| 17:18 Uhr

Zwei Rathaus-Erstürmungen, zwei Premieren und jede Menge Verstärkung

 Rathauserstürmung in Kell, links im Bild Verbandsbürgermeister Martin Alten
Rathauserstürmung in Kell, links im Bild Verbandsbürgermeister Martin Alten FOTO: Hans Muth
Hermeskeil/Kell am See. In den Rathäusern in Hermeskeil und Kell am See haben die Narren an Weiberdonnerstag die Macht an sich gerissen. Bis Aschermittwoch regieren nun die Prinzenpaare und ihr Gefolge in den Hochwaldgemeinden. Christa Weber

(cweb/hm) In Hermeskeil gab es gleich zwei Premieren bei der traditionsgemäßen Erstürmung der Verwaltungszentrale. Die amtierenden Majestäten Tobias I. und Stefanie I. zogen mit ungewohnt großem Gefolge in den Rathaussaal ein. Mit dabei waren diesmal auch Abordnungen aus Grimburg, Neuhütten und Beuren. "Karneval ist schließlich nicht nur in Hermeskeil, sondern wird überall in der Verbandsgemeinde gefeiert", begründete Jörg Hartig, Vorsitzender des KV Ruck-Zuck Hermeskeil, die Neuerung. Die gemeinsame Rathauserstürmung solle auch "für die nächsten Jahre so beibehalten" werden, kündigte der Vereinschef an.

Bei der Feier im Rathaussaal übernahm der erste Beigeordnete der Stadt, Willi Auler, die Regie in Sachen fastnachtliches Musikprogramm. Einige Verwaltungsmitarbeiter hatten sich wie Auler Arztkittel und OP-Haube übergezogen und traten gemeinsam als Rathausklinik auf. Besondere Aufmerksamkeit erhielten zwei Angestellte, die sich als Rudi VI. und Andrea I. vorstellten - "das erste und schönste Rathaus-Prinzenpaar".

Stadtbürgermeister Mathias Queck übergab ohne nennenswerte Gegenwehr den Stadtschlüssel und hörte die Warnung von Stefanie I.: "Das Lachen wird ihm schnell vergehen." Daraufhin konnte sich der Stadtchef den kleinen Seitenhieb nicht verkneifen, dass "am Mittwoch im Rathaus alles wieder schön aufgeräumt" sein sollte. Verbandsbürgermeister Michael Hülpes würdigte den ehrenamtlichen Einsatz der Karnevalisten: "Ich möchte mich herzlich bei allen bedanken, die diese Karnevalstradition mit viel Engagement aufrechterhalten."In Kell hatten sich Katharina I. und Michael V. traditionsgemäß Verstärkung mitgebracht. Dort gehört es schon länger zum guten Brauch, dass die karnevalistischen Vereine aus der Verbandsgemeinde gemeinsam an Weiberfastnacht das Rathaus stürmen. Auch der Nachwuchs, das Keller Kinderprinzenpaar Jonas Erz und Lisa Marie Lempges, hatte sichtlich Spaß daran, die Regentschaft von Bürgermeister Martin Alten an sich zu reißen. Der gab bereitwillig nach: "Bis Aschermittwoch habt ihr Narren das Sagen. Lasst es richtig krachen." In seine Rede streute Alten auch ein paar politische Anspielungen ein: "Das Rathaus wollt ihr wohl erstürmen, am besten werde ich jetzt türmen. Mit den Narren aus Hermeskeil hat es nicht geklappt. Ich glaube, die hätten auch gern den Schlüssel fürs Amt gehabt. Da hätte ich mich aber gewehrt, das könnt ihr mir glauben. Mit denen kann man sich in diesen Zeiten gar nichts mehr erlauben." Darauf gab es von den Anwesenden ein donnerndes "Kell - alaaf olé", "Greimerath - allez hopp", "Mannern - änen wie den annern" und Schillinger und Hedderter "Helau". Und ein Geburtstagsständchen für die langjährige Karnevalistin Jenny Eisenring aus Mandern war auch noch drin.