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Trier hat jetzt einen Party-Prinzen

Trier hat jetzt einen Party-Prinzen

Die Trierer haben einen neuen Prinzen, und Alfred Biolek hat einen neuen Orden. Ersterer wurde am Samstag inthronisiert, Letzterer geehrt. Beides im Rahmen der Gala der Arbeitsgemeinschaft Trie rer Karneval (ATK).

Trier. Als "Partyprinz" gilt ja gemeinhin Prinz Harry aus dem britischen Königshaus, der für sein wildes Feiern berühmt-berüchtigt ist. Die Trierer Jecken dürfen sich in dieser Session über ihren eigenen Partyprinzen freuen: Ralf III., aus dem närrischen Geschlecht der Eurener Familie Geib. Zu seiner Amtseinführung bei der ATK-Gala kommt er schon mit leicht belegter Stimme an und berichtet begeistert von der Einzugsparty am Vorabend in seiner künftigen Residenz, dem Mercure Hotel. Bis 2 Uhr nachts hat er dort mit seiner Entourage getagt - ist aber trotzdem auf der Bühne der Europahalle voll präsent, spontan und witzig, nimmt sich selbst und den Karneval nicht allzu ernst und macht damit Lust auf eine kurze, aber heftige Session mit ihm.
Um 21.44 Uhr ist es vollbracht: Andreas Peters und Stefan Feltes von der ATK stecken ihm die Prinzenfedern an, die sie zuvor den Vorgängern Ralf II. und Miriam I. von den Wiewelern entrissen haben. Dann steht Ralf Nummer drei im Mittelpunkt und weist Andreas Peters drauf hin, dass er sich die gewünschte "seriöse Amtsführung" abschminken könne. Er vergleicht sich und sein Kostüm mit Superman und Elvis Presley und stellt seinen engeren Hofstaat vor, der neben seinem Freund und Adjutanten Olaf Hotz fast ausschließlich aus Familie besteht.
Mutter Marita Geib und Vater Rudolf sind dabei sowie als Kussministerin Schwester Sabrina, damit, so der Prinz "sie nicht allein zu Hause auf der Couch sitzen muss". Gut aufgelegt ist auch Oberbürgermeister Klaus Jensen, der als Ehrenkommandant der Stadtgarde Augusta Treverorum selbige mit dem Prinzen abschreitet - mit mehr oder weniger ernster Miene, worüber sich seine Frau Malu Dreyer im Publikum richtig schlapp lacht.
Etwas ernster geht es zu, als der Kaiser-Augustus-Orden verliehen wird. Preisträger ist in diesem Jahr Alfred Biolek, bekannter Fernsehmoderator und Produzent zahlreicher Fernsehshows. "Wer außer ihm hat uns gezeigt, dass Fernsehen auch etwas mit der Würde des Menschen zu tun hat", lobt ATK-Präsident Andreas Peters in der Laudatio den Umgang von Biolek mit seinen Talk-Gästen.
5555 Euro Preisgeld



Den mit 5555 Euro dotierten Preis bekommt er, weil er sich mit seiner Stiftung für junge Menschen in Afrika einsetzt. Biolek, mittlerweile 79 Jahre alt und eigentlich kein ausgemachter Karnevalsfreund, macht tapfer das dreieinhalbstündige Programm mit und bedankt sich bei der ATK: "Ich bin sehr beeindruckt, dass eine karnevalistische Vereinigung einen Orden für menschliche Qualitäten vergibt und für jemanden, der sich um die Menschen kümmert." Die ATK-Gala ist ein würdiger Rahmen für die Preisverleihung, auch wenn die überlangen Nennungen der Sponsoren zu Beginn nach wie vor etwas nerven. Leiendecker Bloas und de Hofnarren bringen den Saal zum Mitschunkeln und Singen. Nicht stocksteif geht\'s zu, sondern schwungvoll und locker. Ein Auftakt nach Maß.Extra

Viel Musik und Tanz haben die Mitgliedsvereine der ATK bei der Gala auf die Beine gestellt - besonders stark vertreten waren Gruppen aus der Prinzenheimat Euren. Dabei waren die Jugendgarde des KV Waldrach, ein Juniorenschautanz aus Euren, das Tanzcorps der Stadtgarde sowie die Stadtgarde Augusta Treverorum, verstärkt mit der Eurener Koobengarde, die Tanzgruppe Rote Zora und ihre Bande, die Showtanzgruppe der Roten Funken, die Goldenen Kooben, die Wintricher Römergruppe Viglia Romana Vindriacum sowie die Leiendecker Bloas und de Hofnarren. micExtra

Die Stadt Trier hat einen neuen Karnevalsprinzen. Ernannt worden ist er am Samstagabend. Er heißt Ralf III., das spricht man "Ralf, der Dritte" aus. Warum? Weil es vor ihm schon zweimal Prinzen in Trier gegeben hat, die auch Ralf hießen. Der neue heißt mit vollem Namen Ralf Geib, ist 36 Jahre alt und kommt aus dem Stadtteil Euren. Er ist ein richtiger Karnevalist und hat schon als Kind beim Karnevalsclub Grün-Weiß Euren auf der Bühne gestanden. So viel Karneval wie in den nächsten paar Wochen hat es aber auch für ihn noch nie gegeben. Bis Rosenmontag sind es ab heute noch genau fünf Wochen - und in dieser Zeit hat Prinz Ralf III. rund 300 Auftritte zu absolvieren. mic