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Isseler Cultur-Verein feiert zum 50. Mal Fastnacht. Mit einer besonderen Sitzung

Kostenpflichtiger Inhalt: Karneval : 50 Jahre ICV – und erst recht kein „Bisschen“ leiser

1970 startete der frisch gegründete Isseler Cultur-Verein (ICV) erstmals in eine Session. Heute präsentiert er perfekten Karneval.

Das Motto liegt diesmal auf der Hand: ICV 2020 – damals wie heut‘ – närrische Leut‘. Am Samstag folgt in der ICV-Halle die Premiere mit der ersten Sitzung im Jubiläumsjahr 2020. Präsidentin Elisabeth Mezger moderiert eine runde Show für die rund 400 meist kostümierten Gäste, die ihrem Spaß an der Freude vollen Lauf lassen. Dass der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Schweich den Einzug in die Halle anführt, daran hat sicher Prinz Moritz I. mitgedreht, denn der ist dort auch Mitglied. Er und seine Prinzessin Katharina I entpuppen sich als besonders lockeres Regentenpaar, das gerne mal spontan beim Geschehen auf der Bühne mitmacht. Und bei der Begrüßung geben die beiden gleich die Grundrichtung des Abends vor: „50 Jahre – Issel helau!“

Auch Tobias Zobelt greift in seinem Prolog das Thema auf, eine generationsübergreifende Betrachtung der ICV-Geschichte. „Ganz wichtig sind die jungen Leut‘, so war’s früher, ist es heut‘. Die mittleren Altersgruppen hingegen schmeißen den aktiven Betrieb, und die „Alten, das sind die Macher und Entscheider im Verein“. Ihren besonderen Auftritt erhält die über 80-jährige Resi Fey, seit Beginn die Haus- und Hofschneiderin des ICV. Musikalisch abgerundet wird der Prolog durch Klaus Manfred Schmitt mit dem Song „Ich bin en Asseler Jung“ und einem tosenden Sonderapplaus für Resi.

Den Reigen der Tanz- und Show‑darbietungen eröffnet Tanzmariechen Thea Schroeder. Die elfjährige lässt für den Fortbestand der ICV-Tanztradition hoffen. Als Gast des SKV begeistert Tanzmajor Julian Porten, deutscher Meister im Herrensolotanz. Die Kindergarde tanzt einen „Urlaub auf dem Mars“, die Jugendgarde kommt mit dem traditionellen Tanz und später mit ihrer Show „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“.

Auch die Prinzengarde präsentiert Gardetanz und später eine bunte Bühnenschau. Gruseliges, perfekt wie immer einstudiert, präsentiert mit „Tanz der Vampire“ das Männerballett, alias „Asseller Schneeflöckchen“. Deftige Sprüche bringen „Kätti und Lotti“ (Andrea Bidinger, Uschi Kehr), die am Ende ihres Malle-Urlaubs eine durchwachsene Bilanz ziehen und sich gegenseitig nicht schonen.

Für erste heftige Schunkelstimmung sorgt als musikalischer Clown mit frechen Texten Andreas Geiser, spontan unterstützt von Prinzessin Katharina I. Karl-Josef Zobelt startet sein Programm mit dem „interaktiven Büttenvortrag“, bei dem das Publikum die Sätze selbst ergänzen kann.

Später tritt Zobelt nochmals mit Klaus-Manfred Schmitt als „Asseler Jungen“, bei denen die Eheprobleme traditionell das große Thema ist – und jede Pointe sitzt. So auch bei Nachwuchsrednerin Annika Schmitt, die einen Bogen von Familie bis Weltpolitik spannt.

Zum traditionellen großen Rundumschlag über das Jahresgeschehen holt schließlich „Christophorus von der Moselbrück“ aus. Johannes Heinz zieht als Brückenheiliger über Brexit, Klimadiskussion, einen Trierer Bischof, der mit dem Kopf durch die Wand will und über die SPD her: „Wo ist eigentlich die Nahles hin, und ich hätte statt der Saskia Esken unsere Iris Hess gewählt.“ Lieder aus fünf Jahrzehnten bringt der ICV-Chor, wobei Mitklatschen und Schunkeln ausdrücklich erwünscht sind.

Tanzmariechen Thea Schroeder weiß bereits, wie Stimmung gemacht wird. Foto: Friedhelm Knopp

Außerdem wirkten mit: Lucia Tessa Brech (Trainerin Tanzmariechen). Kindergarde (Training/Betreuung): Lisa Funk, Lena Valerius, Hannah Niederehe, Martha Leszczynski, Sandra Scholz, Ute Valerius. Jugendgarde (Training/Betreuung): Sophie Wiedemann, Sophie Schreiner, Julia Kehr, Uschi Kehr, Birgit Kellersch, Helga Umla. Marika Rosch (SKV, Trainerin Tanzmajor Julian Porten). Prinzengarde (Training/Betreuung): Angela Zobelt, Patrizia Sorgen, Christin Schröder, Ute Tavarez, Edith Olk. Männerballett (Training/Betreuung): Julia Kehr, Karoline Bauer, Anna Deusch, Katharina Kreusch, Ursel Kreusch). Leitung ICV-Chor: Norbert Schex. Regie: Philipp Gemmel, Ton und Licht: Max Amberger, Felix Becker, Jan Wollscheid, Tim Thesen, ICV-Hausband „Happy Music“.