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Karneval
Schärensprung Trier-Biewer: Schlangenlinien ausdrücklich erwünscht

Tausende Trierer Narren strömen zum Biewerer Scherensprung, wo traditionell die Hexen den Ton angeben.
Tausende Trierer Narren strömen zum Biewerer Scherensprung, wo traditionell die Hexen den Ton angeben. FOTO: Friedemann Vetter
Trier-Biewer. Mit dem traditionellen Schärensprung an der Spitze zieht der Karnevalsumzug durch Biewer. Von Martin Recktenwald

Gemeinhin ist die Fortbewegung in Schlangenlinien während der Karnevalszeit kein allzu rühmliches Zeichen und wird von Gesetzeshütern unter Umständen streng geahndet. In Biewer ist das anders. Hier jubeln die Massen einer Gruppe zu, die in Schlangenlinien über die Biewerer Straße hüpft und die Polizei sperrt für sie sogar die Strecke ab. Denn der Schärensprung – so nennt sich diese närrische Menschenkette – führt traditionell den Karnevalsumzug am Fastnachtsdienstag an.

Damit die ausgelassene Truppe auf ihrem Weg keine winterliche Trübsal belastet, kehren vor ihnen einige Hexen mit dem Besen die kalte Jahreszeit aus. Funktioniert in diesem Jahr hervorragend: Strahlender Sonnenschein statt grauer Regenwolken begleitet den Zug. Einige Dutzend Männer und Frauen haben sich hinter Volker Casel eingehakt und schlängeln sich Hand in Hand durch den Ort. Seit 24 Jahren führt Casel den Biewerer Schärensprung an. „Auch beim Kinderball in der Halle zeigt er, wie es geht – das kommt super an“, freut sich Martina Stadler, Vorsitzende der „Biewener Hoahnen e.V.“. Dieser Verein für Heimatpflege organisiert seit 1952 den Schärensprung. Die Tradition reiche noch weiter zurück, wo genau die Ursprünge liegen, ließe sich indes nicht erforschen, meint Stadler. Vermutet werden keltische Rituale zum Vertreiben des Winters. Im 20. Jahrhundert sprangen dann die Schären durch die Häuser und Kneipen Biewers. Da sie jedes Mal mit einem Schnaps empfangen wurden, dürfte die Schlangenbewegung stetig zugenommen haben. „Auch heute noch kommen immer wieder Leute mit Tablets herbei und versorgen die Schären“, erzählt die Vorsitzende der Hoahnen.

Reichlich Gesellschaft haben die Hüpfer an diesem Fastnachtsdienstag in jedem Fall: Ihnen folgen über 50 Fußgruppen und Wagen mit Narren aus Biewer und den umliegenden Ortschaften. Insbesondere Ehrang und Pfalzel sind mit zahlreichen Zugnummern vertreten. Clowns, Musketiere, Frösche und Ritter ziehen an den Zuschauern vorbei. Und nicht nur die Kinder bücken sich begierig nach den geworfenen Bonbons und anderen Naschereien.

FOTO: Friedemann Vetter
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Schärensprung in Trier-Biewer FOTO: