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Karnevalsverein Dreis reagiert auf Gewalt beim Rosenmontagszug 2015

Karnevalsverein Dreis reagiert auf Gewalt beim Rosenmontagszug 2015

Der Karnevalsverein Dreis hat bei den Planungen zum Rosenmontagsumzug auf die Gewaltausbrüche im vergangenen Jahr reagiert. Dieses Jahr sollen die Vereine beim Umzug selbst keinen Alkohol ausschenken. Der Vorplatz zur Dreyshalle soll umzäunt und überwacht werden.

Alkohol und Karneval - eine Kombination, die für viele Jugendliche untrennbar ist und immer wieder zu Problemen führt. Im vergangenen Jahr war die Feier nach dem Rosenmontagsumzug in Dreis dermaßen aus dem Ruder gelaufen, dass selbst Monate später noch das Amtsgericht in Wittlich über Körperverletzungen zu verhandeln hatte (der TV berichtete mehrfach). Ein Mitarbeiter einer Securityfirma sagte damals vor Gericht aus, dass er noch nie so viele gewaltbereite Menschen auf einmal gesehen habe.

Das hat den Vorsitzenden des Karnevalsvereins Dreis, Christoph Thieltges, nun zum Umdenken bewogen. Da es die Schlägereien nur auf dem Hallenvorplatz und nicht in der Dreyshalle selbst gab, soll der Vorplatz in diesem Jahr mit einem blickdichten Bauzaun umgeben und von einem Sicherheitsdienst überwacht werden.

In der Dreyshalle feiern die Karnevalisten traditionell eine große Party im Anschluss an den Umzug. Dieses Jahr spielt dort die Coverband "Cash Family" (siehe Extra). Der Eintritt wird dann ebenfalls schon auf dem Vorplatz fällig - nicht wie bisher erst am Halleneingang.

Thieltges rechnet dieses Jahr erneut mit mehr als 10.000 Gästen allein beim Rosenmontagsumzug. Da es bei so vielen Menschen immer zu Tumulten kommen könne, wendet sich Thieltges auch direkt an die teilnehmenden Vereine. In einer Informationsveranstaltung (siehe Extra) möchte er darum bitten, während des Umzugs selbst keinen Alkohol auszuschenken. Die Teilnahme an der Infoveranstaltung ist Pflicht, überprüfen lasse sich das Alkoholverbot dann aber nicht. Thieltges: "Dazu fehlen uns schlicht die Mitarbeiter." Daher appelliert Thieltges an die Vernunft der Narren: "Es ist schade, wenn eine friedliche Veranstaltung durch Alkohol in Verruf gerät." Der Karnevalsumzug in Dreis sei einer der größten Umzüge in der Region. "Und das soll auch so bleiben."

Extra

22. Januar, 19 Uhr: Kartenvorverkauf der Kappensitzung (Eintritt: acht Euro), Gasthaus Thieltges-Kronauer; Mittwoch, 27. Januar, 19 Uhr: Informationsveranstaltung für die Teilnehmer des Rosenmontagsumzugs, Dreyshalle; Sonntag, 31. Januar, 15.11 Uhr: Kinderkappensitzung, Dreyshalle; Samstag, 6. Februar, 20.11 Uhr: Kappensitzung, Dreyshalle; Sonntag, 7. Februar, 14.11 Uhr: Prinzenproklamation Prinz Matthias I., In der Füll, Dreis; Montag, 8. Februar, 14.11 Uhr: Großer Rosenmontagsumzug, anschließend buntes Narrentreiben in der Dreyshalle mit der Band "Cash Family", der Eintritt kostet fünf Euro; Dienstag, 9. Februar, 18.11 Uhr: Traditioneller Fastnachtsausklang in der Dreyshalle, um Mitternacht: Verbrennung der Fastnacht durch die Puppenträger. sek
Meinung

Der richtige Weg

Fastnacht feiern und Alkohol gehören für viele Menschen untrennbar zusammen, frei nach dem Motto: Fröhlich sein klappt nur mit viel Promille. Für einige scheint sogar das einzige Ziel während der närrischen Tage zu sein, möglichst oft, möglichst schnell, möglichst viel Alkohol zu konsumieren. Mit fatalen Folgen, denn häufig endet der überhöhte und vor allem unkontrollierte Alkoholkonsum im Krankenhaus oder in Gewalt. So geschehen auf dem Trierer Hauptmarkt vor vier Jahren, als Krankenhäuser und Sanitäter wegen der hohen Zahl besinnungslos Betrunkener im Dauereinsatz waren. Oder im vergangenen Jahr in Dreis, als es mehrere Schlägereien gab. Solche Extremsituationen ziehen – zu Recht – veränderte Konzepte mit Einschränkungen und Verboten nach sich. Denn die meist ehrenamtlichen Organisatoren müssen die Sicherheit aller in den Mittelpunkt stellen. Auch wenn es einen kleinen Wermutstropfen gibt: Unter den Einschränkungen leiden auch diejenigen, denen es wirklich nur ums (friedliche) Feiern der Fastnacht geht.