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Fastnacht
Narren übernehmen die Macht in Kell

Narren übernehmen die Macht in Kell am See FOTO: Trierischer Volksfreund / Christa Weber
Kell am See. Fusion hin oder her: Die Narren in Kell am See haben es sich nicht nehmen lassen, an Weiberdonnerstag ihr Rathaus zu erstürmen. Diesmal konzentrierte sich das Geschehen allerdings auf das Bürgerbüro im Flachbau nebenan. Einen Bürgermeister trafen die Karnevalisten dort zwar nicht an, aber eine gut vorbereitete Vertretung. Von Christa Weber
Christa Weber

Da VG-Chef Jürgen Dixius in Saarburg gebunden war und sich dort von den Möhnen den Schlips abschneiden ließ, stellte sich die VG-Beigeordnete Edith Rommelfanger den Narren in Kell am See. Die Karnevalisten aus Kell, Greimerath, Schillingen und Lampaden hatten es sich nicht nehmen lassen, zum Sturm aufs Rathaus anzusetzen. Diesmal konzentrierten sie sich allerdings auf das im Ort verbliebene Bürgerbüro im Flachbau nebenan, in dem sich seit kurzem auch die Touristinformation niedergelassen hat.

Mit weiblichem Charme wollten sich die Narren allerdings nicht bestechen lassen, das hatten sie schon im Vorfeld angekündigt. „Die Edith Rommelfanger stellen wir heute noch an den Pranger“, verkündete denn auch Prinzessin Michelle I. vom KC Callida Kell. Die Machtübernahme verlief dann aber doch ganz friedlich, den goldenen Schlüssel gab die Beigeordnete schnell her. Für ihre gereimte Rede, in der sie alle 13 Orte der ehemaligen Verbandsgemeinde Kell einbezog, erhielt sie Beifall und besonderes Lob vom Keller Ortsbürgermeister Markus Lehnen: „Toll gemacht! Da könnte sich so manch’ ein Bürgermeister eine Scheibe von abschneiden.“

Für die in Kell verbliebenen Mitarbeiter hatte Prinz Thorsten II. einen guten Ratschlag parat, damit sie ungestört mit den Narren feiern konnten: „Seid nicht dumm, stellt das Telefon doch einfach nach Saarburg um!“. Die Fusion mit der Nachbar-VG war auch beim Schillinger Ortschef Markus Franzen ein Thema. Er verkündete, man habe sich ja nur mit Saarburg zusammengeschlossen, weil es dort in der Verwaltung einen Aufzug gebe und die Keller es leid gewesen seien, die vielen Treppen in ihrem Rathaus rauf- und runterzulaufen. „Die Leute von der Verwaltung sind ja die einzigen, die lebenslang sitzen, ohne je verurteilt worden zu sein.“