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Rosa Karneval: Nackte Hintern und eine Fee, die keine sein will

Rosa Karneval: Nackte Hintern und eine Fee, die keine sein will

"Märchenhaft anders" ist es beim Rosa Karneval am Wochenende in Trier zugegangen. Freitag- und Samstagabend kamen 1200 Gäste ins beheizte Zelt am Romikulum und feierten eine Riesenparty. Die schwul-lesbischen Jecken boten ein rosa-buntes Programm der Extraklasse.

Trier. (MRA) Frivol, knallbunt, aber mit ganz viel Rosa - das ist der schwul-lesbische Karneval in Trier. Der ist mittlerweile so beliebt, dass die Eintrittskarten schon nach zwei Tagen ausverkauft sind. Und das bei fünf Sitzungen mit jeweils 600 Gästen. Weil es in der Tufa zu eng wurde und es terminliche Übereschneidungen mit anderen Veranstaltungen gab, wird seit 2009 im Festzelt am Romikulum gefeiert.

Aber wie schaffen es die Rosa-Jecken, jedes Jahr ein brandneues Motto mit liebevoll handgefertigtem Bühnenbild und selbstgeschriebenen Sketchen, Reden und Tänzen auf die Beine zu stellen?

Die Antwort heißt: "Engagement und Ehrenamt". Insgesamt 80 Akteure auf und hinter der Bühne sorgen für das Gelingen der Sitzungen. Die Arbeitsverteilung ist dabei emanzipiert. Während die Herren der Schöpfung schön gestylt auf der Bühne stehen, packen die Frauen als Handwerker beim Bühnenbau an. Und das Bühnenbild kann sich sehen lassen. Passend zum Motto "Märchenhaft anders" ist als Hintergrund ein riesiges rosa Märchenschloss entstanden.

Wer denkt, das seien schon die Hingucker, sollte erst einmal das bunte Programm sehen, das aus Tanzeinlagen des schwul-lesbischen Balletts, Sketchen, Büttenreden oder Live-Gesang besteht - um nur einige Punkte zu nennen. So schreiben Diddi und Edgar ihre Sketche oft an zwei Abenden zusammen. Herausgekommen sind die geistigen Ergüsse zweier Trier-Norder Problemjugendlicher, die in ihren pastellfarbenen Trainingsanzügen das Publikum mit ihrem "Rap-unzel", dem Märchenrap, auf die Tische und Bänke treiben. Selbstverständlich gehen die Reime unter die Gürtellinie.

Auf dem Kopf eine riesige aufgetürmte Blumenwiese, bunt gestreifte Hosen und ein nackter Hintern: So präsentiert sich das alt-eingespielte Duo "Edda und Blumenfee" in einer Tanzeinlage. "Die gute dicke Fee" entführt die Jecken in die Welt einer unglücklichen Fee, die gerne eine "flotte Biene" wäre, aber doch nur "Pummel-Hummel" genannt wird.

Bei so vielen Glanzpunkten ist es unmöglich, den besten zu küren. Eigentlich wechseln sich die Höhepunkte während des Abends ständig ab und gipfeln im Finale mit dem Einzug verschiedener Märchengrößen.

Das Motto für das nächste Jahr steht bereits fest. Es wird glamourös mit berühmten Persönlichkeiten. Verraten wird das Motto in der letzten Sitzung am 14. Februar.

Fazit: Der neue Veranstaltungsort ist gewöhnungsbedürftig. Die kuschelige Enge der Tufa ist weg. Die Zuschauer scheinen jedoch zufrieden gewesen zu sein, denn sie alle standen zum Schluss auf den Bänken, machten viele "Bömbchen" (ähnlich der Rakete im normalen Karneval) und riefen lauthals "Trier Maju".