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Die Eifeler Narrenwelt schwankt hin und her

Die Eifeler Narrenwelt schwankt hin und her

In Stadtkyll haben Karnevalisten ihren zunächst abgesagten Karnevalsumzug wieder angesetzt, in Arzfeld überrascht der Cultur Verein die Narren hingegen mit der Absage seines Zuges. Zu wenig Personal und schwierige Rahmenbedingungen haben dort zu diesem überraschenden Schritt geführt.

Stadtkyll/Arzfeld. Der Elfte im Elften ist vorbei, die ersten Sitzungen wurden gefeiert, manche Tollität wurde bereits mit karnevalistischem Tamtam in Amt und Würden gehoben. Traditionell kehrt mit dem Beginn der Adventszeit wieder Ruhe ein bei den Narren, bis nach dem Dreikönigstag der närrische Trubel wieder Fahrt aufnimmt. Doch ganz so ruhig wie erwartet ist die Vorweihnachtszeit gerade nicht. Neuigkeiten machen die Runde: Während der eigentlich abgesagte Stadtkyller Rosenmontagsumzug nun doch durch den kleinen Kyllort ziehen soll, ist mit dem Arzfelder Umzug einer der größten der Region überraschend abgesagt worden.Überall fehlen helfende Hände


"Ich habe selber davon erst aus den sozialen Medien erfahren", sagt Andreas Kruppert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld. "Als Karnevalist finde ich das natürlich sehr schade." Zunächst machte die Nachricht im Internet die Runde. Im sozialen Netzwerk Facebook teilte der Vorstand des Arzfelder Cultur Vereins (ACV) mit, dass der Umzug in der Session 2016 ausfalle. Als Grund wurde ein personeller Engpass angegeben.
Ein Anruf beim Vorsitzenden Michael Wilhelm bringt mehr Details ans Licht. In erster Linie sei es immer schwieriger geworden, den Zug personell zu bestücken. Es fehlten einfach helfende Hände an allen Ecken, "sowohl in der Organisation als auch in der Durchführung", sagt Wilhelm Während einige Mitglieder und Karnevalisten sich extra Urlaub nähmen, um den Zug zu stemmen, und mit der ganzen Familie anpackten, seien andere nicht zu mehr Einsatz zu motivieren.
"Es kann aber nicht alles von einigen wenigen gestemmt werden, zumal die Rahmenbedingungen ja auch immer schwieriger werden", sagt Wilhelm. Da seien die immer größeren Auflagen zu nennen (siehe Extra), aber auch mangelnde Unterstützung oder "zumindest Verständnis von Anwohnern der Zugstrecke". Dankbar sei er immer für die Unterstützung der Verbandsgemeinde gewesen. "Sie hat uns geholfen, wo es nur geht. Daran liegt es also nicht", betont Wilhelm.
Dass die Absage aber nicht das absolute Aus für den mit rund 50 Wagen sehr großen Umzug sei, will der Vorsitzende ausdrücklich betonen. "In der Session 2017 findet der Umzug definitiv statt. Nur in diesem Jahr konnten wir es nicht stemmen." Es tue ihm in der Seele weh, aber mit so wenig Helfern fehle einfach die Kraft. "Vielleicht wird das als Warnschuss angenommen, der zeigt, dass es so einfach nicht geht."
Die Aussichten sind gut, dass das funktionieren kann. Zumindest klappte es in Stadtkyll wo beim vergangenen Rosenmontagszug per Transparent am Festwagen darauf hingewiesen wurde, dass dies der vorerst letzte Zug sein werde. Schnell ging die Sorge um, dass, wenn der Zug einmal aussetzt, er für immer gestorben ist.Von Jahr zu Jahr weniger Wagen


"Der Aufschrei im Ort war groß. So groß, dass wir eine Sitzung einberiefen in der sich prompt ein Arbeitskreis zusammenfand, der nun doch noch einmal einen Zug auf die Beine stellt", sagt Verena Bernardy, Vorsitzende der Karnevalsfreunde Stadtkyll Dajöhh. Sie merkt aber auch an, dass der größte Grund zur Sorge an der Kyll weniger die fehlenden Helfer waren als das allgemein sinkende Interesse an dem Zug, "Mit einigem Werben konnten zum Schluss immer genug Helfer gefunden werden, es gab aber zunehmend weniger Anmeldungen von Gruppen, der Zug wurde von Jahr zu Jahr kleiner." Sie drücke den Beteiligten jetzt die Daumen, dass der Arbeitskreis das Ruder im letzten Moment noch herumreißt.
Kruppert hofft, dass sich in Arzfeld das Blatt wieder zum Guten wenden wird: "Ich wünsche dem Verein, dass er in Sachen Karnevalsumzug wieder auf die Beine kommt und dann im kommenden Jahr mehr Personal findet. Es ist jammerschade, aber wenn es diesmal nicht geht, dann geht es halt nicht."Extra

Die Eifeler Narrenwelt schwankt hin und her
Foto: (e_pruem )

In den Verbandsgemeinden Obere Kyll, Arzfeld und Prüm wurden verbindliche Bedingungen für die Teilnahme an Karnevalsumzügen festgelegt. Die Wagen müssen von zugelassenen Gutachtern geprüft werden, bei Umzügen sind nur Fahrzeuge mit einer gültigen Betriebserlaubnis gestattet. Merkblätter zu den Details und genauen Bedingungen für eine Zulassung an einem Karnevalsumzug sind in den jeweiligen Verbandsgemeinderathäusern erhältlich. aff