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Polizei: Es ist kein Kind gestorben

Polizei: Es ist kein Kind gestorben

Hartnäckig hält sich in der Stadt Trier das Gerücht, bei den Alkohol-Exzessen am Weiberdonnerstag sei ein Mädchen ums Leben gekommen. Die Polizei sagt: Uns ist davon nichts bekannt, es handelt sich wohl um ein Märchen.

Trier. Bei der Trierer Polizei sind schon mehrere Nachfragen dazu eingegangen, und auch bei der Rettungsleitstelle der Trierer Feuerwehr hat sich das Gerücht von einem toten Mädchen schon herumgesprochen. Angeblich sei eine Jugendliche am Weiberdonnerstag am Hauptmarkt vor oder in einem Schnellimbiss an Erbrochenem gestorben, so wird in der Stadt erzählt. Von Promille-Werten zwischen 4 und 5 ist die Rede. Und auch im Internet in sozialen Netzwerken wie Facebook kursiert das Gerücht.
Im Internet und in der Stadt


Doch sowohl die Trierer Polizei als auch die Trierer Feuerwehr wissen nichts von einem Todesfall. "Eine Mär", sagt Monika Peters, Pressesprecherin der Polizei, auf Anfrage dem Trierischen Volksfreund. "Uns ist kein solcher Vorfall bekannt." Das Gerücht sei aber offenbar weit verbreitet, die Polizei hätten schon mehrere Anfragen dazu erreicht. Auch Christian Feld von der Rettungsleitstelle der Trierer Feuerwehr, über die alle Rettungsdiensteinsätze in der Stadt koordiniert werden, hat das Gerücht schon gehört, kann aber ebenfalls nur darauf verweisen, dass es so einen Vorfall nach seinen Erkenntnissen nicht gegeben hat. Feld hat auf TV-Anfrage noch einmal die Einsatzberichte nachgelesen und mit dem am Hauptmarkt tätigen Notarzt gesprochen. "Uns ist kein Todesfall bekannt", sagt Feld. "Die Lage war aber so auch schon schlimm genug."
Das Polizeipräsidium Trier hat unterdessen noch einmal eine Gesamtbilanz der Einsätze an Fastnacht gezogen. Demnach waren in der ganzen Region mehr als 300 Beamte an den Fastnachtstagen im Einsatz, um die zahlreichen Veranstaltungen und Umzüge zu überwachen. Mit Blick auf die Alkohol-Exzesse bei Kindern und Jugendlichen hätten sie ein besonderes Augenmerk auf diese Altersgruppe gerichtet.
An 150 Karnevalsveranstaltungenund -umzügen kontrollierten die Einsatzkräfte laut Mitteilung knapp 1600 Menschen, darunter rund 550 Kinder und Jugendliche. Insgesamt registrierten sie 168 Straftaten. Bei 31 Strafanzeigen wegen Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und Beleidigungen wurde gegen Jugendliche als Tatverdächtige ermittelt. In Obhut genommen wurden 20 Kinder und Jugendliche, anschließend wurden sie ihren Eltern überstellt. 28 Mal waren die Einsatzkräfte der Polizei selbst Opfer von Straftaten wie Widerstandshandlungen, Beleidigungen oder Körperverletzungen. Zehn Mal eilten die Beamten Rettungskräften zu Hilfe, die von Angetrunkenen bedrängt wurden.
Wie angekündigt, hat die Polizei auch während der Fastnachtstage verstärkt Verkehrskontrollen durchgeführt. Bei 141 Alkohol- und Drogenkontrollen überprüften die Beamten 329 Autofahrer auf ihre Verkehrstauglichkeit. 34 Blutentnahmen wurden angeordnet, weil der Verdacht bestand, dass die Fahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss standen. Im vergangenen Jahr waren es noch 27 Blutproben. Insgesamt stellten die Beamten 25 Führerscheine sicher, im Vorjahreszeitraum waren es zwei weniger. 22 Mal konnten die Beamten Trunkenheitsfahrten verhindern und Autoschlüssel vor Fahrtantritt sicherstellen.
Während der Fastnachtstage wurden 262 Verkehrsunfälle polizeilich aufgenommen, zwei mehr als im vergangenen Jahr. 48 Menschen wurden dabei zum Teil schwer verletzt. 14 Verkehrsunfälle ereigneten sich, weil die Autofahrer unter Alkoholeinfluss standen, im vergangenen Jahr waren es zehn Verkehrsunfälle. Ein Autofahrer stand unter Drogeneinfluss, 2010 waren es zwei.