Fastnacht: Friede, Freiheit, Frohsinn

Fastnacht : Friede, Freiheit, Frohsinn

Der Karnevalsverein Ruck-Zuck Hermeskeil zelebriert die Flower-Power-Zeit mit mehr als 500 Narren in der Hochwaldhalle. So lustig der Abend ist – ein Urgestein kündigt seinen Rücktritt an.

Eine nicht enden ­wollende Schlange von Gardemädchen zieht in die Hochwaldhalle ein, umjubelt von über 500 begeisterten Fastnachtsfans des Karnevalvereins Ruck-Zuck in Hermeskeil. Am Ende der Schlange: die Majestäten des Kinderprinzenpaares, Jonas I. und Hanna I., sowie die großen Tollitäten Beate I. und Thomas II.

Eine bunte Flower-Power-Show folgt, mit vielen Tänzen, originellen Wortbeiträgen – und einer Ehrung: Heimat- und Kulturforscher Dittmar Lauer aus Kell wurde von Ruck Zuck mit dem Ehrenorden ausgezeichnet und zum Ehrensenator ernannt.

Der in Heimatgeschichte sehr Beflissene zückt eine Urkunde, die belegt, dass bereits 1891, also vor 127 Jahren, in Hermeskeil eine Karnevalsgesellschaft mit umfangreichen Aktivitäten gegründet wurde.

Zunächst ließ jedoch „Mr. Hart“, der Bauchredner aus dem saarländischen Wadern, seine Puppen lebendig werden. Sein Vogel legte sogar auf der Bühne ein Ei.

Das Kinderprinzenpaar hat einen Forderungskatalog mitgebracht: Das Recht für jedes Kind auf ein Haustier, auf Schulfrei am Geburtstag, auf zwei Sitze im Stadtrat und auf eine Freizeitanlage im Stadtpark mit Achterbahn bei freiem Eintritt für Kinder.

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Ein Urgestein der Ruck-Zuck-Bütt, „Käspitt“ Helmut Schmitt, kündigte seinen Rücktritt von der Narrenbühne an: „Elf Jahre in der Bütt’, das reicht.“ Doch noch einmal zog er so richtig vom Leder und drückte vor allem seine Enttäuschung über die hohe Politik aus, in der anscheinend nichts mehr funktioniere.

Bei der Schlüsselübergabe, dem Symbol der Macht, an das Prinzenpaar stellte Stadtbürgermeister Mathias Queck fest: „Ihr seid für Hermeskeil eine Zier. Die Stadt ist jetzt in aller Munde.“ Er und auch der Verbandsgemeindebürgermeister Michael Hülpes wollen trotz Entmachtung froh und heiter bleiben.

„Als Handwerker kommt man halt viel rum“, stellte „Klempner“ Edgar Winter fest und berichtete, es sei geplant, drei neue Irrenhäuser einzurichten, wobei die Gemeinde Kell komplett überdacht werde. Und der Unterschied zwischen dem Eiffelturm und Politikern sei der, dass beim Turm die dicksten Nieten unten sitzen.

Der große Höhepunkt der Prunk- und Galasitzung, durch die Erich Jacobi als Präsident führte, ist immer das Männerballett. Die Idee: Harte Jungs beim Militär treffen auf Blumenkinder, die fordern: Make Love, not War, etwa: Poppe, nett kloppe. Bei einer riesigen qualmenden „Tüte“ (Haschisch) vereinigen sich die beiden ungleichen Fraktionen und feiern gemeinsam die Hermeskeiler Fastnacht.

Es wirkten mit: Sitzungspräsident: Erich Jacobi; Gäste: Laura Marx und Fabienne Müller; Bauchredner Mr. Hart, Josef Faldey und Tobias Reinhard als Eineiige Zwillinge; Büttenredner: Dominik Winter und Björn Diemer als Müllmänner, Susanne und Lena Jacobi als Brigitte und Anita beim Friseur, Kurt und Steffi Müller als Nachrichtensprecher, Helmut ­Schmitt als Käspitt, Edgar Winter als Handwerker; Trainerinnen der Garden: Marie Hartig und Vanessa Haak (Bambinigarde), Marie Harti und Helena Feilen (Jugendgarde), Anna Haag (Juniorengarde), Helena Feilen und Franzi Zimmer (Prinzengarde), Birgit Haag (Männerballett), Nadja Lofy und Michelle Meurer (Showtanz), Eva Müller (Hofnarrentanz); Musik Duo Caprice

Foto: Herbert Thormeyer

Weitere Veranstaltungen: 10. Februar, ab 20.11 Uhr: Gaudi-Night, die ultimative Fastnachtsparty in der Hochwaldhalle Hermeskeil (Vorverkauf bei Haag Schmuck und Uhren); 12. Februar, ab 14.11 Uhr: Rosenmontagsumzug mit anschließender Rosenmontagsparty ab 16 Uhr in der Hochwaldhalle mit der Liveband Krachleder.

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