Bis die Kulturscheune wackelt

Um Pokale und noch mehr um den Spaß ist es beim 22. Männerballett-Festival des Karnevalsvereins (KV) Welschbillig gegangen. Gut 450 ausgelassene Besucher machten die Kulturscheune zum Hexenkessel, während die Akteure auf der Bühne mit Komik, wilden Kostümierungen und Akrobatik um die Plätze rangen.

Foto: Friedhelm Knopp (f.k.) ("TV-Upload Knopp"

Welschbillig. Beim Welschbilliger Männerballett-Festival geht es ein wenig zu wie bei der Fußballbundesliga: Während auf dem Rasen bevorzugt die Bayern die Meisterschaft machen und die Dortmunder (meist) auf dem zweiten Platz hinterherschauen, hat sich beim Welschbilliger Festival seit 16 Jahren ein Kopf-An-Kopf-Rennen zwischen den Jungs vom Isseler Cultur-Verein (ICV) und der Truppe vom Noswendeler KV herausgebildet. Neunmal holten die Noswendeler den Pokal - nun haben die Isseler mit dem zweiten Sieg innerhalb von zwei Jahren mit den Saarländern gleichgezogen.
Und wie in der Liga rücken die Männerballetts mit eigenen Begleitteams und ihren Schlachtenbummlern an - das füllt die Halle und hebt die Stimmung! Letztere versteht auch Moderator Metti Schmitz bestens einzuheizen, noch bevor die ersten angereisten Akteure die Bühne betreten haben. Ihm zur Seite steht die Stimmungsband "Kamelle Kapelle" (KK), die den Saal in kurzer Zeit mit karnevalistisch angepasstem Rock und Pop auf "Temperatur" kriegt. Ebenfalls zum "Vorwärmen" dabei die Show-Formation nuMotionCru von der Mosel und traditionell das Männerballett vom KV Welschbillig - jedoch wie immer außer Konkurrenz.
Für Ton und Regie hinter den Kulissen sorgt Anja May, die auch als Oberschiedsrichterin die siebenköpfige Jury leitet und den Turnierablauf lenkt. Dann lassen die Jungs aus nah und fern die Beine fliegen und den Bühnenboden krachen, bis das närrische Volk tobt. Die Schönecken-Wetteldorfer legen als erste heftig vor und holen gleich 47,1 Punkte. Doch die Noswendeler Favoriten legen anschließend in knappen Höschen und mit starken Artistikeinlagen nach und verbessern auf 48,5 Punkte. Da haben es die beiden Neulinge in der Welschbilliger Arena - die Stadtfelder Ijeln und das MB Ralingen - schon schwer. Aber 44,7 und 45,8 Punkte sind für den Anfang auch nicht schlecht, wobei sich die Zerfer Truppe mit 44,9 Punkten noch knapp davor schieben kann. Zum Angriff auf Noswendel blasen die Asseler Schneeflöcken vom ICV - ebenfalls Favoriten und Vorjahressieger. Mit ihrem turbulenten Hutladen, aufwendiger Kulisse sowie gekonnter Akrobatik zaubern sie eine echte Bühnenshow aus dem Zylinder und decken den vorderen Saalbereich derart mit einer Konfettisprengung ein, dass Anja zum Besen greifen muss und Metti kommentiert: "Wer schwer schafft, der macht halt auch Dreck." Am Ende heißt es: Sieger ist wieder die ICV-Truppe, die mit 49,3 Punkten den Hauptpokal empfängt.

Für besondere Merkmale standen fünf Sonderpokale bereit: Die Preise für die weiteste Anreise (68 Kilometer) und die teilnehmerstärkste Gruppe (15 Tänzer) erhielten die Noswendeler. Der Pokal für die schönste Kostümausstattung ging an die Schneeflöckchen vom IVC. 102 Kilo Durchschnittsgewicht brachten den Schönecken-Wetteldorfen den Pokal als schwerste Gruppe und der Pokal für die jüngste Gruppe (21 Jahre im Schnitt) ging an die Ralinger.