1. Dossier
  2. Fastnacht
  3. Trier

Fröhlich Weiberfastnacht feiern - aber sicher!

Fröhlich Weiberfastnacht feiern - aber sicher!

Kein Glas und keine mitgebrachten Getränke - das sind die einzigen Einschränkungen, mit denen die traditionelle Weiberfastnachtsfete am Donnerstag ab 11 Uhr auf dem Hauptmarkt über die Bühne geht. In der rund 1600 Quadratmeter großen Feierzone hat die Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK) als Veranstalter das Hausrecht.

Trier. Der 16. Februar 2012 ist als schwarzer Tag in die Geschichte des Trierer Straßenkarnevals eingegangen. Dutzende Jugendliche missbrauchten damals die traditionelle Prinzenproklamation auf dem Hauptmarkt zu exzessivem Betrinken und wurden erst im Krankenhaus wieder nüchtern. Konsequenz: 2013 durfte die Proklamation lediglich als alkoholfreie Kurzveranstaltung über die Bühne gehen; auch 2014 waren Bier, Sekt & Co. in der Altstadt tabu. Ausnahme: eine umzäunte und einlasskontrollierte Feierzone ("Narrenkäfig") auf dem Hauptmarkt.
Im vergangenen Jahr hat der Stadtrat überraschend das Alkoholverbot für Weiberfastnacht 2015 gekippt und damit den Narrenkäfig überflüssig gemacht. Mehrere Tausend Fastnachtsfans feierten friedlich auf dem Hauptmarkt. "Daran wollen wir gerne anknüpfen", sagt ATK-Präsident Andreas Peters (50). Ohne Sicherheitskonzept und besondere Vorkehrungen geht es aber auch in diesem Jahr nicht.
"Grobe Sichtkontrolle"


Kernpunkt: Die Stadt hat erneut per Allgemeinverfügung untersagt, am Donnerstag zwischen 11 und 18 Uhr den Hauptmarkt "mit Glasgetränkebehältnissen (Flaschen, Gläser, Krüge, Karaffen etc.) zu betreten. Damit soll auch der Verletzungsgefahr durch Glasbruch vorgebeugt werden.
Nicht der ganze Hauptmarkt (3500 Quadratmeter) ist Feierzone, sondern nur ein rund 1600 Quadratmeter umfassender Bereich, zu dem Petrusbrunnen und Marktkreuz gehören. Auf diesem Veranstaltungsgelände, das durch Bühne, Essens- und Getränkestände, Absperrbänder und Farbmarkierungen auf dem Boden abgegrenzt ist, hat die ATK das Hausrecht. Besondere Zugangskontrollen gibt es nicht, wohl aber eine "grobe Sichtkontrolle", und wer die Feierzone betritt, unterwirft sich den dort geltenden Spielregeln. Wer erkennbar alkoholisiert und/oder aggressiv ist, muss wieder raus, und Getränke dürfen generell nicht mitgebracht werden. Falls doch, werden sie vom Ordnungspersonal einkassiert. Dafür, dass alles mit rechten Dingen zugeht, sorgt ein Großaufgebot an Sicherheitspersonal. Mitarbeiter des kommunalen Vollzugsdienstes und einer von der ATK engagierten Securityfirma sind auch für die Glaskontrollen an den sechs öffentlichen Zugangsstellen zum Hauptmarkt zuständig. Zudem hat die Polizei einen speziellen Einsatzplan entwickelt und überwacht das Geschehen mit Kameras (der TV berichtete).
Die Zusammenarbeit mit Polizei und Stadt im Vorfeld bezeichnet Peters als "äußerst konstruktiv. Der Wille aller Beteiligten, einen möglichst uneingeschränkten, fröhlichen und vor allen Dingen friedlichen Straßenkarneval auf die Beine zu stellen, war deutlich spürbar. Dafür bedanken wir uns ganz herzlich."
Die Bühne bleibt wie gehabt noch einige Tage auf dem Hauptmarkt stehen: Sie wird auch beim Rosenmontagszug gebraucht. ATK-Zugleiter Georg Heinen (51) nimmt noch Anmeldungen entgegen.
Alle Infos dazu im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.atk-trier.de" text="www.atk-trier.de" class="more"%>
Extra

Die Weiberfastnachtsfete auf dem Hauptmarkt beginnt offiziell um 11 Uhr (geselliges Einschunkeln ab 10.30 Uhr). Nach der Entmachtung von Oberbürgermeister Wolfram Leibe, der Proklamation des Prinzenpaares Elmar und Semra und Schmückung der Brunnenfigur des Stadtpatrons Petrus per Feuerwehr-Drehleiter steht bis 16 Uhr musikalische Unterhaltung auf dem Programm. Mitwirkende sind die Bands Kamelle Kapelle, Leiendecker-Bloas, de Hofnarren, Fun 2.0 und DJane Rent a Sunshine (Sonja Storz). Ende der Fete ist um spätestens 17 Uhr. rm.Extra

 Seit Jahren Usus und bewährt: Glasverbot an Weiberfastnacht im Herzen der Trierer Altstadt.
Seit Jahren Usus und bewährt: Glasverbot an Weiberfastnacht im Herzen der Trierer Altstadt. Foto: roland morgen (rm.) ("TV-Upload morgen"

Zur Veranstaltungszone der Arbeitsgemeinschaft Trie rer Karneval (ATK) auf dem Hauptmarkt gehören ein Essensstand und drei Getränkestände, letztere werden betrieben von Gastronom Eric Naunheim (49). Wegen des Glasverbots gibt es die Getränke in Hartplastik-Gefäßen. Sekt (0,1 Liter) kostet 3 Euro, alles andere gibt es in 0,4-Liter-Bechern: Bier und Cola etc. zu 3,50 Euro, Mineralwasser zu 2,50 Euro. Das Pfand beträgt jeweils 1 Euro. Noch nicht klar war am Dienstag, ob auch Glühwein angeboten wird. Hochprozentiges wird es laut Naunheim "auf keinen Fall geben". rm.