Köln liegt mitten in Ehrang

Köln liegt mitten in Ehrang

Der Theater- und Karnevalsverein Blau-weiß 09 Ehrang feiert diesmal unter dem Motto: "Kölle alaaf, Ehrik Helau!". Bei ihrer ersten Kostümsitzung am Samstag in der Henry-Zingen-Halle wurde bewiesen, dass sich diese beiden närrischen Welten bestens ergänzen.

Trier-Ehrang. Der Karnevalshochburg Köln wurde im Ehranger Bürgerhaus ein Denkmal gesetzt. Das aufwendig gestaltete Bühnenbild zeigte den Dom der Rheinstadt, und gleich daneben nahm ein waschechtes Dreigestirn Platz. Mit Jean-Marc Lheritier als Prinz, Alfons Herrmann als Bauer und Wolfgang Karl Wasniewski als Jungfrau steht in der Session 2015/16 erstmals ein Dreierteam an der Spitze der blau-weißen Narrenschar. Und an jedes dreifache "Ehrik Helau" wurde noch ein "Kölle Alaaf" angehängt.

Auf der Bühne gab es jedoch keine eingekaufte Stimmungsband aus Köln, sondern Männer und Frauen aus Ehrang und der Nachbarschaft. Sie zeigten, dass man einem Vorbild nacheifern kann, ohne Abklatsch zu sein. Bei Tanzgruppen etwa ist Blau-Weiß gut aufgestellt. Die Kindergarde begeisterte als Schmetterlinge, Bienen und Feen. Rot, grün und gelb glitzerten in Neonfarben die Kostüme - entworfen von Lisa Kirchen und Gaby Lörscher, die mit Sylvia Zamberger die Gruppe betreuten. Die Choreographie zu Biene Maja stammte von Tina Wasniewski. Freude am Tanz hatten die Junggebliebenen: "Forever Young" stellten Wasser und Herz von Kölle vor. Passend dazu waren einige als "4711 Echt Kölnisch Wasser" und Kölsch-Glas verkleidet (Leitung: Kathrin Lamm und Annika Herrmann). Eine Besonderheit war der Auftritt eines Solomariechens. Lana Pauly aus der Nachwuchsgarde meisterte diesen Alleingang mit Bravour und erntete die erste Rakete.

Die Köln-Ehrang-Mischung funktionierte auch bei den Büttenreden. Tünnes und Schäl aka Kurt Thonet und Matthias Haas erklärten die Welt aus Ehriker Sicht. So wusste Tünnes mehr über das Dreigestirn: "Dat sind de neuen Dezernenten vom OB. Dat is der Dezernent für kaltes Bier, dat hier der Dezernent für warmen und guten Kaffee, un sie ist die Dezernentin für wandelnde, tanzende, grazile Damen." Auch die Lage im Stadtteil war Thema. Während die Wasserrohrsanierung unter erheblicher Nervenbelastung für einige Ehranger über die Bühne ging, habe das Geld für neue Tore der Feuerwache wohl nicht mehr gereicht. "Wir sind halt nicht nur rohrfrei, sondern auch torfrei", erklärte Tünnes. Oberbürgermeister und Ortsbeirat bekamen auch bei den "Viezbrieda" ihr Fett weg. Seit nunmehr 39 Jahren schießen Jürgen Haubrich und Willi Feil gemeinsam ihre treffsicheren Spitzen im Ehriker Dialekt ab.

Alle zwei Jahre tritt das Männerballett "Ehriker Dolldöppchis" auf. Diesmal spielten sie die ZDF-Hitparade nach: Jürgen Drews, Nena, Udo Jürgens und Wolfgang Petry gaben sich ein Stelldichein. Die Choreographie mit akrobatischen Einlagen, entwickelt von Carina Schumacher, und die von Maria Löw entworfenen Kostüme - bei dieser Show stimmte alles.
In ihrer "Stadtführung durch Köln" zog die Große Garde (Betreuerin: Maria Meyer; Choreographie: Sandra Kordel) alle Showtanzregister und gab dem Abend so einen würdigen Abschluss.

Die weiteren Akteure:
Jürgen Haubrich (Kölsche Jung), Rudi Labarbe (Garçon aus dem Blauen Salon), Ehriker Stromer (Betreuung und Choreographie: Gertrud Haas, Steffi Ehrang), Ehriker Kaapeskääp (Leitung: Wolfgang Reiland), Nachwuchsgarde (Betreuer: Nicole Bohlen, Anna Thonet; Choreographie: Svenja Braun), Jugendgarde (Betreuung und Choreographie: Maike Braun, Jana Reiland), Fahnenschwenker (Betreuung und Choreographie: Petra Valerius, Tamara Flesch), Die Zwei (Wolfgang Audesirk, Lothar Pelzer), Sitzungspräsident Joachim Gromzick.
Weitere Sitzungen: Samstag, 23. Januar und 6. Februar jeweils ab 19.11 Uhr.

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