Kappensitzung des Karnevalsvereins Traben-Trarbach

Karneval : Bei den Baustellen ganz weit vorn

Bis weit nach Mitternacht tanzten bei der ersten Kappensitzung des Karnevalsvereins Traben-Trarbach (KVTT) die Garden. Natürlich wurden auch das Welt- und Stadtgeschehen durch den Kakao gezogen.

Traben-Trarbach als Stadt der Superlative präsentierte der KVTT bei der großen Kappensitzung am Samstagabend. Respektive Sonntagmorgen! Denn für ein fast sechsstündiges, bis nach Mitternacht dauerndes Programm muss man wohl sonst in die Hochburgen Mainz oder Köln fahren. Bambini-, Piccolo- und Prinzengarde, dazu die Showtanzgruppe Querbeet, das Männerballett Lorettastelzen und die Starlights aus Lötzbeuren sorgten mit neun begeisternden und akrobatischen Tanzvorträgen für die Hälfte der Programmpunkte. Spitze ist die Doppelstadt auch bei der technischen Entwicklung. Und bei den Baustellen sowieso. Die Verkehrsführung oder besser Einschränkungen in und rund um Traben-­Trarbach standen schon im Motto („Trotz Ampeln, Schildern, Schutt und Bau feiern wir Karneval hier beim KV“) und zogen sich als roter Faden durchs ganze Programm.

Man komme aus der Stadt einfach nicht heraus, erzählte Pfarrer Ingo Seebach als Möchtegernmillionär: „Willst du nach Trier, stehst du vor ’ner Ampel. Willst du nach Koblenz, stehst du vor ’ner Ampel. Willst du in den Hunsrück, brauchst du ’ne Wanderkarte. Ohne Ampel, Umleitung oder Baustelle kommt man nur nach Kautenbach oder Wolf.“ Dabei sei die Stadt als Zentrum des Mittelmosel-Valley auf dem Weg zum Technologie-Zentrum, zur Smart City. „Das bedeutet: Die Laternenpfähle sind klüger als die Betrunkenen, die sich daran festhalten“, erklärte Seebach. Dass die ganze Stadt übergreifende WLAN-Netz hilft natürlich, Millionäre nach dem von Seebachs erklärten Rezept zu machen. Dafür muss man nur ein Jahr viele E-Mails verschicken - und zum Schluss vor den um ihr Geld Geprellten nach Rio de Janeiro flüchten.

In einen richtigen Urlaub flüchten möchte auch Hotelière Steffi Lahm. „Urlaub sieht für mich so aus: Hotel zu. An jedem Eingang ein Schild: Wegen Renovierung geschlossen. Ich komm mit ausgebauter Kloschüssel im Arm auf den Balkon und der erste Traben-Trarbacher, der vorbeikommt sagt: Na, hast du Urlaub?“

Ausspannen kann Theresa May derzeit auch nicht. Die britische Premierministerin klagte in Traben-Trarbach ihr Leid. Sie überlegt schon, was sie nach dem Brexit machen könnte. Zur Kommunalwahl in Traben-Trarbach anzutreten sei allerdings keine Alternative für die britische Regierungschefin: „Der Job ist fast so schlimm wie Stadtbürgermeister in Traben-Trarbach zu sein.“ Denn wer will sich schon mit so vielen Baustellen rumschlagen. „In Rißbach und am Markt in Traben, da sah man Bagger Löcher graben“, dichteten die Mosellas Gabi Birlenbach, Silvia Stephani und Harry Peifer. Nur komisch, dass das mit den Straßenbauarbeiten in ihrer Stadt so lange dauere, überlegte Birlenbach: „Die Bauarbeiten bei uns sollen sieben Jahre dauern. In der Zeit bauen andere einen Hochmoselübergang.“

Mitwirkende: Michael Plein, Anja Bindges, Steffi Lahm, Harry Westphal, Ingo Seebach, Mosellas (Harry Peifer, Silvia Stephani, Gabi Birlenbach), Bambinigarde (Trainerinnen: Vanessa Trossen und Catherine Lenard), Piccologarde (Trainerinnnen: Ronja Clüsserath und Chiara Geisler), Solomariechen Yasmin Blum (Trainerinnen: Hannah Pistorius und Michelle Langguth), Prinzengarde (Trainerinnen: Melissa Becker und Katharina Haubrich), Männerballett Lorettastelzen (Trainerin: Claudia Briese Hammes), Showtanzgruppe Querbeet (Trainerin: Iris Polch), Showtanzgruppe Starlights Lötzbeuren (Trainerin: Michelle Stüber).