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Prinzenpaar übernimmt trotz Schicksalsschlag närrisches Zepter

Prinzenpaar übernimmt trotz Schicksalsschlag närrisches Zepter

In der vergangenen Session mussten die Gillenfelder Jecken wegen eines Sterbefalles in der Prinzenfamilie ohne Prinzenpaar auskommen, das wird in der kommenden Karnevalszeit nicht der Fall sein. Das letztjährige Prinzenpaar der Gillenfelder Moareulen Prinz Karl-Josef II. (Borsch) und ihre Lieblichkeit Prinzessin Martina I. tritt trotz eines erneuten Sterbefalles in der Familie doch an.

Gillenfeld. Freud' und Leid liegen oft nah beieinander, auch im Karneval. Das haben Karl-Josef Borsch und seine Frau Martina jetzt zweimal hintereinander erfahren. In der Session 2015 waren sie als Prinzenpaar vorgesehen, doch kurz vor der Sessionseröffnung starb der Vater von Martina Borsch. "Der Entschluss, dem Karneval abzusagen, war für mich sofort klar. Ich habe damals lange gebraucht, bis ich über den Tod meines Vaters weg war", sagt Martina Borsch. Prinzenpaarabsagen wegen Todesfällen in der Familie haben die Moareulen Gillenfeld schon mehrfach erlebt. "Der Verein ist keinem böse wegen einer Absage, das ist doch selbstverständlich", sagt Sitzungspräsident Heinz Dahm.
Es war aber damals eine abgemachte Sache, dass Karl-Josef und Martina Borsch deshalb in der Session 2016 das Prinzenpaar der Gillenfelder Moareulen sein sollten. Doch es kam, wie es keiner dachte, die Mutter von Karl-Josef Borsch verstarb Ende November. Was nun? "Ich habe auch noch kurz überlegt und habe dann daran gedacht, was meine Mutter wohl gewollt hätte. Sie war selbst eine richtige Karnevalistin, war oft in der Bütt. Für mich stand der Entschluss, dann doch als Prinzenpaar aufzutreten, schnell fest. Meine Frau hat etwas länger gebraucht" erzählt Karl-Josef Borsch. Martina ergänzt: "Viele kleine Dinge haben eine Rolle gespielt. Wir haben eine Trauerkarte von einem Kaplan bekommen, der uns schrieb, vergesst bei allem auch die Freude nicht. Für unsere Kinder war das "Ja" zum Prinzenpaar trotz des Todes der Oma ein Lichtblick in dieser Zeit auf den man sich freuen kann. Dies alles hat für uns beide den Ausschlag gegeben".
Borsch: "Die Leute, mit denen ich im Ort gesprochen habe, sehen es auch positiv und finden es toll, dass wir es trotzdem machen", sagt er. "Moareulen Uhuu", es lebe das Prinzenpaar Prinz Karl-Josef II. mit seiner Prinzessin Martina I. aus dem Hause Borsch (Hausnahme Schruden). Bis zum Aschermittwoch wird nun aus der Gillenfelder Strohner Straße die Prinzenstraße. "Ich freue mich jetzt drauf", sagt FC-Köln Fan Karl-Josef. Der 49-jährige Gillenfelder ist Kraftfahrer bei Aldi, seine Frau Martina (47), gebürtig aus Mückeln, arbeitet bei einem Fahrdienst in Daun. Beim Gillenfelder Prinzenpaar vertreten zu sein, ist im Hause Borsch schon fast Tradition.
Von den fünf Borsch-Geschwistern sind nun mit Karl-Josef schon vier Teil des Prinzenpaares gewesen. "Unsere Kostüme haben wir ja seit zwei Jahren hier liegen, die müssen noch etwas umgeändert werden", erklärt der neue Prinz. Wie ihre Kostüme aussehen, ist das Geheimnis des Prinzenpaares bis zur Proklamation am Samstag, den 16. Januar.
Das ist Tradition bei den Moar eulen, denn das Prinzenpaar kann die Kostüme selbst kreieren. "Vom Verein gibt es dafür eine finanzielle Unterstützung von 666 Biereinheiten, die sich aus dem aktuellen Bierpreis zusammensetzen", wie Heinz Dahm schmunzelnd erklärt. HG