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Glitzernde Sterne, Windmühlen und Astronauten

Glitzernde Sterne, Windmühlen und Astronauten

Neuer Rekord beim Saarburger Nachtumzug: Insgesamt 15 000 Jecken haben am Samstagabend den Straßenrand zwischen Beurig und der Saarburger Innenstadt gesäumt. Die Zuschauer und Teilnehmer feierten friedlich bei frühlingshaften Temperaturen.

Saarburg. Fabian Theiß, der zweite Vorsitzende des Vereins Saarburger Fastnacht, macht sich bereit. Er klettert auf seinen Wagen, der zur Saarburg umgebaut wurde, greift sich das Mikrofon und ruft: "Saarburg, der Zug kommt. Saarburg Hau-Ruck!" Der Startschuss. Damit beginnt pünktlich um 18.11 Uhr bei frühlingshaften Temperaturen der Nachtumzug in Saarburg. Der rollenden Burg von Theiß folgen 37 Wagen und acht Fußgruppen quer durch durch die Stadt, mit Start in Beu rig und Ziel im Saarburger Zentrum. Zu Fuß und als leuchtende Marienkäfer verkleidet sind die Frauen der Feuerwehrmänner des Löschzugs Mitte aus Saarburg unterwegs. Während ihre Ehemänner die Straßen absichern, laufen die Frauen mit im Zug. Unter ihnen ist auch Doris Müller: "Alles leuchtet so schön, und Saarburg ist meine Heimat, da ist es selbstverständlich mit beim Zug dabei zu sein", sagt sie.
Weiter hinter ihnen sind die Katholischen Frauen Deutschlands (KFD) Sankt Marien Saarburg-Beu rig unterwegs. Sie haben sich als blinkende Tortenstücke verkleidet, die zusammengeschoben einen Kuchen ergeben. Ein achtel Stück der Torte ist Hildegard Johannes. Der Kuchen sei ein Geschenk, sagt sie "Das ist eine Geburtstagstorte, die haben wir der KFD zum 100. Geburtstag gebacken."
Auf den Bürgersteigen stehen die Zuschauer, jubeln den Gruppen mit Helau- und Hau-Ruck-Rufen zu. Laut den Veranstaltern von der Saarburger Fastnacht sind es mehr als 15 000 Jecken, die gekommen sind, um sich den Umzug anzuschauen. Und die warten sehnsüchtig darauf, dass die Narren von ihren Wagen Süßigkeiten herunterwerfen. Besonders die kleinen Jungs und Mädchen, die als Cowboys, Indianer oder Prinzessinnen kostümiert sind. Sie halten ihre Plastiktüten auf und hoffen, dass es Brausestangen und Karamelle hineinregnet.
Einer, der an diesem Abend auch Süßigkeiten in die jubelnde Menge wirft, ist Jörg Kranz-von-Fricken. Er ist mit seinen Schodener Nachbarn mit einem fahrenden Marterpfahl und Wigwam nach Saarburg gekommen. Das Ganze nicht ohne Grund. "Schoden feiert in diesem Jahr seinen 1200. Geburtstag. Und als der Ort noch jung war, haben dort bestimmt auch Indianer gelebt", erklärt Häuptling Jörg.
Der Superheld der Spielekonsole Nintendo, Super Mario, ist auf dem Wagen der Reitsportfreunde Heidhof Silwingen vertreten. Mario ist nicht zu übersehen. Ein überdimensional großes Abbild des Fantasiehelden ist auf dem Wagen platziert. Er sitzt auf einer hydraulischen Hebebühne, die sich während der Fahrt auf- und abbewegt. Um ihn herum die Reitfreunde in Mariokostümen. Darunter auch Michael Wenwang. Er gibt stolz zu: "Für die Figur haben wir extra einen Künstler aus dem Hunsrück engagiert." Wer dieser Künstler ist, will Wenwang nicht verraten.
Nachdem die Narren alle am Ziel angekommen sind, beginnt die Abschlussfeier in der Saarburger Stadthalle. Dort steigt auch Fabian Theiß nach zwei Stunden Fahrt von seiner Saarburg herab. Seine Stimme ist heiser. Theiß sammelt seine letzten Kräfte und ruft: "Wir sehen uns im nächsten Jahr."
volksfreund.de/fastnachtExtra

Zäune im Altstadttunnel waren diesmal ein Nadelöhr auf der Umzugsstrecke. So haben die Veranstalter versucht, die Massen von der Straße fernzuhalten. Auch wurden den Zugteilnehmern Auflagen gemacht: Sie durften zum Beispiel keinen Schnaps während des Zuges ausschenken. Nach Angaben der Polizei ist die Nacht sehr ruhig verlaufen: Es sei lediglich zu vier leichten Körperverletzungen und zwei Sachbeschädigungen gekommen, weil ein Zuschauer eine Bierflasche von der Brücke geworfen und damit zwei unter der Brücke stehende Autos getroffen habe. grau