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Rotlicht auf der Theaterbühne

Rotlicht auf der Theaterbühne

Schon vor der Premiere ausverkauft waren die Vorstellungen der Theatergruppe der Enkircher Karnevalsgesellschaft, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert. Auch die letzte Vorstellung des Stücks "Liebling, es ist angerichtet" war ein Erfolg.

Enkirch. (red) Es war die letzte der vier ausverkauften Vorstellungen der KG-Theatergruppe "aich maich daich". Sie ging ebenso reibungslos über die Bühne wie die drei Vorstellungen zuvor. Gerd Becker, Präsident der Karnevalsgesellschaft 1884 Enkirch, begrüßte die Gäste und erklärte ihnen die Wörter Bordell und Freudenhaus. Ein gutes Rüstzeug für die anschließende Vorführung, da die Handlung des Stückes sich genau in solch einem Etablissement abspielte. In allen drei Akten überzeugten die Laiendarsteller mit Können und großer Spielfreude, und das Publikum war begeistert

Die Handlung: Julia Sanders, eine Frau mir Herz (gespielt von Alexandra Zach), hat ein Etablissement - den Ort der Handlung - von ihrer Tante Frieda geerbt. Ihr Verlobter Horatio Schmölzer (Falk Spier) will das Haus unbedingt verkaufen, um seine Spielschulden zu begleichen. Die beiden Freudenmädchen des Hauses, Natja Polanska (Susi Kettermann) und Lilly Obermaier (Petra Spier) wollen dies ebenso verhindern wie der schillernde Mitbewohner Bobo (Oliver Fritsch) und der Zuhälter Jo (Jörg Duhs, der in diesem Stück auch in eine Frauenrolle schlüpfen konnte). Hohen Besuch hat das Haus durch den Ministerpräsidenten Gottlieb Knittel (Ulli Spier), der seinem 21-jährigen Sohn Julius (gespielt von Thomas Wendhut) einmal zeigen will, dass es noch etwas anderes gibt, als Gameboy zu spielen. Irmgard Fritsch spielte eine resolute Putzfrau, die überall da war, wo sie nicht sein sollte und das Stück mit einem viel zu tiefen Blick ins Glas beendete.

Katja Fritsch, Catrin Kappel, Sarah Schenk sorgten in der Maske dafür, dass die bunten Vögel ins rechte Licht gesetzt wurden. Bärbel Becker und Conny Oster-Wendhut soufflierten der Theatertruppe. Für das Rotlicht- Bühnenbild waren Gerd Becker und Andreas Thiesen sowie die Elferräte der KG zuständig.

Nach dem dritten Akt bedankte sich Gerd Becker bei allen Helfern und Firmen, die die Truppe unterstützt hatten, und auch beim Publikum. Dann hatte der Präsident noch eine Überraschung zu bieten: Er hatte die Autorin des Theaterstücks, Uschi Schilling, eingeladen, bei der letzten Aufführung dabei zu sein. Sie war mit ihrer Familie aus Wiesbaden angereist und bereute es nicht. Autorin Schilling war begeistert von der Umsetzung ihres Stücks durch die Enkircher Theatergruppe und lobte ausdrücklich das Bühnenbild und die gute Stimmung in der Truppe.

Zum Abschluss verabschiedete sich Gerd Becker beim Publikum mit den Worten: "Kommt good heim, und wenn et auch gefall hot, erzählt et weirar, und dann sehn mir os nächst Johr wera, wen et in Enkirch wera hesst: aich - maich - daich."

Die Theatergruppe feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Seit Anfang an mit dabei sind die Gründungsmitglieder Irmgard Fritsch und Sohn Oliver Fritsch. Und die Aktiven Ulli und Petra Spier stellen das diesjährige Prinzenpaar der Karnevalsgesellschaft 1884 Enkirch. Dazu passt das Sessionsmotto: "Alles nur Theater".