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Eine Riesengaudi, das Volk zu beglücken

Eine Riesengaudi, das Volk zu beglücken

300 Auftritte, das bedeutet: Tausende Hände schütteln, Hunderte Helau-Rufe, Dutzende lange Nächte und wenige Pausen. Dem Trierer Prinzenpaar Uwe I. und Renate I. macht seine Regentschaft trotzdem noch großen Spaß. Ein Interview zum Rosenmontag.

Trier. Einmal Prinzenpaar, nie wieder Prinzenpaar. Eine zweite Amtszeit lassen die Statuten der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK) nicht zu - sehr zum Leidwesen der amtierenden Tollitäten Uwe I. (50) und Renate I. (47), im bürgerlichen Leben als Eheleute Hendele aus dem schönen Kürenz bekannt. Prinz und Prinzessin würden gerne über Aschermittwoch 2015 hinaus das närrische Volk beglücken, wie sie im Interview mit TV-Redakteur Roland Morgen erklären.Trierer Prinzenpaare leben mitunter gefährlich. In den letzten zehn Jahren hat es bei mindestens zweien schon mal gegenseitige Handgreiflichkeiten gegeben. Wie ist es bei den Hendeles? Auch schon handfesten Stress in der Session gehabt?Uwe I.: "Wir? Niemals. Weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft. Wir sind jetzt seit fast 26 Jahren miteinander verheiratet …"Renate I.: "… und wissen, was wir aneinander haben und kennen uns gut. Wenn es mal ein Problem geben sollte, lösen wir es, indem wir darüber reden. Wir gehen gemeinsam durch dick und dünn."300 Auftritte und Repräsentationstermine innerhalb von fünfeinhalb Wochen - macht der Tollitäten-Job noch Spaß?Uwe I.: "Unbedingt! Wir würden auch glatt weitermachen in der nächsten Session, wenn es möglich wäre. Ist es aber leider nicht."Renate I.: "Aber wenn es möglich wäre, dann hätte ich einen Wunsch. Ich wäre kostümtechnisch gern flexibler. Das maßgeschneiderte eine Kleid engt mich auf Dauer etwas ein. Vor allem auf der Toilette." Was sind denn die schönsten bisherigen Erfahrungen?Renate I.: "Da gibt es so viele. Zum Beispiel ist es für uns eine wunderbare Sache, in Kindergärten und Altenheime zu gehen und die Freude zu erleben, die uns da entgegenschlägt. Da geht mir jedes Mal das Herz auf."Uwe I.: "Überhaupt werden wir überall sehr freundlich empfangen. Außerdem ist für mich sehr beeindruckend zu erfahren, wie unser Heimatverein KG Onner Ons 1865 uns unterstützt. Das macht mich richtig stolz. Und wir geben unser Bestes, weil es ja auch eine besondere Session ist: Die Onner Onser gibt es seit genau 150 Jahren." Gibt es einen Wunsch für die letzten heißen Tage im närrischen Ehrenamt?Renate I.: "Klar: Schönes Wetter zum Rosenmontagszug." Uwe I.: "Ganz genau! Bei Regen ist es schwieriger, das närrische Volk zu beglücken. Und das tun wir doch so gerne. Ist immer wieder eine Riesengaudi." Und nach Aschermittwoch steht erst mal Urlaub an?Uwe I.: "Von wegen! Ich bin Polier bei einer Luxemburger Firma. Am Donnerstag bin ich schon wieder auf der Baustelle." Renate I.: "Und ich als Hausfrau werde wie gehabt meinen Göttergatten verwöhnen, wenn er nach Hause kommt. Und wenn er dann erholt ist, kann er mich verwöhnen." rm.Extra

Stadtprinzenpaare werden in Trier traditionell von einer der Karnevalsgesellschaften gestellt, die der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK) angehören. Die ATK ist die Dachorganisation für 17 Vereine aus der Stadt und dem direkten Umland. Oftmals ist - wie in diesem Jahr - ein Jubiläum der Anlass, dass einer der Karnevalsvereine mit dem Prinzenpaar besonders gewürdigt wird. In dieser Session war das 150-jährige Bestehen der KG Onner Ons der Grund, warum die KG das Stadtprinzenpaar stellt. Auch für die Session 2015/16 ist die Regentschaft schon geregelt: Semra und Elmar Güth von der KG Rote Funken werden dann das Rathaus als Nachfolger von Uwe I. und Renate I. stürmen - und vom künftigen Oberbürgermeister Wolfram Leibe die Stadtschlüssel zu erobern versuchen. Neben dem Stadtprinzenpaar gibt es in Trier übrigens auch Regenten im Stadtteil Ehrang: Dort sind Prinz René II. und Prinzession Tanja II. (Maes) von der KG Rot-Weiß seit Mitte November im Amt. mic