Rundflug mit dem Trierer Prinzenpaar über das Trierer Land

Karneval : Rundflug mit dem Trierer Prinzenpaar über das Trierer Land (Fotos)

Über den Wolken wie Reinhard Mey: Ein Rundflug mit dem Trierer Prinzenpaar bietet ungewöhnliche Perspektiven.

Prinz Pierrot I. von LuxairTours und Marie-Claire I. vom Kylltal-Reisebüro steigen aus dem Wagen. Sie kommen aus dem Mercur Hotel, wo sie über die Zeit der Session wohnen und haben eine lange Nacht hinter sich. Vortags waren sie auf zwölf Sitzungen. Da kommt ein entspannter Panorama-Rundflug gelegen.

Seit über 40 Jahren ist es Tradition, dass der Flugplatz Föhren das Trierer Prinzenpaar und den Hof zum Fliegen einlädt. Eine willkommene Abwechslung zum Karnevalsalltag. Nach dem Flug geht es auf acht weitere Sitzungen. „Wir dürften jetzt etwa 200 Termine hinter uns haben“, erzählt Prinz Pierrot. „300 werden es sein, wenn die Session vorbei ist.“

In der Luft liegt latente Anspannung. „Ich habe heute nichts gefrühstückt“, sagt die Hofdame Vanessa Wagner zur Prinzessin auf dem Weg zum Flieger. „Ich weiß ja nicht, wie ich auf die Fliegerei reagiere.“ So geht es auch Prinzessin Marie-Claire I. „Ich werde auch erst danach etwas essen.“ Einen Sekt hatte sie zuvor schon in der Hand.Bis auf ein paar Kondensstreifen ist am blauen Himmel keine Wolke zu sehen. „Perfektes Flugwetter“, meint der Pilot Volker Klassen. Er wird an dem Tag seine 1408-ste und 1409-ste Landung hinlegen. Ein erfahrener Pilot für die „wertvolle Fracht“, wie Prinzessin Marie-Claire I. scherzhaft sagt. Stimmt, so ein Ornat koste immerhin 4.000 bis 5.000 Euro, erzählt ihr Mann gut gelaunt.

Der Flieger, eine Cessna 172, bietet vier Leuten Platz. Prinz, Prinzessin und der TV-Reporter sitzen zusammen. Man sitzt so eng, dass sich Schultern und Beine berühren. Und dann steigt der Flieger in die Luft. Ruhig gleitet man nach oben.800 Meter über dem Meeresboden und 670 Meter über der Stadt Trier denkt man unwillkürlich an das Lied von Reinhard Mey: „Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.“ Das Prinzenpaar der offenen Grenzen werden Pierrot I. und Marie-Claire I. auch genannt. Des Karnevals wegen hat es sie schon bis nach Serbien und Italien verschlagen. Einladungen nach Uruguay und in die Karibik stehen noch aus. Vom Flugplatz aus fliegen wir in Richtung Mehring.

Aussicht beim Rundflug über Trier. Foto: TV/Clemens Sarholz

Wer aus dem Fenster nach links sieht, erkennt in Riol die Wassersportanlage. Die Route geht in Richtung Trier der Mosel entlang. Pfalzel liegt unter uns, die Mariensäule ragt wie eine rüstige alte Dame, die ihre Enkel im Blick hat, aus den Wäldern heraus. Die fernsten Hügelrücken sind nur noch Konturen, die Kuppen des Mittelgrundes im Osten steigen grün-blau aus dem Dunst empor. Das lässt die Stadt, den Dom und die Basilika, die dunkelblaue Mosel, die sich wie eine Schlange windet, und die Eifelausläufer, umso farbenkräftiger erscheinen. Wir fliegen mit etwa 180 Stundenkilometern. Klassen legt die Maschine schräg in die Kurve, so dass wir leicht seitlich fliegen und einen besseren Blick auf Langsur haben.

„Von hier aus wollen wir den Karneval in die ganze Welt bringen“, sagt Prinz Pierrot I. und schaut aus dem Fenster, sucht sein Wohnhaus und macht Bilder und Videos mit dem Handy. Im eigenen Wohnort startete das Prinzenpaar 2017 die karnevalistische Karriere. Links von uns liegt Luxemburg. Es sieht nicht anders aus als Deutschland. Grenzen verlieren aus dieser Perspektive an Bedeutung. Wie sehr, das offenbart sich erst am Schluss des 20 bis 30 minütigen Fluges. Dann wenn man es dampfen sieht, 60 Kilometer entfernt, in Frankreich, Cattenom.

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