsangebote gegeben, erklärt Georg Kastler. "Ihr habt es selbst in der Hand", richtet Kastler, der für ein Jahr die Hetzerather Carnevalsgesellschaft kommissarisch als stellvertretender Vorsitzender leitet, einen Aufruf an die Einwohner der Ortsgemeinde. Kastler hat auch einen konkreten Vorschlag, wie der Ort sein karnevalistisches Brauchtum erhalten kann: Wenn alle Vereine mit ins Boot stiegen, sei die Session zu schultern. Als Gegenleistung bietet Kastler die Unterstützung der "hcg" bei anderen Veranstaltungen an.

Allzu viel fehlt nicht, damit traditionsgemäß die beiden Sitzungen, die Möhnenfeier am Weiberdonnerstag, Kinderkarneval, Maskenball und Umzug über die Bühne gehen können: Es müssten sich zwanzig Menschen für die Thekendienste finden sowie jeweils acht Helfer, die das Zelt auf- und wieder abbauen.

Nach Kastlers Aussage geht es mit der "hcg" schon seit Jahren kontinuierlich bergab. Die Mitgliederzahl schrumpfte von 300 auf 60. Kastlers Erklärung: "Schlechtes Management". Der Verein sei "runtergewirtschaftet" worden. Im Vorstand sei das Engagement nur noch bei einer Handvoll Mitglieder vorhanden. Auch der Umzug vom Zelt in die Turnhalle im Jahr 2006 habe dem Hetzerather Karneval nicht gutgetan. Im vorigen Jahr wurden die Karnevalstage erstmals wieder im Festzelt gefeiert. "Es hat sich gezeigt, dass das ideal ist für unsere Veranstaltungen", resümiert Kastler den Erfolg der zurückliegenden Session. Dennoch habe er im vergangenen Jahr schon klar gemacht, dass Hilfe von außen nötig sei. Kommt sie, hat Kastler keine Bedenken: "Das kriegen wir noch alles hin."

Die "hcg" lädt für Donnerstag, 3. Februar, alle Interessierten zur Versammlung um 20 Uhr in die Pizzeria in der Bahnhofstraße ein.

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