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Möhnen übernehmen Macht im Wittlicher Rathaus

Möhnen übernehmen Macht im Wittlicher Rathaus

Frauen an die Macht: Im Wittlich haben die Möhnen pünktlich um 11.11 Uhr das Rathaus gestürmt und die Herrschaft an sich gerissen. Nur unfreiwillig rückte Bürgermeister Joachim Rodenkirch den Stadtschlüssel heraus. Das Volk feierte die freundliche Übernahme ausgelassen und friedlich

11.11 Uhr. Es geht zu Ende mit der CDU-Regierung in Wittlich. Ab jetzt übernehmen die Frauen das Ruder der Stadt. Behände klettern sie die Leiter hinauf, dringen durchs Fenster ins Rathaus ein und schleppen Bürgermeister Rodenkirch und den Stadtrat zur Bühne, wo sie ihm die Insignien der Männlichkeit und der Macht rauben - sie schneiden seine Krawatte ab und stibitzen den Stadtschlüssel.

Dabei hatte er sich extra Verstärkung aus Mainz geholt: Julia Klöckner, CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, jedoch betätigt sich als U-Boot, um den Frauen zu helfen, wie sie sagt. Warum sie hier ist? "Warum soll man den Tag in Mainz verbringen, wenn man in Wittlich sein kann?" Bis Aschermittwoch lenken nun die Damen das Geschick der Stadt.

Mit weiblichem Know-how, wie Obermöhne Jutta Weisenfeld betont. Schließlich wissen die Frauen, wie man so eine Verwaltung führt - mit Haushalt kennen sie sich aus. Mehrere Hundert Wittlicher, verkleidet als Piraten, Cowboys, Teufel, Hippies, Wildtiere, Pilze oder - typisch Wittlicher - Schweinchen singen und schunkeln mit der alten und neuen Herrschaft bis in den Nachmittag auf dem Marktplatz.