| 20:20 Uhr

Fastnacht
Assel, helau! Auch wenn’s von oben kräftig platscht

Nostalgisch wird es bei diesem Motivwagen, der „Issel in den 30er Jahren“ wieder aufleben lässt.
Nostalgisch wird es bei diesem Motivwagen, der „Issel in den 30er Jahren“ wieder aufleben lässt. FOTO: Friedhelm Knopp
Schweich-Issel. Selbst heftiger Dauerregen hat den Narren in Schweich-Issel die Laune nicht verderben können. Tausende Zuschauer kamen am Sonntag zum Umzug.

Den ganz guten Draht zu Petrus scheinen Prinz Stefan I. und Prinzessin Ulla I. vom Isseler Cultur Verein (ICV) nicht zu haben: Während beim Isseler Umzug der Sonnenschein fast schon Tradition hat, regnen sich diesmal dunkle Wolken über dem närrischen Treiben an der Mosel ab. Und trotzdem oder jetzt erst recht: Auch wenn das Kostüm nur noch trieft - „Assel, helau, und wir zieh‘n das durch“, heißt die Parole auf und an der Umzugsstrecke.
So setzt sich um 14 Uhr der bunte Tross in Bewegung – vorbei an den
närrischen Regenten, die ihrem Fußvolk huldigen. Dabei sind zahlreiche, teils aufwendig gestaltete Wagen und noch mehr fantasievolle Fußgruppen, dazwischen die Kapellen.

Unter den 35 Teilnehmergruppen finden sich auch wieder befreundete Karnevalisten aus dem Schweicher Umland, Gruppen der Kitas und „Firmenkarnevalisten“.

Viel Fantasie haben die Gruppen in ihre Sprüche und Mottos investiert: Ein Londoner Doppeldeckerbus verkündet etwa: „Wir haben die Nase vom Brexit voll – Asyl in Assel wäre toll.“ Ein „1. Ski-Club Annaberg“ konsumiert Flüssiges im motorlosen Schiebewagen, eine Gruppe weiblicher Vogelscheuchen konkurriert mit Gespenstern und „Kraken aus dem Meer“, es gibt die „Gespenster der guten Vorsätze für 2018“ und die Asseler aus den 30er Jahren chauffieren einen Selbstbau-Cadillac. Das ICV-Männerballett – vor zwei Tagen Turniersieger in Welschbillig – präsentiert einen Wagen mit qualmendem Schädel. An diesem Tag besser den Kopf einziehen sollten die „Asseler Wettermacher“, während da schon „0011 - Lizenz zum Eierklau“ unverfänglicher klingt. Als der Zug fast durch ist, hört der Dauerregen, auf und ein Hauch von Sonnenschein erhellt die Szenerie. Vielleicht wieder im nächsten Jahr.

Der Skiclub Annaberg schiebt seinen Wagen selbst.
Der Skiclub Annaberg schiebt seinen Wagen selbst. FOTO: Friedhelm Knopp