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Sparprogramm rettet Bitburger Karneval

Sparprogramm rettet Bitburger Karneval

In der Gerüchteküche brodelt es: Der Verein Freunde der Bütt stehe vor dem Aus, die Session falle für Bitburg ins Wasser. Damit räumt der Interimsvorsitzende Roland Thommes auf: Die Kappensitzung zieht um ins Haus der Jugend. Auch der Umzug läuft. Tatsächlich aber muss der Verein sparen, und es gibt Wechsel im Vorstand.

Bitburg. Der Startschuss für den Karneval ist in Bitburg auch in den Vorjahren nicht am 11.11. gefallen. Da wundert es nicht, wenn es auch heute ruhig bleibt. Für Verwunderung und Gesprächsstoff sorgen seit Wochen aber Gerüchte, die in der Stadt die Runde machen. "Wir können uns den Umzug nicht mehr leisten", sagte Vorsitzender Andreas Zahren im Arbeitskreis Stadtmarketing. Zusammen mit der Sitzung in der Stadthalle sei das zu teuer. Dann haben sich die Ereignisse überschlagen. Inzwischen ist Zahren nicht mehr im Amt. Es heißt, er sei geschasst worden. Doch das, betont der Interims-Vorsitzende Roland Thommes, ist nur ein Gerücht: "Andreas ist aus beruflichen Gründen zurückgetreten."
Dass es viel Gerede gibt, haben natürlich auch die Freunde der Bütt mitbekommen. In einem Brief an die rund 170 Mitglieder informiert der Vorstand: "Es ist uns ein Anliegen, deutlich zum Ausdruck zu bringen, dass entgegen der kursierenden Gerüchte kein Geld unterschlagen wurde und dass es nie zu einer Kassenpfändung kam."
Fakt ist, dass der Umzug mit rund 13 000 Euro richtig was kostet. Unterstützung kommt von der Stadt mit 3500 Euro sowie Sponsoren. "Und es gibt Geld aus der Straßensammlung und dem Losverkauf", sagt Thommes. Dennoch klafft am Ende ein Loch. Das Problem: Als die Kappensitzung 2011 erstmals in der Stadthalle über die Bühne ging, hatte der Verein keine Einnahmen aus Getränke- und Essensverkauf mehr. Aber gegen den alten Ort, die Halle 300 auf dem Flugplatz, spricht laut Thommes, dass das zu weit außerhalb ist: "Darüber haben sich viele Bitburger beklagt." Zwischenzeitlich habe sich der Vorstand dann gegen die Sitzung in der Stadthalle und für den Umzug entschieden. Aber nun ist auch die Sitzung gerettet: "Wir gehen ins Haus der Jugend."
Lokale Büttenredner gesucht


Dort gab es früher bereits legendäre Kappensitzungen - eine Art Bitburger Stunksitzung, in der der offizielle Karneval von den Jugendlichen und ihren Mitstreitern aufs Korn genommen wurde. Nun zieht der Karnevalsverein selbst an den Traditionsort, wo die Mitglieder auch wieder den Getränke- und Essensverkauf übernehmen. "Das ist auf jeden Fall ein Neustart", sagt Thommes. Der 32-Jährige wohnt in Bickendorf, arbeitet bei der Brauerei, und war 2004 bereits Prinz in Bitburg: "Eine tolle Erfahrung."
Neuerungen stehen auch intern an: Im Vorstand sind neben dem Vorsitz, den Thommes nur übergangsweise übernimmt, die Positionen von Pressewart und Schriftführer neu zu besetzen. Die Vorbereitungen für die Kappensitzung laufen. "Wir wollen das Programm um eineinhalb Stunden straffen, nicht mehr so viel Tanz. Und wir suchen noch Büttenredner. Besonders gerne welche mit Lokalkolorit."
Alle Mitglieder und alle, die es werden wollen, sind eingeladen zur Jahreshauptversammlung am Mittwoch, 30. November, um 20 Uhr im Eifelbräu.
Extra

Die Freunde der Bütt stellen die kommende Session unter das Motto "Lasst uns zaubern und auf dem Besen reiten - Karneval hat viele Seiten". Prinzenproklamation ist am Freitag, 13. Januar, 20.11 Uhr, im Eifelbräu. Während es für das Kinderprinzenpaar bereits Interessenten gibt, ist noch offen, ob sich auch erwachsene Karnevalregenten finden. Die Entscheidung fällt nach Redaktionsschluss. Kinderkappensitzung ist am Sonntag, 12. Februar, 14.11 Uhr, im HDJ. Ebenfalls im HDJ ist die Kappensitzung. Der Termin ist noch offen. Die Verhandlungen laufen. Der Umzug startet am Sonntag, 19. Februar, 14.11 Uhr. Die Bitburger Möhnen stürmen am Donnerstag, 16. Februar, 11.11 Uhr, das Rathaus. Wer sich bei den Freunden der Bütt engagieren möchte, melde sich bei Roland Thommes, Telefon 06569/962143 scho