Narren feiern ruhig durch die Nacht

Die Jecken hatten mit feiern zu tun, die Nacht zum Freitag ist ruhig verlaufen. Die Polizei in der Region meldete kaum Vorfälle. Am Donnerstag hatten tausende Jecken in der Region den Weiberdonnerstag gefeiert. Nachdem es anfangs ruhig war, war es in Trier am Nachmittag mit steigendem Alkoholpegel zu Auseinandersetzungen und Problemen mit Betrunkenen gekommen.

Ein Sprecher der Polizei in Trier sagte am Freitagmorgen, die Nacht sei "auffallend ruhig" verlaufen. Seit dem Vorabend wurden lediglich zwei weitere Straftaten mit Fastnachtsbezug registriert. Allerdings hatte es am Donnerstagabend noch einen weiteren Einsatz gegeben: Kurz nach 18.30 Uhr informierten Zeugen die Polizei, dass zwei betrunkene Männer am Hauptmarkt und in der Fleischstraße lauthals Naziparolen und antisemitische Äußerungen grölten. Schnell waren Einsatzkräfte aus dem vorangegangenen Fastnachtseinsatz vor Ort, die zwei tatverdächtige junge Männer stellten. Gegen die stark Angetrunkenen wurden Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Volksverhetzung eingeleitet. Zudem wurde ihnen ein Platzverweis für die Trierer Innenstadt erteilt. In diesem Zusammenhang sucht die Polizei Zeugen. Hinweise an die Polizeiinspektion Trier, 0651/97793200.

Der erste Weiberdonnerstag ohne öffentliches Alkoholverbot oder Narrenkäfig seit 2012 hatte der Polizei und den Rettungskräften im Vorfeld große Sorgen bereitet. Viele befürchteten eine Wiederholung der Exzesse 2012. Um 15 Uhr sprach die Polizei noch von einer sehr positiven Zwischenbilanz. Doch diese sollte sich im weiteren Verlauf des Tages ändern - auch wenn die Notlage des Jahres 2012 nicht erreicht wurde.

Hunderte Narren feiern bereits am Vormittag auf dem Trierer Hauptmarkt. Die Polizei war offenbar auf das Schlimmste gefasst und zeigte von Anfang an enorme Präsenz. Die Jugendschutzkontrollen begannen bereits am frühen Morgen. Mitarbeiter der Jugendämter der Stadt Trier und des Landkreises Trier-Saarburg unterstützten die Polizei in der Innenstadt und den angrenzenden Bereichen bei der Überwachung der Jugendschutzvorschriften. Deren Kern ist simpel: kein Bier, Wein oder Sekt unter 16, kein Schnaps, Wodka und Whisky unter 18.

Bis um 15.30 Uhr blieb die Lage ruhig, aber danach wurde es auf dem Hauptmarkt und in der Innenstadt ungemütlicher. "Mehrere ältere Jugendliche und junge Erwachsene mussten die Hilfe der Rettungssanitäter in Anspruch nehmen, weil sie zu tief in die Flasche geschaut hatten", sagte Polizeieinsatzleiter Rainer Nehren am Donnerstagabend. Acht von ihnen mussten am Behandlungsplatz versorgt werden, der in der Toni-Chorus-Halle eingerichtet war. Spitzenreiter war ein 19-Jähriger mit einem Wert von 2,45 Promille. Die meisten Patienten konnten in die Obhut ihrer Eltern entlassen werden oder den Heimweg selbstständig antreten, doch einige wurden in Trierer Krankenhäuser eingeliefert.

"Darüber hinaus hatte die Polizei alle Hände voll zu tun, um sich anbahnende Auseinandersetzungen zu verhindern", sagte der Einsatzleiter. Die Bilanz bis 18.30 Uhr: 13 Strafanzeigen, acht Platzverweise, zwei Festnahmen, acht Inobhutnahmen Jugendlicher und 26 Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz. Polizeioberrat Nehren: "Die meisten der geschätzt 700 Feiernden haben sich jedoch diszipliniert verhalten. Unsere Befürchtungen, die Alkohol- und Gewaltexzesse von 2012 könnten sich wiederholen, haben sich glücklicherweise nicht bestätigt."

Das sieht die Berufsfeuerwehr nicht anders. "Mit 16 Patienten bis zum frühen Abend lag die Zahl weit unter unseren Befürchtungen", sagte Einsatzleiter Andreas Kirchartz. Zum Vergleich: 2013 waren es bis 18 Uhr sieben Patienten, 2012 lag die Zahl bei 48. Insgesamt waren 94 Kräfte der Hilfsorganisationen seit den Morgenstunden im Einsatz. Roman Schmitz vom städtischen Ordnungsamt, das mit fünf Einsatzkräften über Stunden vor Ort war, beklagt eine "hohe Ignoranz" gegenüber dem Glasverbot. Hier gab es bis 17 Uhr 232 registrierte Verstöße. jp

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