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Pro Karneval: Feinsinnige Auflehnung

Pro Karneval: Feinsinnige Auflehnung

Karneval - für viele ist das ein kollektives Massenbesäufnis von Menschen, die zwischen Weiberdonnerstag und Aschermittwoch alle Hemmungen ablegen und richtig die Sau rauslassen. Angeführt von verknöcherten Karnevalsfunktionären, die im restlichen Jahr zum Lachen in den Keller gehen.

Ja, das ist eine Seite des Karnevals. Es gibt aber auch die andere Seite, die sich hinter der Fassade der oberflächlichen Straßenfastnacht verbirgt.

Karneval - das ist auch die feinsinnige Auflehnung gegen "die da oben". Die Büttenredner, die den Mächtigen die Leviten lesen. Die Narren, die den militaristischen Obrigkeitsstaat mit seinen Orden, Ritualen und Uniformen auf die Schippe nehmen. Die Karnevalslieder, deren spitze Ironie oft erst zur Geltung kommt, wenn sie leise gesungen und nicht laut gegrölt werden.

Karneval - das sind auch zigtausende Aktive in den kleinen Dörfern, die sich das ganze Jahr über engagieren, um ihren Mitbürgern ein paar Stunden Frohsinn und Unterhaltung zu verschaffen. Sie tun das ehrenamtlich, ohne einen Cent für ihre Arbeit zu bekommen.

Karneval ist vor allem auch eine Lebenseinstellung, die nicht nur von Donnerstag bis Mittwoch gilt. Ein Akzeptieren von Lebensfreude und Verschiedenheit, denn: "Jeder Jeck ist anders."

a.houben@volksfreund.de