| 18:27 Uhr

Fastnacht
Narren in Trier-Süd außer Rand und Band

 Michelle Reitz (Schneewittchen) und die Hexe Katharina Reicherz gehören zum märchenhaften Programm der Trier-Süder Narren.
Michelle Reitz (Schneewittchen) und die Hexe Katharina Reicherz gehören zum märchenhaften Programm der Trier-Süder Narren. FOTO: TV / Clemens Sarholz
Trier. Bei der  Nachmittagssitzung der Karnevals- und Theatergesellschaft (KG) Trier-Süd singen sie märchenhaft: Das Prinzenpaar, die Moderatoren, Monika Urbanek und dann alle gemeinsam.

Es ist 14.14 Uhr, Monika Urbanek tritt auf die Bühne. In schillernden Farben – sowohl im Kostüm als auch im Timbre – intoniert sie „Märchenland“ und läutet damit die Nachmittagssitzung der KG Trier-Süd ein. Der Saal ist voll, man schaut in glückliche Gesichter.

Auffallend ist, dass viele glückliche Gesichter Menschen angehören, die im Alltag gerne vergessen, ja, oft sogar benachteiligt werden. An zwei Tischen sitzen Menschen mit Behinderung, die mit der Lebenshilfe kamen, an drei weiteren Tischen Senioren mit der Arbeiterwohlfahrt.

Da stimmt das Konzept, wenn Prinz Pierrot I. von Luxair-Tours und Prinzessin Marie-Claire I. vom Kylltal-Reisebüro, deren närrische Heimat die KG Trier-Süd ist, ihren Untertanen im Duett ein Ständchen singen: „Ich bin der Prinz“ - „Ich die Prinzessin“ - „Wir sind das Paar, das alles eint, mit unserem Lächeln! ...“ – auf die Melodie von Michael Jacksons „We are the world“. Dabei lassen sie sich von Tenor Thomas Kiessling unterstützen. „Wir sind wie eine große Familie hier in der KG Trier-Süd“, sagt der Vorsitzende Frank Urbanek.

Nicht ganz so harmonisch wie dieser Dreiklang war dann beispielsweise die Büttenrede von Werner Blasweiler, der als „Doctor von Mayen“ extra angereist kam, um das Auditorium davon zu überzeugen, dass es manchmal in Ordnung sei, seine Frau zu erschlagen. Und um die Geschichte vom nymphomanischen Rotkäppchen zu erzählen, das in ihrem Körbchen ein 70c verstecke.

Wo Rotkäppchen keinen Kuchen mehr im Körbchen hat und der Adel das Fußvolk unterhält, da lassen auch das Schneewittchen, die böse Hexe oder das Aschenputtel auf „Jump on it“ die Hüfte rotieren und schmeißen die Beine hoch. Passend zum Motto: „Narren außer Rand und Band, Trier-Süd – ein Märchenland“.

Die starken Auftritte feuern die Zuschauer mit der „Rakete“ an. Der ganze Saal beginnt lautstark zu trampeln. Das Getrampel verstärkt das Publikum mit Klatschen, bis sich Spannung aufbaut, die sich dann in lärmendem Beifall entlädt. Christian Klein moderiert souverän, lässt sich dabei ab und an zu Gesangseinlagen hinreißen und trifft dabei auch jeden Ton.Wenn sie sowieso schon alle am Singen sind, da kann man auch das Publikum einbeziehen. Das ist Tradition bei der Sitzung am Bach. Die Profisängerin Monika Urbanek stimmt an: „Du bist meine Liebe, meine Stadt und mein Verein, es gibt eine Million Gründe, um auf dich stolz zu sein…“ Die Mitglieder auf der Bühne singen mit, das Publikum auch. Es ist Viertel nach sieben und so, wie das Prinzenpaar gesungen hat: „Es gibt keine Grenzen, die wir nicht öffnen können, wir öffnen die Herzen weit mit Harmonie.“ Glücklich gehen die Leute nach Hause.

Mitwirkende:
Vorstand: Frank Urbanek, Klaus Wosny
Sitzungspräsident und Moderation: Christian Klein
Kindergarde (Trainerinnen und Betreuerin: Bianca Degen, Anna Degen, Maria Hirsch)
Jugendgarde (Trainerinnen und Betreuerinnen: Heike Reitz, Stella Maes, Jessica Dietz, Christina Reitz)
Große Garde (Trainerin: Sonja Klein)
Showtanzgruppe KG Trier-Süd (Trainerin: Michelle Reitz)
Chaosteam vom Jugendwerk Don Bosco
Gesang: Bachmelodiker, Monika Urbanek, Thomas Kiessling, das Prinzenpaar, Christian Klein, Michael Steffes
Tanzmariechen: Anna Degen, Ilina Reitz
Büttenreden: Vanessa Wagner, Werner Blasweiler, Elke Metze, Ute Stoffel, Jörg Fuchs, Serap Boost