Karneval : Der Pfannekuchen wird nicht kalt

Unter dem Motto „E goldigen Kurdeler Panekuchen“ haben es die Kordeler Narren bei ihrer großen Sitzung wieder so richtig krachen lassen.

Mit einem Einmarsch ohne Regentenpaar muss der KV Kordel (KVK 1980) auch in diesem Jahr starten. Prinzen- und Jugendgarde ohne Prinz und Prinzessin  – die ausgeschriebene Tollitätenstelle war erneut vakant geblieben. Aber es geht auch ohne konstituierte Regentschaft  – die Berliner Narren schaffen das auch schon seit vier Monaten. Und im Kordeler Saal harren derweil gut 300 frohgelaunte Besucher – sehr viele auch kostümiert – der Dinge, die Sitzungspräsident Dirk Maigler da anzukündigen weiß. Zum Aufwärmen die traditionelle Tanzrunde der Jugendgarde, dann legen Katrin und Anna Back von den Orenhofener Weiberröcken unter donnerndem Beifall ihren Mariechentanz auf die Bühne, dass die Bretter krachen.

Dem folgt ein rund sechs Wochen verspäteter Auftritt vom Christkind, alias Elke Junk. Allerdings gibt sich dieses Christkind in der Bütt gar nicht so lieb, kehrt manchmal den Knecht Ruprecht raus und liest seinen Kordelern die Leviten. Den FW-Bürgermeisterkandidaten Michael Holstein erwischt es direkt, er wird getarnt als mittelalterlicher Gelehrter auf die Bühne zitiert und nach gnädigen Worten des Christkinds wieder entlassen, derweil sein SPD-Widerpart Andreas Wagner in vorderster Zuschauerreihe verschont bleibt. Das himmlische Kind wettert auch gegen die ruinösen wiederkehrenden Beiträge im Ort und klagt, dass die kreativen Köpfe in Kordel alle schon die 50 überschritten hätten. Den Jungen falle dagegen nichts Besseres ein als zu meckern, statt selbst einzugreifen. Am Ende greift der Herrgott mit donnernder Rede aus dem Off (Stimme klingt irgendwie bekannt) ein, das Christkind darf auf dessen Thron Platz nehmen und sich vom Sitzungspräsidenten auch noch bewirten lassen.

Sehr irdisch wirken dagegen Hermann-Josef Dixius und Manfred Siemer, die es sich als Camper mit (Echt-)Grill auf der Bühne bequem machen. Während Manni die Würstchen schmoren lässt, wird beim Bier philosophiert und gelästert à la „Ein stiller Mann ist ein entspannter Mann, eine stille Frau ist meistens sauer“. Das Thema „Krankheiten“ spielt bei den zwei älteren Herren natürlich eine zentrale Rolle, etwa das „Gamsbartsyndrom“, diagnostiziert von einem Kordeler Doktor in der Bahnhofstraße, und Mitleid gibt es mit den Hungerhoaken im Publikum, die mit der Kalorien-Abwurf-Drohne zu versorgen wären. Zum Schluss lassen die beiden noch einen echten heißen Männertraum mit blonder Mähne beim Würstchenverteilen assistieren, bis ein wilder Hausbesen erscheint und dem Treiben ein Ende bereitet.

Der Buttje vun da Kyll (Guido Gangolf) hat‘s noch mal mit der Bürgermeisterwahl, spannt den Bogen von der Kyll bis nach Berlin und vertieft sich in die gefährlichen Eskapaden eines gewissen Manni. Dessen Unfälle zu vorgerückter Stunde, bevorzugt sind Abstürze in Böschungen und von Rampen, sind im Dorf ja bekannt.

Zwischen den Redebeiträgen und zur großen Endrunde, garniert mit den Schweicher Stadthusaren und ihrem singenden Dreigestirn, heizen die KVKler mit Tanz und Musik ein. Mit an der Kohleschaufel viele Gäste wie das Don-Bosco-Showtanz-Chaosteam mit „Après Ski“, die Tanzsportgarde der Orenhofener Weiberröcke, die Showtanzgruppe der Oacher Viezäppelcher, die Rioler Prätzbähnt mit Männerballet-Einlagen und natürlich die hauseigenen Troulichter unter gesanglicher Mitwirkung des soeben geehrten Ex-Präsidenten Medi Roth. Und berechtigte Hoffnung auf einen Pokal in Welschbillig kann sich das Kordeler Männerballett machen. Es liefert mit „Star Wars“ den donnernden Abschlussakkord.

Mitwirkende des KVK 1980: Vorsitzende Andrea Herz. Präsident und Moderator: Dirk Maigler. MV Kordel mit Dirigent Marco Bamberg. Trainerin Prinzengarde: Vanessa Adamek, Garde-Betreuerin: Meggi Zonker-Roth. Training Jugendgarde: Nadine Lamberty, Betreuerin Steffi Lieser-Bösen. Trainerinnen Männerballett: Anne-Lena Engelke und Sandra Leitzgen, Betreuer: Peter Jochen Lorig. Bandleader Troulichter: Paul-Michael Maigler.
Ein Bericht zur Verabschiedung von Medard Roth folgt.