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Dr. Tobias Schreiber ist evangelischer Pfarrer in Thalfang

Kirche : Der Saarländer Tobias Schreiber ist evangelischer Pfarrer in Thalfang

Dr. Tobias Schreiber ist der neue evangelische Pfarrer in Thalfang. Mit dem Projekt „Gottesdienste on tour“ geht er auf Rundreise.

Pfarrstellen bleiben nach dem Ausscheiden eines Geistlichen oft unbesetzt, weil es zu wenige Menschen gibt, die einen religiösen Beruf ergreifen wollen. Anders in Thalfang. Dort ist der 36-jährige Dr. Tobias Schreiber Nachfolger von Winfrid Krause, der 2015 seine Tätigkeit als Pfarrer in Thalfang beendet hatte.

Sowohl die Gläubigen als auch Schreiber haben gewusst, was auf sie zukommt. Denn Schreiber hatte von 2017 bis 2019 bereits einen Probedienst in Thalfang absolviert. „Das war eine Kennlernzeit. Die Gemeinde konnte sich das vorstellen, ich konnte mir das vorstellen, es hat gepasst“, sagt er. Jetzt ist Schreiber Pfarrer für etwa 1430 Gläubige in 15 Gemeinden der Verbandsgemeinde Thalfang. Sechs weitere Orte der VG gehören zur evangelischen Gemeinde in Morbach.

Bei seiner Thalfanger Tätigkeit handelt es sich um eine 75-Prozent-Stelle. Um auf 100 Prozent zu kommen, unterstützt er seine Kollegin in Trier-Ehrang, hält dort einmal im Monat einen Gottesdienst und leitet dort den Seniorenkreis.

Wie hat sich der gebürtige Saarländer in Thalfang eingelebt? „Die Leute sind bodenständig und traditionsverbunden. Mit der Kirche stößt man auf viele offene Türen“, sagt er. Die Ortsbürgermeister unterstützten ihn und zeigten großes Entgegenkommen „Das ist nicht selbstverständlich.“ Denn auch die Kirche muss neue Wege gehen, um die Gläubigen zu erreichen.

In der Reihe „Gottesdienst on tour“ hat er bereits Messen in Dhron­ecken und Bäsch gefeiert. Mit Erfolg: Jedes Mal kamen mehr als hundert Gläubige. Was Schreiber die Arbeit erleichtert, ist der gute Zustand der Thalfanger Kirche, die in den vergangenen Jahren umfassend saniert wurde. „Den letzten Anstrich haben wir im Januar angebracht. Sie ist jetzt komplett fertig.“ So kann sich Schreiber auf seine Tätigkeit als Seelsorger und die Gemeindearbeit konzentrieren.

Nach der Vakanz der Stelle habe er grundlegende Dinge in geordnete Bahnen lenken müssen. „Das ist mir gut gelungen“, sagt er. In der zweiten Phase will er sich zu den Menschen bewegen und in den Orten Präsenz zeigen wie am Volkstrauertag. Zudem liegt Schreiber das jüdische Leben in Thalfang am Herzen. „Wir müssen die Gedenkkultur bewahren und die Erinnerung wachhalten“, sagt er. Das halte ich für entscheidend, auch in Anbetracht der aktuellen politischen Entwicklung.“

Statt im Pfarrhaus lebt er in einer Mietwohnung. Denn für den alleinstehenden Schreiber sei das Haus zu groß.

Was mag der Doktor für Theologie im Fach Kirchengeschichte neben seiner Arbeit als Pfarrer? Was sind seine Hobbys? Wandern geht Schreiber gerne, den ersten Abschnitt des Saar-Hunsrück-Steigs von Perl nach Morbach hat er vergangenes Jahr zurückgelegt. Dazu bemüht er sich, viel zu lesen. Neben Fachliteratur liest er gerne Science-Fiction-Bücher.

Und dann merkt man bei ihm den Saarländer: „Ich esse auch gerne. Wie wir im Saarland sagen: ,Hauptsach gut gess!’“