Cowboys treffen Indianer im Irscher Saloon

Fastnacht : Cowboys treffen Indianer im Irscher Saloon

Ein buntes Volk aus dem Wilden Westen feierte gemeinsam mit den Gardemädels.  

Rotes Halstuch, Pistolenschüsse, Stiefelklackern und immer einen scharfen Spruch auf Lager – im Irscher Wilden Westen geht es heiß her.


Scharf geschossen wird eigentlich gegen alles, was nicht aus Irsch kommt. „Klingeln die Zeugen Jehovas an ’ner Tür“, erzählen Cowboy Jim und Cowboy Jack, „und frag’n, ob ich bei denen eintreten will. Da sag ich: ‚Tut mir leid. Ich han’ den Unfall gar nich’ gesehen’.“
Der Jubel und das dreifache Donnern nach jeder Story ist groß. Hier werden keine flachen 0-8-15-Witze erzählt, die nach zehn  Sekunden ihren Drive verloren haben. Die Irscher bieten bei ihrer Narrensitzung „Buna Wild West“ Qualität vom Feinsten, Geschichten, die sich langsam aufbauen und dann mit steigender Spannung auf die Pointe zulaufen. „Letztens, da war ich beim Frisör, un’ als ich raus kam, glaubste nich’: Pony weg!“.


Die Indianer, Forscher, Cowboys und zahlreichen Tierarten, die sich am Samstagabend in Irsch versammelt haben, werden auch politisch gebildet. Was die amerikanischen Präsidentschaftswahlen mit einer Klassensprecherwahl gemeinsam haben? „Alle wählen den Dümmsten, weil’s am lustigsten is’.“


Donald Trump, der Wilde Westen und natürlich die Saarländer und alle anderen Nicht-Irscher – die Irscher machen sich über alles lustig und alle finden’s gut. Trotzdem ist das hier keine simple Narrensitzung: Mit Nebelwerfern und Lichteffekten wird gearbeitet, das Bühnenbild könnte so manchen eingefleischten Hardcore-Cowboy vom Hocker reißen. Die Sitzung findet im „Saloon“ statt, wo die meisten Kerle an der Bar hocken und mit der Hand am Schießeisen – immer bereit – auf den nächsten Whisky warten. Eine kleine Holztreppe führt auf den Balkon. Links davon ist mit fetten Buchstaben „Buna Wild West 2019“ eingraviert, auf der anderen Seite prangt ein toter Steinbockkopf an der Wand. Von der Bühne gehen die Cowboys durch eine klassische Saloon-Schwingtür.


Die besten Acts des Abends werden der TV-Reporterin  von ihrer Sitznachbarin Heidi Flauger (66) mit großer Vorfreude und strahlenden Augen angekündigt. Vor dem Auftritt der „Pratzbähnt“ prophezeit sie: „Die ist das Highlight!“. Hinter mir höre ich von einem Jungen der Bauerngarde: „Was ein Applaus.“ Zu viel wird nicht versprochen. Mit Trompete, Saxophon und Schlagzeug spielt die Band, bestehend aus sieben Indianern, Klassiker. Darunter „So ein schöner Tag“ oder „Let me entertain you“ von Robbie Williams. Unterhaltung liefert die Band zur Genüge. Töne treffen, Noten im Kopf behalten und sich dabei zugleich auf dem Boden hin und her rollen oder andere verrückte akrobatische Dinge machen. Das macht der „Pratzbähnt“ so schnell keiner nach.

Genauso sieht es mit der Bauerngarde aus, die Heidi Flauger „richtig urig“ findet. Zu Recht.


Sie besteht aus etwa zehn Jungen, die den Begriff „Bauerntrampel“ wortwörtlich verkörpern. In blauer Latzhose und Kopftuch stampfen sie im Gleichschritt auf die Bühne, begleitet von einem großen Bauernorchester. Jetzt werden Bauern durch die Luft geworfen, hochgehoben, man rollt – die Hände an den Füßen des anderen – gemeinsam durch die Bühne. Die Bauern machen allmöglichen Blödsinn, der jungen Männern so einfällt. Die ganze Show ist dabei sehr lustig anzuschauen und einfach ein Irscher Unikat, das hervorragend  in diesen Abend passt.


Die ganze Show ist durchzogen von unzähligen Gardetänzen von den Irscher „Mäuschen“, aber auch Tanzpaare oder Solotänze sind darunter. Die Tänze runden das umfassende Programm ab und die Kinder liefern neben Unterhaltung auch eine erstklassige Performance.


Gegen Ende des Abends singen alle Irscher Narren gemeinsam „Irsch ist Karneval“. Nach dieser Show zweifelt niemand mehr daran.

Mitwirkende: Sitzungspräsident: Andreas Heiser; Rede Cowboy Jim&Jo:  Rico Klein, Michael Marx; Tanz-Solistin: Maya Franzen, Trainerin Carina Krebs; Tanz Tanzmäuse: Trainer: Maya Knobloch, Nina Grünwald, Kati Oberhausen; Rede Cowboy Johannes: Johannes Heiser; Tanz Kindergarde:  Trainer: Hannah Briesch, Louisa Bolsch, Hannah Houver; Tanz-Solistin: Kim Knobloch, Trainerin: Carina Krebs; Tanz-Solistin: Lea Köny-Becker, Trainerin: Carina Krebs; Tanz Juniorengarde: Trainer: Antje Nehmer, Anja Wollscheid;  Rede Cowboy Ben: Benjamin Judith; Tanz-Solistin:  Hannah Briesch, Trainerin Lisa Wegner; Gesang NoNames: Jürgen Zender, Peter Kritzke; Tanzpaar:  Fabian und Celina Zender, Trainerin Carina Krebs;  Tanz Seniorengarde:      Trainer: Antje Nehmer, Katja Klein, Ramona Schröder; Rede Testbild: Andreas Heiser; Bauerngarde:    König Alfred und Prinz Michael mit der Original Bauerngarde, unterstützt vom Musikverein Trier-Irsch, Alfred Marx, Michael Marx; Gesang Porta Boys: Tim Olrik-Stöneberg, Andreas Heiser, Johannes Heiser, Nadine Stöneberg; Musik Pratzbähnt; Showtanz:  Trainer: Christina Wysocki, Antje Nehmer; Bühnenbild: Klaus Steffes, Mario Klupsch, Andrea Welter.

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