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Rosenmontag in Trier: Außer Rand und Band im Narrenkäfig (Fotos/Videos)

Rosenmontag in Trier: Außer Rand und Band im Narrenkäfig (Fotos/Videos)

Der Trierer Rosenmontagszug 2017 war aus vielerlei Gründen ein ganz besonderer. Nicht zuletzt, weil es in der Altstadt stellenweise bis zu einer halben Stunde lang nicht voran ging. Laut Polizei aus gutem Grund.

 Knöllchen für die große Kunst: Die ebenfalls prämierten Foasbocken nehmen die Blitzerkontrollen und die Verwendung der Einnahmen aufs Korn.
Knöllchen für die große Kunst: Die ebenfalls prämierten Foasbocken nehmen die Blitzerkontrollen und die Verwendung der Einnahmen aufs Korn. Foto: Friedemann Vetter (ClickMe)
Rosenmontag in Trier: Außer Rand und Band im Narrenkäfig (Fotos/Videos)
Foto: roland morgen (rm.) ("TV-Upload morgen"
 Mit einem Großaufgebot an Personal und Fahrzeugen (hier am Stockplatz) sichert die Polizei den Rosenmontagszug durch Trier.
Mit einem Großaufgebot an Personal und Fahrzeugen (hier am Stockplatz) sichert die Polizei den Rosenmontagszug durch Trier. Foto: Friedemann Vetter (ClickMe)

Trier Wer hätte das gedacht? Der Trierer Narrenkäfig feiert ausgerechnet an Rosenmontag ein Comeback. Zwar aus Sicherheitsgründen, aber nicht zusätzlich, um - wie nach den fatalen Massenbesäufnissen an Weiberfastnacht 2012 - das feiernde Volk unter Kontrolle zu haben. Diesmal geht es laut Polizei darum, nicht zwei neuralgische Punkte des Alleenrings, der die Altstadt umschließt, gleichzeitig dicht zu machen. Konkret sieht das so aus: Die Zugspitze mit dem von der Koobengarde Euren 111 eskortierten Schirmherrn OB Wolfram Leibe macht an der Porta Nigra Halt. Alle anderen rund 90 Zugnummern rücken auf, bis auch der finale Wagen von Prinzessin Tanja I. am entgegengesetzten Ende der Altstadt in die Neustraße eingefahren ist. Direkt danach wird der Kreuzungsbereich Südallee/Saarstraße wieder für den Verkehr freigegeben und dann die Porta-Kreuzung für den Autoverkehr gesperrt.

Für die vordere Hälfte des Zugs bedeutet das Ganze bis zu einer halben Stunde Zwangspause. Doch die wird gut genutzt. Vor allem auf dem Hauptmarkt ist die Stimmung megaprächtig. Resultat nicht zuletzt einer Neukonzeption der Marke "effektivere Raumaufteilung". Statt wie früher schnurstracks geradeaus Richtung Porta, macht die Zugstrecke einen Schlenker links um das Marktkreuz herum. Das zieht mehr als doppelt so viel Publikum auf den Platz, wo schon ab 12 Uhr die Osburger Band "Kölsche Jung" den kollektiven Frohsinn hochtreibt. Da setzt sich der Zug gut zwei Kilometer weiter südlich erst in Bewegung. Zwei Stunden und einen weiteren Bandauftritt ("Kamelle Kapelle" aus Bitburg) später ist der neue Zugleiter Thomas Knopp, der die Vorhut bildet, auf dem Marktplatz angekommen - und strahlt wie ein Honigkuchenpferd: Organisations-Feuertaufe bestanden und vom angekündigten schlechten Wetter noch keine Spur - auch ansonsten läuft alles prima. Der Stillstand steht ja erst noch bevor.
Der wie immer von der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK) veranstaltete größte Umzug der Region steht diesmal unter dem sprachlich unkorrekten, aber trierisch tolerierbaren Motto "Nero an de Porta" (und nicht, wie Lästermäuler angesichts des Staus behaupten: "OB an de Porta"). Klar, dass es einen hohen Römeranteil unter den rund 1300 aktiven Zugteilnehmern gibt.

Doch bei der Prämierung im Rahmen der Abschlussfete in der Arena geht die Antike leer aus. Zur schönsten Fußgruppe kürt die ATK-Jury die "Sternschuppen" der Karnevalsfreunde TuS Euren und zum schönsten Wagen die "Hippies" der Arbeitsgemeinschaft Bukobe. Originellste Gruppe sind De Foasbocken mit ihrer Blitzer-Parodie ("Theater Trier, das heißt Spaß. Dafür gimma gären Gas"), originellster Wagen die "Kinohelden" der Gruppe Klappschmieren. Das Vorurteil, dass die Stadttrierer keinen zünftigen Straßenkarneval mehr feiern können, dürfte seit gestern widerlegt sein. ATK-Präsident Andreas Peters ist "wirklich begeistert. Ein supertoller Umzug. Selbst die Akteure haben riesigen Spaß. Das sagt doch alles". Damit dürfte auch klar sein, dass der publikumsfreundliche Hauptmarkt-Schlenker mit livemusikalischem Vorspiel fester Bestandteil künftiger Rosenmontagszüge sein muss. Alexandra Meusel, die das Geschehen im Herzen der Altstadt moderierte, kündigte jedenfalls an, das Quintett "Kölsche Jung" werde auch am 12. Februar 2018 mit von der Partie sein - dann ist der nächste Rosenmontag.
Übrigens: Diejenigen, die darauf gewettet haben, dass der 2016er Stadtprinz Elmar Güth auf dem Wagen seiner Nachfolgerin Tanja Wilke-Oberbillig mitfahren würde, haben verloren. Die beiden präsentieren sich zwar immer wieder als liiertes Paar, aber Elmar gab sich gestern da die Ehre, wo er von wegen Vereinszugehörigkeit sein sollte: 35 Zugnummern weiter vorn bei den Roten Funken.
Lesen Sie mehr zum Karneval in Trier:
Rosenmontagszug in Ehrang
Seite 9
Viele Bilder vom Trierer Rosenmontagszug:
Seiten 10 und 11
Mehr Bilder vom Karnevalsumzug unter www.volksfreund.de/fastnacht