Sie flattert, die große Unterhose: Bitburgs Möhnen stürmen Rathaus

Sie flattert, die große Unterhose: Bitburgs Möhnen stürmen Rathaus

Die Frisur sitzt, das Wetter hält. In Bitburg flattert das Weiber-Wahrzeichen, die große Unterhose, vom Mast - ab nun gibt es für die Narren keine Rast.

Für kein Geld der Welt würden Bitburgs Möhnen darauf verzichten, die Dinge im Rathaus gerade zu richten. In Bitburg flattert das Weiber-Wahrzeichen, die große Unterhose, vom Mast - ab nun gibt es für die Narren keine Rast. Sie sind so schön alt und kein bisschen leise, aber weise machen sie sich noch schnell schön. Und nutzen vor der Revolution im Frisiersalon Hautmann noch mal kurz den Fön. Ein, zwei Gläschen Sekt dazu, fortan gibt es für Bitburgs Möhnen erstmal keine Ruh'. Ein Narr, wer Böses dabei denkt, wie Obermöhn' Margot Hubert ihre Gefolgschaft gen Rathaus lenkt. Dort frohlockt Bürgermeister Joachim Kandels und seine Leute. "Heute", sagt einer der Stadtsoldaten, "werden die es nicht schaffen, auch wenn sie ihre Röcke raffen". Doch die Revolutionärrinen wissen, wie es geht, bis ihr Wahrzeichen vom Maste weht. Doch Kandels gibt sich nicht einfach geschlagen: "Liebe Möhnen, heute will ich euch verwöhnen", tönt er zufrieden und will die Weiber durch einen Parcour unlösbarer Aufgaben schieben. "Circus Halligalli" nennt er das - und siehe an: Das macht den Möhnen Spaß. "Im Rathaus gibt es zum Glück den Joachim, unser bestes Stück", erklärt die Obermöhn' vor großer Gästeschar. Auch die Freunde der Bütt mit Dreigestirn und Kinderprinzenpaar sind da. Und 300 Narren, ist doch klar. Hat die Stadt sonst schützende Soldaten aus Amerika, macht sich das Team um Commander XY diesmal vor dem Rathaus-Tor eher rar. Sie helfen den Weibern ganz Gentleman. Der neue Commander ist ein Möhnen-Fan. Ob Pfeilwerfen, Drahtseillaufen oder mehr: Dem Militär fällt das alles gar nicht schwer. Die Weiber sind ganz entzückt - diese Unterstützer sind ihr Glück. Da muss auch Kandels kapitulieren und wenig später den Damen gratulieren. Schnipp-schnapp, da ist seine Krawatte ist ab. Sein letzter Hoffnungsschimmer: "Den Schlüssel bekommen sie nimmer." Doch auch das meistern die Möhnen ganz unerschrocken. Zur Freude der Narren, die anschließend im Rathaus rocken. Im Saal bei Sekt und Wein singt das Dreigestirn zur Siegesfeier richtig fein. Alles schunkelt, tanzt und ist guter Dinge. Auf dass es den Narren auch diesmal gelinge, die Stadt bunt und lustig zu machen, dann gibt es auch rund um den Ring mal was zu lachen. Am Sonntag rollt der große Zug durch die Stadt. Dann gibt es Kamelle satt. Ihr Narren seid froh: Und übt den Schlachtruf "Bebursch Altjoh!"