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Möhnen läuten heiße Phase der Fastnacht ein

Möhnen läuten heiße Phase der Fastnacht ein

Pünktlich um 11.11 Uhr hat am Schwerdonnerstag in Rheinland-Pfalz die heiße Phase der Fastnacht begonnen. Es ist der Tag der „Möhnen“, die mit Scheren bewaffnet Jagd auf Krawatten machen. In Wittlich etwa erstürmten um 11.11 Uhr die Weiber das Alte Rathaus.

11 Uhr die närrischen Weiber das Alte Rathaus. Zugleich wurde Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) in Daun erwartet. Auch sein Schlips war am Altweiberdonnerstag in Gefahr. Der Regierungschef wollte dem Dauner Stadtbürgermeister Wolfgang Jenssen (SPD) im Rathaussturm beistehen. In der Landeshauptstadt Mainz wiederum lassen die Weiber am Fastnachtsbrunnen die närrische Stimmung hochkochen.

In Wittlich drangen die Möhnen über eine lange Leiter in gut zehn Metern Höhe in das Gebäude der Stadtoberen ein, um das Regiment zu übernehmen. Nach einigem Gerangel vor offenem Fenster „überwältigten“ die mit Scheren bewaffneten närrischen Weiber Stadtbürgermeister Joachim Rodenkirch und alle anderen Ratsmitglieder. Als Zeichen der erfolgreichen Machtübernahme wurde die weiße Fahne gehisst, außerdem wurden kiloweise Bonbons aus den Fenstern geworfen.

Nach der „Entmachtung“ wurde Rodenkirch mitsamt den Ratsmitgliedern auf den Marktplatz „geschleift“, wo er den Stadtschlüssel an die Obermöhne übergab. Vor einem feiernden Publikum wurde den männlichen „Gefangenen“ dann auf einer Bühne der Schlips abgeschnitten. Als kleinen Trost gab es hausgemachte Erbsensuppe, die die Wittlicher Narren auf dem Marktplatz verkauften. Und die Möhnen wurden in diesem Jahr erstmals mit einem Orden belohnt.(dpa)

Erstürmung in Wittlich