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Fastnacht
Umzug in Lampaden: Trump fährt durch Oberochsenhausen

Der amerikanische Donald Trump gleich neben dem Lampadener Ortsbürgermeister Martin Marx – diese Kombination gibt es nur im Karneval. Ihr Dorf haben die Narren in Oberochsenhausen umgetauft.
Der amerikanische Donald Trump gleich neben dem Lampadener Ortsbürgermeister Martin Marx – diese Kombination gibt es nur im Karneval. Ihr Dorf haben die Narren in Oberochsenhausen umgetauft. FOTO: Hans Muth
Lampaden . Es ist ein Ereignis im Dorf, das nur alle fünf Jahre gefeiert wird. Der Fastnachtsumzug lockt am Sonntag rund 3000 Besucher nach Lampaden. Die Gemeindepolitik liefert einige Vorlagen für die 40 Motivwagen und Fußgruppen. Von Hans Muth

Der karnevalistische Ausnahmezustand erreicht den Hochwaldort Lampaden alle fünf Jahre. Dann zieht der große Fastnachtsumzug durchs Dorf und lockt regelmäßig mehrere Tausend Besucher an. So auch diesmal – obwohl das Wetter nicht ganz so einladend war und mancher Narr an der Strecke auf den Regenschirm nicht verzichten konnte.
Ein kleiner historischer Rückblick:
1959 begann man sich in Lampaden wieder an die fünfte Jahreszeit
zu erinnern, die in der Nachkriegszeit verständlicherweise in den
Hintergrund getreten war. Damals feierten die Lampadener Narren Fastnacht mit allem, was dazugehört: mit Umzug und Kappensitzung im heimischen Gasthaus. Die Begeisterung von Karnevalisten und Bürgern ging jedoch mit den Jahren immer mehr zurück. Es fand sich schließlich keine Örtlichkeit mehr für die Sitzung, der Bürgersaal war für solche Veranstaltungen zu klein. Versuche, dort trotzdem kleine familiäre Sitzungen abzuhalten, verliefen schnell im Sande.

Die Freude am närrischen Treiben bewahrten sich die Lampadener jedoch. Und seit 2003 gibt es nun wieder einen großen Fastnachtsumzug, der im Fünf-Jahres-Rhythmus startet und von Beginn an überzeugte. Am Sonntagnachmittag ab 14.11 Uhr säumten etwa 3000 Besucher die Dorfstraßen, während rund 40 Wagen und Fußgruppen aus Lampaden und den umliegenden Orten an ihnen vorbeizogen. Trotz der niedrigen Temperaturen und Regenschauer drängten sich die Massen am Dorfplatz und vor dem Bürgerhaus und versuchten, einen der Getränkestände zu erreichen, um sich zu erfrischen oder aufzuwärmen.

Viele Motivwagen waren aufwendig gestaltet und befassten sich mit aktuellen politischen Themen aus dem Dorf. Dazu hatte ihnen das vergangene Jahr jede Menge Vorlagen geliefert. „Herrlich und heilig“ stand an einem Gefährt neben den modellierten Köpfen des US-Präsidenten Donald Trump und des Lampadener Ortsbürgermeisters Martin Marx. Beide blickten hinab auf ein selbst gebasteltes Ortsschild, auf dem der Name Lampaden von den Narren kurzerhand in Oberochsenhausen umgeändert worden war.

„Gemeindetraktor wieder freckt“ war auf einem Wagen des örtlichen Sportvereins zu lesen – eine Anspielung auf einen Streit im Gemeinderat über den Umgang mit dem regelmäßig defekten Gemeindefahrzeug. Die Auseinandersetzung war mit ein Grund dafür, dass im Herbst sieben Mitglieder des Gemeinderats ihr Mandat zurückgegeben hatten (der TV berichtete). Auch die noch nicht abschließend geklärte Frage, ob im Ortsteil Obersehr die Kreisstraße mit oder ohne Fußweg ausgebaut werden soll, wurde thematisiert: „Wenn die Sehrer nichts berappen, kommt der Bürgersteig zum Klappen.“

Der ewig kaputte Gemeindetraktor ist ein Thema, das die Lampadener Narren auf ihren Motivwagen verarbeiten.
Der ewig kaputte Gemeindetraktor ist ein Thema, das die Lampadener Narren auf ihren Motivwagen verarbeiten. FOTO: Hans Muth